Nach der tödlichen Erschießung eines Bürgers durch einen ICE-Agenten in Minneapolis eskalierte der Konflikt um die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE): Ein anonymer Whistleblower des Department of Homeland Security (DHS) soll die persönlichen Daten von fast 4.500 Agenten und ICE-Projektmitarbeitern online an ICE weitergegeben haben. Die Informationen wurden dann öffentlich zugänglich gemacht.
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Eine Offenbarung nach einer tödlichen Operation
Die Daten wurden nach dem Tod der 37-jährigen Renee Nicole Goode in Minneapolis veröffentlicht. Goode wurde letzte Woche bei einer Auseinandersetzung mit einem ICE-Agenten erschossen. Die Argumentation der Agenten spricht von einem versuchten Angriff auf die Beamten; Kritiker halten den Eingriff für unverhältnismäßig. Der Vorfall löste landesweite Empörung und Debatte über die Rolle der Agentur aus.
Was ist die ICE-Liste?
Die ICE List ist ein Online-Wiki, das seit 2025 Daten und Identitäten von ICE- und Grenzschutzbeamten sammelt und veröffentlicht. Die Plattform wurde von Dominik Skinner, einem in den Niederlanden lebenden Aktivisten, ins Leben gerufen und zielt nach eigenen Angaben darauf ab, „Transparenz über die Verbindungen von Mitarbeitern in der Einwanderungskontrolle“ zu schaffen. Vor dem aktuellen Leak hatte die Seite bereits Profile von mehreren tausend Agenten gesammelt; Laut Skinner haben Whistleblower die Datenbank mehr als verdoppelt.
E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Karriere
Internationalen Medienberichten zufolge umfasst der veröffentlichte Datensatz die beruflichen Laufbahnnamen, geschäftlichen E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Funktionen und Rollen von fast 4.500 Personen im DHS-Umfeld – darunter ICE-Beamte, Grenzschutzbeamte und anderes Hilfspersonal. Dies ist die bisher größte bekannte Datenveröffentlichung dieser Art durch das Ministerium.
Offenlegung strafrechtlicher Konsequenzen
Das US-Heimatschutzministerium hat noch keine offizielle Bestätigung des Lecks veröffentlicht, betonte jedoch in internen Stellungnahmen, dass „die Veröffentlichung personenbezogener Daten von Strafverfolgungsbeamten erhebliche Sicherheitsrisiken für die Betroffenen und ihre Familien birgt“ und strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen haben könnte. Bundes- und Landesgesetzgeber warnen, dass die Ankündigung Regierungsmitarbeiter verwundbar macht und möglicherweise zu Einschüchterung oder Gewalt führen könnte.
Auch Angehörige sind gefährdet
Befürworter des Leaks sehen darin einen Akt der Transparenz und eine Reaktion auf die wachsende Unzufriedenheit über die Einwanderungspolitik und das Verhalten der ICE-Behörde. Kritiker warnen jedoch, dass die Veröffentlichung sensibler personenbezogener Daten nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige gefährdet. Einige Stimmen in den USA fordern daher gesetzliche Regelungen, um die Veröffentlichung solcher Daten zu verhindern oder zu kontrollieren.
Cyberangriffe auf ICE-Liste
Unterdessen wurde die ICE-Katalogseite Ziel eines massiven DDoS-Cyberangriffs, möglicherweise aus Übersee, der dazu führte, dass Teile des Angebots vorübergehend nicht verfügbar waren. Der Betreiber führte den Angriff auf die Medienaufmerksamkeit nach dem Leck zurück und versucht, neue Serverlösungen zu finden.
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