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Spionageprozess: Ott-Umfrage: Kein Geld für Fragen erhalten

    Spionageprozess: Ott-Umfrage: Kein Geld für Fragen erhalten

    Am Freitag wurde vor einem Wiener Landesgericht der Spionageprozess gegen Ajisto Ott und einen Mitangeklagten, einen suspendierten Beamten des inzwischen aufgelösten Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), fortgesetzt. Zunächst wurde Ott zu einigen der Vorwürfe befragt. Dabei ging es unter anderem um die Spionage eines einheimischen russischen Geheimdienstoffiziers, dessen Aufenthaltsort Ott herausfinden will.

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    Ott hat bestritten, in diesem Zusammenhang im Interesse Russlands gehandelt zu haben, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. „Es wären nicht Luxemburg und Andorra gewesen. Und es wäre nicht der Vatikan gewesen“, sagte Ott am ersten Verhandlungstag, als ein „Vertreter des Westlichen Partnerdienstes“ an das BVT herantrat. Laut Otts Aussage kooperierten sie mit dem Partnerdienst, um „dessen Wissen und Informationen zu absorbieren“, im eigenen Interesse und im Interesse westlicher Geheimdienste.

    Ott: Ehemaliger FSB-Offizier will „rekrutieren“.

    Sie wollten einen ehemaligen FSB-Offizier „rekrutieren“, erklärte Ott. Auf die Frage, warum er nicht seine geschäftliche E-Mail-Adresse, sondern eine private E-Mail-Adresse verwendet habe, verwies Ott auf den „Kalten Krieg“, in dem wir uns befanden, „obwohl uns die 60er und 70er Jahre nicht gefielen“. Außerdem besitze er kein Arbeits-Smartphone, sondern „nur ein altes Smartphone, auf dem man mit einem daumengroßen Bildschirm einfach telefonieren und SMS schreiben könne“. Man könnte darauf nichts lesen. Es war nicht unsicher: „Bei Gmail ist es auf jeden Fall sicher. Die Leute, die Gmail lesen, sind die NSA (National Security Agency, Anm.). Und ich muss nichts vor ihnen geheim halten.“ Da es sich um eine Geheimmission handelte, gibt es hierzu keine Dokumente. Seine Vorgesetzten wussten alles und wurden ständig informiert.

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    Egisto Ott bestritt kategorisch, dass er für seine Datenabfragen von Martin Weiss bezahlt wurde – dem ehemaligen BVT-Abteilungsleiter, der jetzt mit Jan Marselek und dem russischen Geheimdienst in Verbindung steht. „Er hat mich immer unterstützt. Er hat mir einmal 6.000 Euro geliehen“, protestierte Ott gegen das Verfahren. Es habe „keine Zahlung gegeben. Es war ein Privatkredit, den er mir gegeben hat.“ Auch die Behauptung der Medien, Weiss sei als Berater für Wirecard tätig gewesen, sei „Unsinn“.

    Übrigens war die Sicherheit bei BVT nicht die beste. „Einmal kam es zu einem Zwischenfall. Nachts ist jemand über den Eingang oder den Zaun geklettert“, sagte Ott. Der diensthabende Vertragsmitarbeiter rief „in seiner Verzweiflung den Notruf“ an, wählte aber die falsche Nummer, nämlich die von ARBÖ. Die Frau rief mehrmals die 123 an: „ARBÖ ging auf diese Nummer und sagte jedes Mal, dass es nicht helfen könne.“

    Wegen russischer Spionage angeklagt

    Ott steht wegen Spionage zugunsten Russlands, Amtsmissbrauch, Bestechung und Verletzung des Amtsgeheimnisses vor Gericht. Ihm wird unter anderem die Abfrage und Weitergabe personenbezogener Daten an den mit internationalem Haftbefehl gesuchten ehemaligen Wirecard-Topmanager Jan Marsalek ohne behördlichen Haftbefehl vorgeworfen. Auch das Diensthandy des ehemaligen Kabinettschefs des Innenministeriums und ein SINA-Laptop mit brisanten Geheimdienstinformationen aus einem EU-Staat sollen über Ott über Marsalek zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB gelangt sein.

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