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Massiv mehr Schulden: Saure Schokolade von den Staaten an die Bundesregierung

    Massiv mehr Schulden: Saure Schokolade von den Staaten an die Bundesregierung

    Die öffentlichen Finanzen Österreichs sind, um Forrest Gump zu zitieren, „wie eine Schachtel voller Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt.“ Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob die schlimmsten Probleme unter Kontrolle seien und der mit der EU-Kommission vereinbarte Sanierungspfad auf Kurs sei. Mit dieser Botschaft appellierte nicht nur das Finanzressort unter Minister Markus Marterbauer (SPÖ) und Staatssekretärin Barbara Ebinger-Mitte (ÖVP) an Vertrauen, sondern auch Fiskalratspräsident Christoph Bedelt hat dies kürzlich bestätigt. Letzterer scheute jedoch nicht vor seiner wachsenden Ungeduld gegenüber den Ländern zurück.

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    Doch diese Hoffnung kann nun wieder erfüllt werden. Das Subjektive ist wesentlich, denn beim Thema Geld fehlt das Wichtigste: Gewissheit.

    Neue Zahlen erwischen die Finanzabteilung auf dem falschen Fuß

    Was ist passiert? Das Staatshaushaltsdefizit wird für dieses Jahr voraussichtlich 4,9 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, statt der Prognose von 4,5 Prozent. Die Länder haben dem Finanzministerium neue Zahlen zum laufenden Haushaltsvollzug gemeldet – darunter deutlich mehr Neuverschuldung. Seitdem überlegen Experten im Finanzministerium, was diese neuen Zahlen für den nationalen Sanierungspfad und mögliche Folgen des EU-Defizitprozesses bedeuten. Angesichts der derzeit festgefahrenen Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen über einen neuen Stabilitätspakt dürfte spätestens nächste Woche Klarheit über die aktuelle Lage herrschen. Der Einigungsdruck ist hier besonders groß, da es sich um die Frage handelt, wie viel Schulden in welcher Höhe beglichen werden dürfen. In ZiB2 am Dienstagabend wurde Tirols Landeshauptmann Anton Mattel von Armin Wolff versichert, dass es hier zu einer Einigung kommen werde.

    Nachdem der Verhandlungstermin letzte Woche abgesagt werden musste, wird derzeit fieberhaft zwischen Landesfinanzbeamten und dem Finanzressort nach einem neuen Termin gesucht. Auch in diesem Jahr bedarf es noch einer Einigung, doch die Lage ist noch deutlich anders. Zur Gewissheit: Wie hoch das Staatsdefizit im Jahr 2025 tatsächlich sein wird, wird sich erst mit der Meldung der Statistik Austria Ende März zeigen.

    Wien, Niederösterreich, Steiermark als Sorgenkinder

    Wer ist für den neuen Ärger verantwortlich? Die Bundesländer sind kein homogener Block, darunter Musterschüler wie Tirol, das dieses Jahr noch 150 Millionen Euro Neuschulden erleidet, für 2026 und 2027 aber ein Null-Defizit-Ziel hat oder Oberösterreich, aber auch Sorgenkinder wie Niederösterreich und die Steiermark, denen in diesem Jahr Milliarden oder Abermilliarden Rupien verloren gehen dürften. Kärnten, das sich mit einem Verlust von 390 Millionen Euro auf Kurs sieht – und allein aufgrund seiner schieren Größe vor allem Wien, das mit einem Verlust von 3,2 Milliarden Euro rechnet. Andererseits ist das Wiener Minus schon lange bekannt. Und alle Länder haben mit ihren Sparplänen für mindestens 2026 begonnen.

    Im Finanzministerium herrscht nun Verwirrung darüber, wer die neuen, dunklen Gestalten nach außen präsentierte – und vor allem: mit welchen Beweggründen. Dass es sich bei den Bundesländern um eine Leaky-Quelle handelt, wie manche vermuten, lässt sich zwar nicht leugnen, doch im direkten Vergleich schneidet vor allem der Bund besser ab. Letztendlich läuft der Vollzug hier tatsächlich etwas besser als prognostiziert, während es in den Bundesländern in die entgegengesetzte Richtung geht.

    Staatsoberhäupter treffen Regierungsführer in Segou

    Akute Finanzprobleme werden natürlich eine zentrale Rolle bei der Landeshauptmannkonferenz spielen, die von Donnerstagabend bis Freitagmittag unter dem Vorsitz des Steirers Mario Kunacek (FPÖ) in Seggau stattfindet. Am Freitag werden auch die Spitzen der Bundesregierung vor Ort sein, allerdings wird Bundeskanzler Christian Stocker aus gesundheitlichen Gründen nur per Video zugeschaltet. Die Dreierkoalition wird über den Stand der Reformpartnerschaften in den Bereichen Gesundheit, Energie, Verwaltung und Bildung berichten. Wir hören, dass es bei den beiden letztgenannten zumindest einige Fortschritte gibt. In diesem Kontext werden voraussichtlich auch die Probleme des neuen Haushalts und seine möglichen Folgen diskutiert. Zumindest in der offiziellen Tagesordnung der Sitzung ist hierfür kein Platz vorgesehen.

    Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna-Michel-Laettner (ÖVP) haben bereits angekündigt, mit der Regierung Teschels sprechen zu wollen. Die Länder sehen sich durch den Bund strukturell benachteiligt, den Ländern fehlt der Wille zu entscheidenden Reformen in der Regierung.

    Es bleibt abzuwarten, ob weitere außerschulische Sparmaßnahmen notwendig sind, um den Einfachheitsanforderungen der EU gerecht zu werden. Der Finanzminister zeigte sich am Dienstag abwartend: Zunächst müsse eine Klärung der neuen Zahlen erfolgen. Er wollte offensichtlich kein weiteres Öl ins Feuer gießen: Eine Haushaltsumstrukturierung kann nur gemeinsam erreicht werden, weshalb Bund, Länder und Kommunen zusammenarbeiten müssen.

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