Über Sievert Bakken: Tommaso Giacomel tritt beim ersten Biathlon in Oberhof mit einer Trauerschleife für seinen verstorbenen Freund an – und gewinnt. Foto: IMAGO/Eibner
„Extrem traurig“ im Ziel: Biathlon-Star siegt für seinen toten Freund
Tommaso Giacomel gewann den Sprint zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Oberhof. Knapp zwei Wochen nach dem plötzlichen Tod seines Freundes Sievert Bakken hob der Italiener beim Überqueren der Ziellinie zum Gedenken an den Norweger seine rechte Hand mit dem Trauerband in den Himmel. Nach zehn Kilometern überholte Giacomel den Zweitplatzierten Philippe Naurat um 13,2 Sekunden und widmete Bakken den Sieg. Dritter wurde der Norweger Johannes Dahl-Skjevdal (+25,2 Sekunden), den Giacomel in der Schlusszone umarmte.
„Heute ist es wirklich seltsam. Es ist einer meiner besten Tage im Biathlon und gleichzeitig einer der schlechtesten, weil Sievert nicht mehr hier ist. Es macht mich extrem traurig“, sagte der Italiener gegenüber der ARD. Auf die Frage, ob dies ein Sieg für die Bakken sei, sagte er: „Ja.“ Trotz des Erfolgs könne er nicht zufrieden sein, sagte der 25-Jährige, der ebenso wie Dale-Skevdahl und sein Teamkollege Martin Uldahl (5.) bei der Siegerehrung die Tränen zurückhielt.
Nawrath: „Alles war sehr schwierig und emotional“
„Es war alles sehr schwierig und emotional“, sagte Naurat. Bei einem Treffen am Vortag war Giacomel sehr verärgert. Aber er habe es wirklich gut hinbekommen, „oder vielleicht hat er deshalb so einen Wettbewerb veranstaltet.“
Im emotionalen ersten Rennen seit Bakkens unerwartetem Tod war Philipp Horn auf dem siebten Platz der zweitbeste Deutsche. „Es ist wirklich eine große Erleichterung“, sagte er. David Zobel belegte einen guten zwölften Platz, Lucas Fratzcher belegte den 16. Platz. Damit hatte das Quartett gute Voraussetzungen für die Aufholjagd am Samstag (12 Uhr/ARD und Eurosport).
Gedenkzeremonie für Bakken vor dem Eröffnungsrennen
Vor dem Eröffnungsrennen in Oberhof gab es eine Gedenkfeier für Sievert Bakken. Unter Tränen hoben die norwegischen Biathleten die von Bakken gezogene Startnummer 1 hoch und jubelten im Gedenken an ihren ehemaligen Teamkollegen.
Bakkens Teamkollege Johan-Olav Botn, der krankheitsbedingt im Thüringer Wald verschwunden war, fand den 27-Jährigen am 23. Dezember tot in seinem Hotelzimmer in Lavaze. Die Norweger waren zum Höhentraining in Italien. Die Ergebnisse der Autopsie liegen möglicherweise erst Anfang März vor.
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Bakkens Beerdigung findet am kommenden Dienstag in Lillehammer statt, einen Tag vor Beginn der Weltmeisterschaft in Rupolding. Viele Mitglieder des norwegischen Teams werden am Montag nach Norwegen fliegen, um nach der Beerdigung am Dienstagabend nach Deutschland zurückzukehren. (dpa/hmg)
