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„Chancenbonus“: 400 Schulen erhalten 800 zusätzliche Plätze

    „Chancenbonus“: 400 Schulen erhalten 800 zusätzliche Plätze

    Bildung ist in Österreich noch immer stark vererbt: Laut einem in diesem Jahr veröffentlichten OECD-Bericht ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen mit gebildeten Eltern in Österreich ein Universitätsstudium abschließen, viermal höher als bei Eltern ohne Abitur. Dem will die schwarz-rot-rosa Bundesregierung ab kommendem Jahr mit einer „Chancenprämie“ entgegentreten. 400 Schulen in ganz Österreich, die aufgrund der sozioökonomischen Situation ihrer Schüler vor besonderen Herausforderungen stehen, sollen eine zusätzliche Förderung erhalten. Dafür stehen jährlich 65 Millionen Euro zur Verfügung. „Der Fokus sollte auf den Potenzialen und Begabungen der Kinder liegen, nicht auf dem Bildungshintergrund der Eltern“, sagte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) bei der Vorstellung des Modells am Freitag.

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    Diese Mittel werden für zusätzliches Personal, insbesondere für Lehrer, Schulpsychologen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, verwendet. Weitere Berufsgruppen können in Zukunft hinzukommen. Je nach Größe und Bedarf des Schulstandortes soll dieser ab dem kommenden Schuljahr ein bis sieben Vollzeitstellen beschäftigen können, was insgesamt 800 Vollzeitstellen entspricht.

    Unterstützt werden sollen 41 steirische und acht Kärntner Schulen

    Die Schulen werden unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrunds der Schüler ausgewählt. Die Bildungseinrichtungen wurden in sechs Kategorien eingeteilt, wobei Kategorie 1 einer besonders herausfordernden Ausgangslage und Kategorie sechs einer besonders guten Ausgangslage entsprach. Dabei werden der Bildungshintergrund und die wirtschaftliche Situation der Eltern ebenso berücksichtigt wie der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, deren Muttersprache Deutsch ist. Die entsprechenden Daten werden von der Statistik Austria erhoben; Rückschlüsse auf einzelne Personen seien laut Ministerium nicht möglich. Mit dem „Opportunity Bonus“ sollen alle Grundschulen und Mittelschulen der Kategorie 1 sowie einige Schulen der Kategorie 2 gefördert werden.

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    Die Schulen liegen überwiegend in städtischen Gebieten, „je urbaner, desto größer der Bedarf“, sagte Wiederkehr und fügte hinzu, dass es in Wien 227 Standorte gebe. Außerdem sind 41 steirische Schulen auf der Liste, darunter 24 Volksschulen und 17 Hauptschulen. In Kärnten sollen sechs Grundschulen und zwei weiterführende Schulen gefördert werden. Dabei handelt es sich jedoch um vorläufige Zahlen: Prämienberechtigte Schulen erhalten Einladungen, im Februar wird klar, welche Schulen sich tatsächlich anmelden werden. Wenn einzelne Institutionen auf die Finanzierung verzichten, werden weitere Schulen aus der Kategorie 2 nachrücken.

    Erweiterung des Pilotprojekts

    Bei der Chancenprämie handelt es sich um eine Verlängerung und Weiterentwicklung eines Pilotprojekts, das bereits unter der türkis-grünen Vorgängerregierung gestartet wurde. Die Mittel aus „100 Schulen 1000 Möglichkeiten“ konnten aber auch für die Anschaffung von Lernmaterialien und die Neugestaltung der Räume genutzt werden; Diesmal geht es um zusätzliches Personal.

    In diesem Zusammenhang wurde von Seiten der FPÖ kritisiert, dass der Bildungsminister die Verantwortung auf die Schulen abwälze, anstatt das Problem des Lehrermangels zu lösen. Das Projekt wurde von den Grünen und Industrieverbänden gelobt.

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