Er ist das einzige neue Gesicht unter den vier alten Hasen. Während andere Parteien bei der Pilsenek-Untersuchung auf Abgeordnete mit langjähriger U-Ausschuss-Erfahrung vertrauen, um ihre Fraktionen zu leiten, wurde Sophie Watscheke erst letztes Jahr ins Parlament gewählt. Ihre Partei Neos musste Yannick Shetty ersetzen, der 2024 zum Vorsitzenden des Neos Clubs befördert wurde, nachdem er in zwei Ausschüssen als Pink-Frontmann fungiert hatte. Dies zeigt, dass der U-Ausschuss ein Sprungbrett für eine politische Karriere sein kann.
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Das möchte Wotschke vielleicht auch nutzen. Die Freiheitliche Partei richtete einen Untersuchungsausschuss ein; Die drei Koalitionsparteien hatten sich bereits im Vorfeld auf ein gemeinsames Vorgehen bei etwaigen U-Ausschüssen im Regierungsprogramm geeinigt, etwa bei der Besetzung und Einberufung von Auskunftspersonen.
Auch Watske will Zadic einladen
Als Vorsitzender der kleinsten Koalitionspartei sind die Voraussetzungen tatsächlich nicht optimal, um dem Ausschuss seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Doch der 27-jährige gebürtige Wiener ist entschlossen, sich nicht zwischen der ernannten Minderheit und seinen großen Regierungspartnern zu verlieren. Aufsehen erregte sie am Wochenende mit ihrem Vorschlag, Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einzuladen. Sie sagte in einem ORF-Interview, sie wolle wissen, wie Kurz so schnell vom Tod des ehemaligen Justizministers Christian Pilnasek erfahren konnte. Für die tatsächliche Anklage wäre jedoch die Zustimmung anderer Gruppen erforderlich.
Watschek hatte bereits zuvor die frühere Justizministerin Alma Zadic (Grüne) zur Befragung hinzugezogen. Denn die Pink Party will das „Pilnesack-System“, also die Macht und politischen Verbindungen des Spitzenbeamten, überprüfen. Dies ist wichtig, um zu verstehen, warum nach Pilneceks Tod Interesse an einer Einflussnahme auf die Ermittlungen bestand. Im Ausschussraum muss sie allerdings erst ihre Rolle finden und trifft bei Fragen nicht immer den richtigen Ton. Alte Hasen lassen dies einigermaßen spüren.
Jurastudium und Anwaltsexamen
Doch ihre Partei vertraut Wotschke, der seit 2020 Vorsitzender der Neos-Jugendorganisation Junos ist und mit dem liberalen Flügel der Neos betraut ist. In ihrer ersten Legislaturperiode war sie mit sensiblen Themen wie Justiz und Asyl betraut. Watske verfügt über juristisches Fachwissen: Sie schloss 2020 ihr Jurastudium ab und legte kürzlich die Anwaltsprüfung ab. Zuletzt sorgten schlecht formulierte Äußerungen zur Atomkraft für Aufsehen in der Partei.
Und Watske hat Vertrauen in die Partei: Sie verriet dem „Standard“ kürzlich, dass sie die Neos unterstützt, seit sie wahlberechtigt ist.
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