2025 war ein unglaubliches Jahr für Lily Tagger. In der Weltrangliste stieg die junge Osttirolerin von Platz 776 auf Platz 153, gewann als erste Österreicherin einen Juniorenwettbewerb bei den French Open, feierte drei Turniersiege auf ITF-Ebene und erreichte das Finale des WTA-Turniers in Zhejiang. Und das alles mit gerade einmal 17 Jahren. Diese Erfolge brachten der Lienzerin den Titel Österreichs Rising Star und Nachwuchssportlerin des Jahres ein, außerdem wurde sie von einer Jury aus Experten und ehemaligen Profis für die „ITF-Klasse des Jahres 2025“ ausgewählt. Die Auszeichnung wird an Spielerinnen verliehen, die ein herausragendes Jahr auf der World Tennis Tour hatten und auf der WTA Tour bald Erfolg haben werden.
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Damit Tagger, die in diesem Jahr die meistgegoogelte Frau Österreichs war, an all diese Erfolge anknüpfen kann, schwitzt die Kleine zwei Wochen lang in Dubai, wo sie sich auf die kommende Saison vorbereitet. Trainerin Francesca Schiavone, ihr „Co“ Lorenzo Frigario und Fitnesstrainer Sergio Bugada sind in den Emiraten. „In letzter Zeit war es hier sehr heiß, aber jetzt soll es auf 25 Grad abkühlen“, berichtet Shooting Star, der sich bereits mit Land und Leuten angefreundet hat. „Die Leute hier sind sehr ruhig und entspannt. Es gibt hier auch eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass Prominente nicht gestört werden dürfen. Deshalb lassen sie Janik Siner in Ruhe. Wenn hier jemand mit ihm spricht, dann sind es Touristen.“
Sinner, der mit Alex Vittur den gleichen Manager wie Tagger hat, ist nicht der einzige Tennisstar, der sich am Persischen Golf für 2026 „aufwärmt“. Praktisch die gesamte Elite des „weißen Spiels“ bereitet sich hier auf das nächste Jahr vor. Auch zum Vorteil der Tagger, die die Möglichkeit erhalten, mit den absoluten Topspielern zu trainieren. „Ich habe hier schon mit Jelena Rybkina, Paula Badosa und Donna Vecic gespielt. Sie sind alle sehr nett, aber auch etwas zurückhaltend. Vielleicht, weil wir irgendwann alle Gegner sind“, spekuliert die Österreicherin. Hat sie schon Freunde gefunden? „Noch kein richtiges, weil ich noch kaum auf der WTA Tour gespielt habe.“
Und wie sieht für Sie ein typischer Trainingstag in Dubai aus? Die Aufstehzeit ist gegen 8 Uhr. „Nach dem Frühstück gehen wir auf die Tennisanlage, wobei es je nach Trainingspartner immer unterschiedlich sein kann.“ In Dubai gibt es zahlreiche Schulungszentren. Allein Patrick Mouratoglou leitet dort zwei Akademien. Bei der Ankunft steht zunächst Fitness auf dem Programm. „Dann folgt eine zweistündige Tenniseinheit. Nach dem Mittagessen geht es weiter mit Tennis oder Fitness“, sagt Tager, der sich seit Kurzem auf den Service konzentriert. „Wir werden in den nächsten Wochen auf Hartplätzen spielen, da spielt der Service eine entscheidende Rolle.“
Apropos Essen: Für sie gibt es keine besonderen Anforderungen. „Burger und Pommes sind natürlich die Ausnahme, aber ich muss nicht so deftig essen wie Novak Djokovic“, schmunzelt das Toptalent, das sich mit Schiavone eine kleine Wohnung in Dubai teilt, während die Männer in Hotels gehen. Das Einzige, was sie oft stört: Weil ihr gesamtes Support-Team nur aus Italienern besteht, „gehen wir abends immer spät essen, weil sie es nicht anders nutzen. Da knurrt mir schon der Magen.“ Natürlich wird nur Italienisch gesprochen, „Ich denke und träume auf Italienisch“, lacht die Osttirolerin, die seit ihrem zwölften Lebensjahr in Italien trainiert (zuerst in Vicenza, dann in Mailand und seit 2024 in Varese).
Am 22. Dezember wird Tager für einen Kurzurlaub zurück in die Heimat fliegen, am 26. startet das Flugzeug von Mailand nach Neuseeland. Dort wird die Österreicherin beim WTA-Turnier in Auckland als Vorbereitung auf die Qualifikation für die Australian Open antreten. Ziel für 2026: Ein garantierter Startplatz bei den Grand-Slam-Majors von Paris. Dafür ist ein Platz unter den Top 100 der Weltrangliste notwendig. Ein realistisches Ziel, da Tagore von einem Sieg beim ITF W35-Turnier in Terrassa im Frühjahr nur noch einen Punkt zu verteidigen hat.
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