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„Es ist nicht die Welt, die uns trennt“: St. Pauli und HSV vor Eisderby

    „Es ist nicht die Welt, die uns trennt“: St. Pauli und HSV vor Eisderby

    Im ersten Spiel hatten Eric Smith (links) und St. Pauli gegen Ransford Königsdörffers HSV die Oberhand. Foto: WITTERS

    „Es ist nicht die Welt, die uns trennt“: St. Pauli und HSV vor Eisderby

    Wenn Sie an einem Freitagabend zum Millerntor fahren und lange Hosen haben, ist es eine gute Idee, diese zu tragen. Es wird knusprig. Die gefühlte Temperatur beim Eröffnungsspiel wird auf minus elf Grad geschätzt, eine Aussicht, die den fiebrigen Erwartungen der Mannschaften und ihrer Fans nicht gerecht wird. Denn dieses Aufeinandertreffen zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV (20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) ist etwas Besonderes. Dass sich der Gewinner wie der König der Stadt fühlen kann, ist nichts Neues. Aber der Derby-Verlierer könnte höllisch tief untergehen, tiefer als sonst.

    Die Zeiten haben sich geändert. Während man in früheren Jahrzehnten leichtsinnig provozierte und nicht jedes Wort abwägte, ist man heute äußerst vorsichtig. Diese Lektion haben auch St. Pauli-Trainer Alexander Blessin und HSV-Kollege Merlin Polcin gelernt und sich in den Tagen vor dem Spiel genau überlegt, wie sie sich äußern würden. Und doch: Hin und wieder gab es einen Vorgeschmack darauf, wie viel ihnen dieser Erfolg bedeuten würde.

    Trainer bereiten ihre Mannschaften auf das Hamburg-Derby vor

    St. Pauli oder HSV – wer gewinnt das Derby? „Ich bin davon überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen werden, wenn wir so eine Leistung zeigen wie gegen Dortmund“, sagte Blessin und erinnerte an das jüngste, äußerst unglückliche 2:3 beim BVB. Polzin hingegen hatte Bilder vom Dezember im Kopf, als seine Profis Werder im Volkspark mit 3:2 besiegten: „Wer diesen Derbysieg erlebt hat, ist bereit für den zweiten am Freitag.“ Doch in einem sind sich beide einig: Es braucht einen kühlen Kopf und ein warmes Herz.

    St. Pauli-Trainer Alexander Blessin (links) und HSV-Trainer Merlin Polzin

    Dann lass uns gehen. In Hamburg an die Spitze gehen, das ist vor allem ein Duell im Keller! Und damit ein Spiel ums Dasein in der Bundesliga. St. Pauli geht erstmals seit fast 23 Jahren als Tabellenletzter in ein Städteduell. Der HSV liegt auf dem 14. Tabellenplatz. Fünf Punkte Vorsprung, hatte bisher eine sehr gute Saison, muss aber sehr vorsichtig sein. Jede Negativserie kann schnell zumindest zum Abstieg auf den Abstiegsplatz führen. Und nächste Woche kommen die Bayern in den Volkspark.

    Abstieg? Derzeit ist St. Pauli stärker bedroht als der HSV

    Im Moment ist St. Pauli jedoch viel stärker bedroht. Damit hätte nach dem 2:0-Sieg der Kiezkicker im Hinspiel des Derbys niemand gerechnet. Dann trumpften die Braun-Weißen auf, allerdings gegen den HSV, der sich noch lange nicht an die neue Meisterschaft gewöhnt hatte und kurz darauf auch viele Personalzukäufe vornahm. „Seitdem hat sich beim HSV viel verändert“, sagt Blessin, stellt aber fast trotzig klar: „Jetzt trennt uns keine Welt mehr.“

    Auch Präsident Oke Gottlich möchte sich nicht darauf einlassen, die Bedeutung des Spiels zu überbewerten und erinnert an ein Zweitliga-Derby aus der Saison 2019/20: „Wir standen am Tabellenende und drohten mit dem Abstieg in die 3. Liga. Der Verein stand auf der Kippe. Der Abstieg aus der 2. Liga hat wirtschaftlich ganz andere Auswirkungen. Jetzt ist es ein Bundesliga-Derby.“

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    Die kommenden Monate werden zeigen, ob das so bleibt. Die Ausgangslage vor dem Stadtduell ist eigentlich ganz einfach: Der Sieger kommt zumindest für den Moment in den Fußballhimmel, der Verlierer wird von dieser Pleite einen gewaltigen moralischen Bissen abbekommen müssen, und für ihn könnte es bald nicht nur kalt, sondern auch richtig düster werden. Selbst lange Unterwäsche würde nicht helfen.

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