Es sollte ein symbolischer Auftritt werden, doch er endete in einem harten Stimmungstest für den US-Präsidenten – nicht sehr positiv: Donald Trump wurde am Sonntag beim NFL-Spiel zwischen den Washington Commanders und den Detroit Lions im Stadion in Landover (Maryland) von den Zuschauern brutal ausgebuht.
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Wie mehrere US-Medien, darunter The Associated Press, The Guardian und People, berichteten, wurde Trump zunächst herzlich begrüßt, als er zu Beginn des Spiels mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und Mitgliedern der Militärführung auf der Ehrentribüne Platz nahm. Doch in der letzten Halbzeit hatte sich die Stimmung geändert. Als der Präsident das Feld zur „Salute to Service“-Zeremonie betrat – einer jährlichen Ehrung für US-Soldaten – und die Menge aufforderte, den Eid auf die Verfassung zu sprechen, ertönten im größten Teil des Stadions laute Buhrufe.
Ein feierlicher Treueeid
Trotz der lautstarken Zwischenrufe setzte Trump seine Rede unbeirrt fort. Er legte feierlich den Militäreid ab und gratulierte den Anwesenden: „Heben Sie bitte Ihre rechte Hand. Ich schwöre feierlich, dass ich die Verfassung der Vereinigten Staaten gegen alle Feinde im In- und Ausland unterstützen und verteidigen werde … Also steh mir bei, Gott. Herzlichen Glückwunsch.“
Im Hintergrund war ein Konzert aus Pfiffen zu hören, gemischt mit gelegentlichem Jubel. „Es war eine gemischte Reaktion – teils Buhrufe, teils Applaus, aber die Buhrufe dominierten“, zitierte die AP einen Augenzeugen. Der Guardian berichtet außerdem, dass viele Fans Trump ausgebuht hätten, als er die Arena betrat, während andere „USA!“ skandierten. Sie riefen Parolen auf.
Politisches Kalkül hinter dem Stadionauftritt
Nach Angaben des Weißen Hauses ist Trumps Besuch kein Zufall. Mit seinem Auftritt bei Commanders wollte der Präsident seine Affinität zu den Streitkräften und traditionellen amerikanischen Symbolen zeigen – Themen, die er seit seiner Wiederwahl im Jahr 2024 zunehmend betont.
Darüber hinaus steckt hinter dem Stadionbesuch offensichtlich politisches Kalkül. Laut dem Nachrichtenportal The Hill soll Trump den Wunsch geäußert haben, das im Bau befindliche neue Stadion der Washington Commanders nach ihm zu benennen. Seine Sprecherin Carolyn Levitt sagte: „Es wäre ein toller Name, denn es war Präsident Trump, der den Wiederaufbau des neuen Stadions möglich gemacht hat.“
Kritiker warfen dem Präsidenten jedoch vor, den Besuch zur Eigenwerbung und politischen PR zu nutzen. Dies könnte zu der negativen Reaktion beigetragen haben, insbesondere in Washington und Maryland, wo Trump in den letzten Umfragen niedrige Zustimmungswerte erhielt.
Ein Symbol der Trennung
Der Vorfall erinnert an frühere Sportveranstaltungen, bei denen Trump ausgebuht wurde – etwa die World Series 2019 in Washington oder den UFC-Kampf in New York. Dass sich die Szenen nun wiederholen, zeigt, wie polarisierend Trump in seiner zweiten Amtszeit ist.
US-Kritiker sehen in dem Vorfall ein Symbol für die politische Spaltung des Landes. Während seine Anhänger Trumps Auftritt als Akt des Patriotismus feierten, hielten Kritiker die Mischung aus Politik, Militär und Sport für unangemessen. Die Washington Post kommentierte: „In einem Moment, der eigentlich ein Moment der Einheit sein sollte, wurden die tiefen sozialen Spaltungen, die das ganze Land durchziehen, erneut offengelegt.“
Trump selbst äußerte sich nicht zu den Buhrufen nach dem Spiel. Auf seiner Plattform „Satya Social“ veröffentlichte er ein kurzes Video, in dem nur Jubelrufe und ein militärischer Gruß zu sehen waren – die Buhrufe wurden weggelassen.
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