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Nikos Christodoulides: Warum es dem zyprischen Präsidenten so schnell nicht langweilig wird

    Nikos Christodoulides: Warum es dem zyprischen Präsidenten so schnell nicht langweilig wird

    Am Ende des Jahres wird die Inselrepublik Zypern für sechs Monate die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union innehaben – in einer für Europa und die Welt sehr turbulenten Zeit. Auf den zyprischen Staatschef und sein Team warten zahlreiche schwierige Aufgaben.

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    Christodoulides sieht in der Ratspräsidentschaft einen „Meilenstein“ für sein Land. Zypern hatte Ende 2012 bereits einmal die Ratspräsidentschaft inne. Damals geriet die Insel in den Strudel der griechischen Finanzkrise und musste selbst Hilfe beantragen. Diese Krise ist längst vorbei. Die Weltlage ist jetzt verwirrender. Der Ukraine-Krieg nähert sich seinem vierten Jahr. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus stellt die EU vor große Herausforderungen. Europa steht in seinen Beziehungen zu China vor einem immer schwierigeren Balanceakt, Kooperation mit strategischer Unabhängigkeit und der Wahrung eigener Interessen zu verbinden. Präsident Christodoulides hat die „strategische Autonomie“ der EU zu einer der Prioritäten für die nächsten sechs Monate erklärt. Gleichzeitig ist ihm als Präsident eines kleinen Landes zwischen dem Nahen Osten und Europa die internationale Vernetzung nicht fremd.

    Im Mittelpunkt des informellen Gipfels im April auf Zypern wird ein Thema stehen, das vor allem für die Zyprioten wichtig ist, aber auch für andere Länder im Süden der Europäischen Union immer wichtiger wird: Wasserknappheit als Folge des Klimawandels. Christodoulides will weitere Anrainerstaaten des Mittelmeers einladen und einen Spagat wagen: Auch die Türkei, die seit 1974 den nördlichen Teil Zyperns besetzt hält, soll eine Einladung erhalten. Christodoulides will die Beziehungen zu Ankara stärken. Es ist ungewiss, ob der türkische Staatschef Erdogan der Einladung folgen wird. Dies wird der erste Besuch eines türkischen Präsidenten im Süden der Insel sein. Christodoulides hofft auch, ein Fenster für eine Zypern-Lösung zu öffnen.

    Das Herz Europas schlage heute in Zypern am lautesten, sagte der Präsident. Aber kleinere EU-Staaten – und Zypern ist bevölkerungsmäßig nach Malta und Luxemburg der drittkleinste – haben es mit der präsidialen Führung nicht leicht, weil sie über keinen großen Regierungsapparat verfügen. Der Arbeitsaufwand ist ehrgeizig: Zypern muss nun sechs Monate lang den Vorsitz im Ministerrat und bei Expertentreffen in Brüssel leiten. Darüber hinaus will Christodoulides mehr als 260 Treffen im Land selbst organisieren. Dem Präsidenten wird es nicht langweilig.

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