Alles wurde geworfen, aber nichts wurde belohnt: Michael Ambrosius aus Altona im Duell mit Manuel Brown. Foto: imago/Klaus Bergmann
„110 Prozent Foul!“ Die Wut der Schiedsrichter bei Altona 93 nach der bitteren Niederlage gegen Hannover
Zwei verletzte Spieler, Pech bei den Entscheidungen des Schiedsrichters und gravierende individuelle Fehler: Altona 93 verlor am Samstagnachmittag auf die bitterste Art und Weise mit 2:4 gegen Hannover 96 U23. Vor allem das erste Gegentor sorgte bei den Hamburgern für Aufregung.
Altona 93 erlebte vor 2.336 Zuschauern nach elf Minuten den ersten Rückschlag: Aus zunächst nicht ersichtlichen Gründen saß Stammspieler Moritz Grosche auf dem Grün und musste ausgewechselt werden. Der Verteidiger wurde in den Adduktoren getroffen.
Regionalliga Nord: Altona 93 verlor gegen Hannover 96 U23
Drei Minuten später stand es 1:0 für die Gäste und Tom Hobrecht nutzte einen schönen Pass zur Führung. Dem Tor ging jedoch ein gewonnener Ball voraus, der zumindest einmal die Grenze der Legalität berührte. Für den Betroffenen, Taifun Kahn von Altona 93, war die Sache klar: „Wenn man mich und mein Bein fragt, ist es zu 110 Prozent ein Foul.“ Schiedsrichter Luca Sambil „hat versucht, es mir zu erklären. Ich habe es nicht verstanden und möchte es auch nicht verstehen. Es könnte wirklich nicht klarer sein.“ Auch Trainer Andreas Bergmann gab zu: „Ich bleibe dabei: Es ist ein Foul.“ Zumindest konnte Kahn weiterspielen – auch wenn es zunächst schmerzhaft war.
Altona 93: Dennis Lohmann und Moritz Grosche fallen verletzungsbedingt aus
Dieser Samstag war alles andere als selbstverständlich, wie sich viermal später herausstellte: Torhüter Dennis Lohmann packte sich – ebenfalls ohne Einwirkung des Gegenspielers – am rechten Oberschenkel und zog ihn beim Zustoß sicher am rechten Oberschenkel, bevor es 0:1 stand. Nach einer mehrminütigen Pause musste auch er gehen und wurde durch Nicolas Wolff ersetzt. Es wurden 22 Minuten gespielt. Ein gewisses Maß an Pech für die Altona 93, das normalerweise ausreicht, um in einer Anfangsphase einen ganzen Half-Run zu sammeln.
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Dadurch kann der Fokus endlich auf das Kerngeschäft der Hauptfiguren gelegt werden. Offensichtlich hatten die 96-Talente die Geschehnisse der vergangenen Minuten noch nicht vergessen und schienen der Mannschaft aus Hamburg ihre sportliche Anteilnahme zum Ausdruck bringen zu wollen. Anders ist es nicht zu erklären, dass Hannover nach einer halben Stunde die restliche Abwehr nach eigenen Maßstäben so vernachlässigt hatte, dass Moritz Göttel mit einer Balleroberung an der Mittellinie und einem Freischuss am Gäste-Keeper Abdoulaye Gueye vorbei in Schwung kam – 1:1 (31.).
Gelzer macht einen Fehler, 96 führt – doch Altona zeigt Moral
Aus AFC-Sicht musste auf dieses Geschenk eigentlich nicht reagiert werden, doch Rechtsverteidiger Bendix Gelzer lieferte es in der 96. Minute: In seiner eigenen Hälfte spielte der Rechtsverteidiger einen fatalen Fehlpass direkt vor die Füße von Mustafa Abdullatif, der sich höflich bedankte und die Gäste wieder in Führung brachte (45.+4).
Aber auch auf dieses Tor hatte Altona 93 nach der Pause die passende Antwort: Nach einem Freiwurf fasste sich Leslie Karshaw aus der Distanz ein Herz und erzielte mit einer sehenswerten Leistung den 2:2-Ausgleich (53.). Die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung von Alton war an diesem Samstag beeindruckend. „Die Gegentore sind dumm und erbärmlich. Aber die Einstellung und die Lust am Wettkampf waren einfach großartig“, sagte Trainer Andreas Bergmann.
Andreas Bergmann lobt Hannover: „Wir waren richtig stark“
Letztlich musste sich Altona jedoch der Qualität des 96er-Nachwuchses beugen. Nach etwa einer Stunde ließen die Kräfte der Gastgeber merklich nach; Dem 2:3-Rückstand von Tom Hobrecht (60.) folgte diesmal nicht der erneute Ausgleich, sondern das entscheidende 4:2 von Rafael Martins Marquez (76.). Viele andere vielversprechende Angriffe endeten 1996 entweder schlecht oder scheiterten an Torwart Wolfe, der nach seiner Einwechslung brillant war.
Da die AFC-Offensive hingegen weitgehend ausfiel, fanden die Heimfans hinter dem Gästetor ein alternatives Unterhaltungsprogramm und jubelten lautstark über das Aufwärmtraining der Hannoveraner Reserve. „Wir haben gegen einen wirklich guten Gegner gespielt. Hannover war wirklich stark“, musste Bergmann zugeben.
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Doch einfacher werden die Aufgaben nicht, am Donnerstag (19:00 Uhr) gastiert mit dem SSV Jeddeloh II eine weitere Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Dennoch zeigte sich Bergman kämpferisch: „Es tut heute weh, aber wir werden nicht aufhören.“
