Der Entscheidungstag endete für Austria Klagenfurt mit einer Überraschung, einer positiven: Der Fußball-Bundesligist konnte am Mittwoch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vermeiden.
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Der zuständige Richter des Landgerichts Cleganfurt hat dem finanziell angeschlagenen Verein eine Verlängerung der Zahlungsfrist gewährt. Die erste Frist lief am vergangenen Montag um Mitternacht ab, ohne dass wesentliche Forderungen offenbar erfüllt wurden. Der Tabellenelfte der 2. Bundesliga hat nun drei Wochen Zeit, die ausstehenden Schulden zumindest in Raten zu begleichen und so einem Insolvenz- oder Insolvenzverfahren zu entgehen.
Ratenzahlungen sind unglaublich
Gegen Österreich liegen mehrere Insolvenzanträge vor: darunter rund 600.000 Euro von der Österreichischen Krankenversicherung (ÖGK). Laut einem Zeitungsbericht bezeichnete der Leiter der ÖGK-Landesstelle Kärnten, Johann Lintner, die Ratenzahlung als „undenkbar“. Lintner sagt, der Verein sei bisher sehr entgegenkommend mit den Ratenzahlungen umgegangen. Die nächste Frist muss eingehalten werden. Die ÖGK-Pressestelle in St. Pölten wollte und wollte den Fall jedoch nicht im Sinne datenschutzrechtlicher Richtlinien kommentieren.
Der ÖGK-Insolvenzantrag wurde im vergangenen Oktober eingereicht und im November nach Österreich geliefert, wie der Steuerberater des Vereins, Gerhard Engel, gegenüber Online-Medien bestätigte. Was seitdem geschehen ist, will oder darf Engl nicht sagen: „Unsere Kanzlei vertritt die SK Austria Klagenfurt GmbH und ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Aus diesem Grund darf ich unseren Mandanten ohne Zustimmung der Geschäftsführung keine Auskünfte erteilen“, sagte er am Montag in einer Stellungnahme gegenüber der Klein Zeitung.
Kommt der nächste Insolvenzantrag?
Wie auch immer die jüngste Fristverlängerung durch das Landesgericht Klagenfurt ausfallen wird, die Austria Klagenfurt befürchtet schon jetzt Ärger. Drei Spieler der Kampfmannschaft haben den Verein verlassen, nachdem sie die Frist zur Zahlung ausstehender Gehälter verpasst hatten. Es dürften noch zwei weitere Kicker auf dem Sprung sein.
Insgesamt soll Österreich seinen Spielern rund 300.000 Euro schulden. In diesem Betrag sind vor allem Gehalt, Weihnachtsgeld, Punktebonus und Wohngeld enthalten, also nach August 2025. Zudem warten viele Spieler seit einigen Monaten auf ihre Gehaltsabrechnungen. „Wir haben den Verein gebeten, diese Unterlagen bis Freitag zu liefern“, sagt Gernot Baumgartner, Vorsitzender der Spielergewerkschaft VdF. Das Unternehmen und seine Anwälte erwägen derzeit, im Namen der von ihm vertretenen Spieler Insolvenz anzumelden. Dann werden die oben genannten 300.000 Euro zu den bisherigen Forderungen hinzugerechnet. Eine Entscheidung darüber soll nächste Woche fallen.
Die Zeit wird knapp
Für die Spieler ist es eine chaotische und äußerst schwierige Situation: Sie haben die Wahl, dem Verein weiterhin zu vertrauen und auf Geld zu hoffen, oder den Verein zu verlassen. Dazu benötigen sie jedoch zunächst einen neuen Arbeitgeber. Auf jeden Fall drängt die Zeit: Am 6. Februar endet die Transferperiode in der Bundesliga.
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