Als große Favoritin starten Österreichs Speed-Frauen nicht in den olympischen Abfahrts- und Super-G-Wettbewerben – zumindest nach derzeitigem Stand. Mit Connie Hütter hat der ÖSV einen Saisonsieger in den eigenen Reihen, aber einen Rückstand hinter sich. An ihren sensationellen zweiten Platz in der Abfahrt von St. Moritz konnte Wonder Woman Magdalena Egger noch nicht anknüpfen, auch Mirjam Puchner fiel auf den Plätzen drei und fünf schon früh zurück. Es steht also ein aufregender Januar mit drei Speed-Wochenenden bevor, an denen in Zhouchensi noch Olympia-Tickets zu vergeben sind.
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Hütter braucht sich darüber keine Sorgen zu machen. Der rot-weiß-rote Speed-Teamleader ist nicht erst nach dem Sieg in St. Moritz gesetzt. Cheftrainer Roland Essinger schätzt den Steirer sehr. Der 33-Jährige ist in jedem Rennen für den Spitzenplatz gut – auch am Wochenende in Zhouchensi. „Ich bin hier auf jeden Fall in Frieden. Wir hatten keine Weihnachtsferien, aber wir hatten Silvesterferien und es war wirklich schön zu Hause. Es tut mir gut, wenn ich mal eine Weile weg bin. Wo ich wohne, gibt es nicht so viele Berge, daher ist der Kontrast großartig“, verriet Hutter, der hier vor zwei Jahren einen Super-G gewann. „Es war damals ein Mega-Wochenende. Alle freuen sich darauf und mit dieser Motivation und Aggression wollen wir gut starten.“
Viele Routinen im Team
Auch Zhouchensis Lokalmatador hat große Chancen, bei den Olympischen Winterspielen dabei zu sein. Vor allem ihre bisherigen Auftritte bei Großveranstaltungen machen Puchner für das ÖSV-Team nahezu unverzichtbar. Erst letztes Jahr in Saalbach-Hinterglemm bewies sie mit Silber bei der Abfahrts-Weltmeisterschaft, dass sie trotz einer schwierigen Weltcup-Saison immer bereit für das Edelmetall ist. „Ich denke noch nicht an Olympia“, sagte der 33-Jährige. „In der Abfahrt gab es Stufen, im Super-G habe ich definitiv noch Probleme, da muss ich abliefern. Was in einem Monat ist, ist in einem Monat, ich konzentriere mich darauf, hier und jetzt abzuliefern.“
Anders als für die Salzburgerin spielt für Nina Ortlieb Cortinas Hauptereignis bereits eine Rolle. „Olympia ist mein Traum, den möchte ich nicht leugnen. Das motiviert mich durch meine Rehabilitation. Wir sind ein starkes Team und deshalb brauchen wir Ergebnisse“, erklärte der gebürtige Vorarlberger, der bei der WM 2023 in Maribel Silber in der Abfahrt gewann. Nach zahlreichen Verletzungen und Operationen fühlt sich der 29-Jährige wieder voll fit. Lediglich die Kälte trübt die Stimmung in Zhouchensi etwas. „Ich habe die letzten Tage im Bett gelegen“, verrät Ortlieb, der grundsätzlich zufrieden mit seinem Comeback ist. „Dass ich in jedem Rennen unter den ersten 15 war, zeigt, dass der Plan richtig ist. Aber es gibt auf jeden Fall noch Reserven.“
Riesenslalom-Triples als attraktiver Faktor
Das erfahrene Trio Hütter, Puchner und Ortlieb wäre wohl die logische Wahl für das olympische Geschwindigkeitsrennen, auch wenn es um die Medaillenentscheidung in der Teamkombination geht. Mit seinem zweiten Platz in St. Moritz hat sich der junge Ager ebenfalls gut aufgestellt. Dahinter kämpfen Ariane Radler und Christina Egger um ihre Chance. Spannend wird in dieser Hinsicht auch der Auftritt des Riesenslalom-Trios Julia Scheib, Ricarda Haaser und Stephanie Bruner im Super-G am Sonntag sein. Wenn der Techniker überraschende Erfolge erzielt, kann das zu ganz neuen Überlegungen führen.
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