In Köln kam es gleich zu Beginn zu einem heftigen Brand im Kölner Block. Foto: IMAGO/Nico Herbertz
Nach XXL-Pause und erneutem Patzer: Bayern mit Rekord in der Hinrunde
Die beste erste Halbzeit in der Geschichte des FC Bayern ist perfekt. Beim 3:1 (1:1)-Erfolg hatte der Rekordmeister gegen Aufsteiger 1. FC Köln reichlich Mühe, war aber letztlich durch eine zehnminütige Pyrotechnik-Unterbrechung und einen Patzer von Torwart Manuel Neuer nicht mehr zu stoppen. Serge Gnabry (45.+5), Min-Jae Kim (71.) und Lennart Karl (84.) sorgten dank eines Fernschusses von Linton Maina (41. Minute) für den 15. Sieg der Münchner mit zwei Unentschieden in den ersten 17 Saisonspielen.
Drei Tage nach dem 8:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg beendete die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany die Hinrunde als souveräner Halbzeitmeister mit 47 Punkten und plus 53 Toren. In der Hinrunde der Saison 2013/2014 kam der FCB ebenfalls auf 47 Punkte und 35 Tore.
Um die Rekordmarke zu erreichen, war eine Leistungssteigerung nach der Pause nötig. Wie bereits im Pokalspiel Ende Oktober scheiterte das Duell der Supertalente zunächst. Beim FC Said kehrte El Mala dieses Mal in die Startelf zurück, Karl saß jedoch weiterhin auf der Ersatzbank der Bayern und wurde später ausgewechselt. Und wie beim 4:1-Pokalsieg der Bayern setzte sich Köln in der ersten Halbzeit durch. Der Aufsteiger bereitete dem Rekordmeister mit seinem schnellen und engagierten Umschaltspiel immer wieder Probleme.
Laut Ultra-Plakat: Kwasniok reagiert personell
Bereits in der zweiten Minute wurde der agile El Mala aus spitzem Winkel von Manuel Neuer abgewehrt. Beim 2:2 in Heidenheim rettete der 19-Jährige als Wildcard einen Punkt für den FC. Vier Tage später durfte der Flügel wieder von vorne beginnen. „Ich werde ihn nicht stoppen, damit er in der ersten Halbzeit zeigen kann, dass er ein toller Kicker ist“, sagte Kölns Trainer Lukas Kwasniok vor dem Spiel auf DAZN.
Die Kritik am zunächst gelobten FC-Trainer dürfte auch auf die bisherige Einsatzzeit von Kölns bestem Torschützen in dieser Saison zurückzuführen sein (7). In Heidenheim sorgte ein Ultras-Plakat mit der Aufschrift „Kwasni Yok“ für Aufsehen. Das Wort „Yok“ kann vom Türkischen ins Deutsche mit „Nein“ übersetzt werden. Im Anschluss kam es sogar zu einem Aufeinandertreffen der FC-Bosse mit den in Köln besonders starken Ultras.
Pyro-Show in Köln sorgt für Unruhe
Wie mächtig diese Gruppe ist, zeigte sich am Mittwoch. Zu Beginn des Spiels zündeten die Ultras in der Südkurve so viele Pyrotechniker, dass der massive Rauch zu einer fast zehnminütigen Spielunterbrechung führte. Deshalb gab es vor der Pause so viele Wiederholungen. In der Pause jubelten die FC-Anhänger stolz. Für ähnliches Verhalten einiger Fans musste der Verein in der Vergangenheit bereits Bußgelder im hohen sechsstelligen Bereich zahlen.
Kwasniok reagierte nicht nur mit der Verpflichtung von El Mala, sondern holte auch die verdienten und beliebten FC-Veteranen Florian Kainz und Luca Waldschmidt zurück in den Kader. „Es macht mir großen Spaß, diese Mannschaft zu trainieren, und ich bin unheimlich stolz, diesen Verein repräsentieren zu dürfen. Es macht mir große Freude. Ich gebe der Mannschaft den Glauben, dass wir eine Überraschung schaffen können“, sagte der Kölner Trainer gegenüber Sky.
Ein nachhaltiger Schuss bringt Köln in Führung
Da die Bayern nicht mehr so gierig agierten wie über weite Strecken der insgesamt herausragenden ersten Saisonhälfte, lag tatsächlich Überraschung in der Luft. Maina belohnte die seit Anfang November sieglosen Rheinländer für ihre bisherige mutige Leistung. Nach einem lustlosen Foul von Gnabry in der Mitte der Kölner Halbzeit stürmte Maina aus sechzehn Metern Entfernung in den gegnerischen Strafraum und schoss den Ball ziemlich aufrecht durch die Arme des fassungslosen Neuer ins Bayern-Tor.
Neuers Patzer reichte den Kölnern nicht zur Halbzeitführung. Mit einem Geniestreich machte Gnabry sein schüchternes Verhalten in einem Zweikampf nur zehn Minuten zuvor wett. Er schlug FC-Torwart Marvin Schwebe aus spitzem Winkel mit einem verrückten Schuss.
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Nach dem Wechsel wurden die Bayern erwartungsgemäß besser und vor allem dominanter. Der Druck der Gäste wurde von Minute zu Minute größer. Allerdings gab es lange Zeit keine Premium-Optionen. Das ließ Köln auf eine Überraschung hoffen – bis die starke Kim per Kopf zum 2:1 gegen die Bayern schoss. Auch Carl kam zu einem späten Einsatz, den er mit seinem vierten Saisontor krönte. (dpa)
