Es kommt nicht oft vor, dass Speed-Rennen beim Alpinen Ski-Weltcup vor 8 Uhr morgens abgesagt werden. Aber das war in Zauchensee der Fall – und das hatte seinen Grund. In der Nacht zum Sonntag fielen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, was eine sichere Durchführung des Rennens unmöglich machte. „Sicherheit geht vor. Wir sind in der Olympiasaison, das hat oberste Priorität“, sagte OK-Chef Michael Walchofer, der mit seinem Team die ganze Nacht über an der Strecke arbeitete.
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Auch ÖSV-Cheftrainer Roland Essinger erhielt in den frühen Morgenstunden erste Updates vom Pistenteam. „Ich habe sofort gespürt, dass es richtig schwer wird. Wenn man da oben schaut, glaubt man es gar nicht“, verriet der Kärntner im Zielbereich. „Es lag ein Meter Schnee im Netz, daher ist es nicht mehr möglich. Diese Entscheidung müssen wir leider akzeptieren.“ Connie Hüter und die ÖSV-Sportler rund um das Unternehmen zeigten Verständnis, erklärte Essinger. Nach ihrem 20. Platz in der kurzen Abfahrt am Samstag, mit dem die Steirerin beste ÖSV-Athletin war, war Rache dringend geboten. „Wir wollten zeigen, dass wir uns das nicht gefallen lassen. Jetzt müssen wir ein zweites Mal zurückschlagen“, sagte Hutter selbst.
Assinger fühlt mit Glasner
Damit ging eine harte Woche für den Cheftrainer zu Ende. Doch dieses Schicksal teilt er mit einem anderen sportlichen Landsmann. „Athleten müssen professionell genug sein, um das hinter sich zu lassen. Niederlagen hat es schon gegeben. Nach dem Abstieg habe ich tatsächlich an Oliver Glassner gedacht“, scherzte Essinger und erklärte am Samstag, dass sich die Niederlage wie „eine 0:5-Niederlage im Fußball“ angefühlt habe. Für Glassner und Crystal Palace lief es nicht so schlecht, aber die 1:2-Niederlage im FA Cup gegen den Sechstligisten Macclesfield tat trotzdem weh.
Im Speed-Team ging es nun darum, „neue Energie zu finden“. Eine schwere Verletzung von Magdalena Ager, die sich nach einem Kreuzbandriss einer Operation unterziehen musste, half kaum. „Es lockert die Stimmung ein wenig auf. Es trifft einen auf jeden Fall, wenn die Teamkollegin mit einer Verletzung ins Krankenhaus muss. Aber auch Connie Hutter, Mirjam Puchner und Julia Scheib haben es erlebt und sind zurückgekommen.“ Sportlich wollen die Österreicher wieder nach Tarvisio zurückkehren und wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Am Donnerstag findet in Italien das erste Abfahrtstraining statt. Zuvor hoffen die Flachauer Techniker auf ein Erfolgserlebnis in Abwesenheit der verletzten Katharina Linsberger. „Kathrina Troup hat sich sehr gut präsentiert und war stabil. Sie hat Chancen auf das Podium. Hinter ihr würde ich mir wünschen, dass ein oder zwei von ihnen in die Nähe der Top Ten kommen, so wie Katharina Huber oder Gelhuber.“
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