Am Montagabend um 19:07 Uhr Ortszeit betraten die meisten Spieler des ÖFB-Teams das luxuriöse Fünf-Sterne-Resort Cape St. George in Pag, wo die Nationalmannschaft den letzten Schliff für die letzten beiden WM-Qualifikationsspiele dieser Woche in Zypern und gegen Bosnien-Herzegowina erhält. Die meisten Spieler erhielten vom Hotelpersonal Rosen, auch Marko Arnautovic erhielt einen Blumenstrauß – seine Torjägerbilanz dürfte auch bei den zypriotischen Gastgebern Respekt hervorrufen.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Auf der Mittelmeerinsel soll der nächste und vielleicht entscheidende Schritt zur Teilnahme an der WM 2026 gelingen. Um eine optimale Vorbereitung zu gewährleisten, beorderte Teamchef Ralf Rangnick seine Truppe in den Südwesten der Republik, in die Nähe der Hafenstadt Paphos. Die Reise erfolgte auf eigene Faust und verlief nicht ganz komplikationsfrei. Eigentlich war die erste Trainingseinheit für 18:30 Uhr angesetzt. Am Montagabend hatten zu diesem Zeitpunkt aber nur eine Handvoll Spieler ihr Ziel erreicht.
Da noch nicht genügend Spieler da waren, wurde das Training abgesagt
Rangnik ließ es ruhig angehen und brach das Training kurzerhand ab, ohne ihm die Laune zu verderben. Tagsüber, bei strahlendem Sonnenschein und einer Temperatur von 27 Grad, wurde dem 67-Jährigen klar, dass er mit diesem Camp die richtige Entscheidung getroffen hatte. „Das Trainingsgelände ist schön, das Wetter ist besser als in Wien und auch mit dem Hotel haben wir uns gut geschlagen“, sagte der Teamchef lächelnd.
Meer- und Strandblick tun der Seele sicher gut, doch noch ist kein ÖFB-Mitglied in den Urlaub nach Zypern gefahren. Idealerweise möchte Rangnik ab Mittwoch die gesamte Mannschaft gemeinsam im Training haben: „Ich möchte auch zu Beginn der Woche entscheiden, wie wir spielen und welche Elf starten soll.“ Die angestrebte Ausgangsstruktur werde noch verfeinert, einen Freibrief gebe es aber nicht: „Es kommt weiterhin darauf an, was jeder im Training macht und ob das Ganze so funktioniert, wie wir es uns vorstellen.“
Wann und in welchem Ausmaß die zuletzt verletzten David Alaba und Xaver Schlager sowie Romano Schmid (muskuläre Probleme) betroffen sein werden, ist noch unklar. Nach ihrer Ankunft musste sich das Trio wie jeder andere Spieler auch einem Physiotherapeuten unterziehen, um seinen aktuellen körperlichen Zustand festzustellen und Feedback für die entsprechende Trainingssteuerung zu erhalten.
Das Willkommen-zurück-Video
Am Dienstag vor dem Training um 11.30 Uhr schaut sich die ÖFB-Truppe das obligatorische „Welcome Back Video“ an, das zu Beginn jedes Kurses im Programm steht. „Storytelling spielt bei uns eine große Rolle“, erklärte Rangnik, der die Idee einst in Hoffenheim mit seinem heutigen Co-Trainer und damaligen Videoanalysten Lars Kornetka entwickelte, unter genau umgekehrten Umständen. Damals ging es darum, die Teamspieler nach internationalen Touren wieder für den Verein zu gewinnen, wobei die jeweiligen Teamchefs ihnen verschiedene taktische Anweisungen gaben. „In Hoffenheim hatten wir bereits ein taktisches Drehbuch mit Spielplan, aber auch ein psychologisches Drehbuch“, erklärte Rangnik.
Die Nationalmannschaft muss die ÖFB-Richtlinien auffrischen. Die Videos, für die mit Stefan Osen ein anderer Co-Trainer verantwortlich ist, haben jeweils eine andere Formel. Der Oktober stand ganz im Zeichen der Familie, die dieses Team repräsentiert. Allerdings schuf Osen auch ein zehnminütiges Werk mit zwei starken Vereinsszenen von jedem Kadermitglied, um die Stärken des Vereins in einer Mannschaft zu „verdichten“.
Paul Pizzara stimmt zu
Rangnik gibt immer den Daumen nach oben, nachdem er sich das Video vorher angesehen hat. „Der einzige Einwand ist die Musik, mit der ich nicht immer einverstanden bin. Aber ich bin ein paar Jahre älter als die Jungs“, lachte der Cheftrainer. Nur Paul Pizzara stimmte zu. Aber im Endeffekt müssen Ton und Bild die Hauptdarsteller des Films abholen. Das Thema, das den ÖFB-Kickern dieses Mal präsentiert wird? „Es wird noch nicht verraten!“
Hinterlassen Sie eine Anzeige