Dank einer starken Leistung von Devon Daniels gewannen die Towers den Eurocup gegen Wrocław. Foto: WITTERS
Vierter Sieg in Folge! Towers schlagen Wrocław in einem atemberaubenden Europapokalfinale
Die Türme sind kaum wiederzuerkennen. Nach Siegen über Skyliners Frankfurt (82:78), Umana Reyer Venedig (95:87) und ratiopharm Ulm (84:82) wollten die Veolia Towers Hamburg das EuroCup-Spiel gegen Slask Wroclaw nutzen, um ihre Siegesserie weiter auszubauen und nach den schwierigen vergangenen Monaten ein neues Gesicht zu zeigen. Und das ist ihnen gelungen: Vor 1.348 Zuschauern feierten die Towers nach einer dramatischen Schlussphase in der Inselpark-Arena mit 99:96 ihren vierten Sieg in Folge!
Das Spiel stand im Rahmen des „One Team Program“, dem Inklusionsprogramm der Euroleague Basketball und ihrer Vereine. Darüber hinaus erhielten die Türme Beifall von rund 500 Mitgliedern des Hamburg Towers eV. „Für mich als Profi ist es sehr wichtig, etwas zurückzugeben. Für uns ist es meist nur eine kleine Geste, aber für die Kinder kann es etwas ganz Großes bedeuten. Und deshalb unterstütze ich als Botschafter die Aktivitäten des EuroCup-Teams gerne aus voller Überzeugung“, sagte Towers-Kapitän Benedikt Turudic.
Im Eurocup hatten beide Teams vor der Begegnung keine Chance auf ein Weiterkommen. Die beiden Schlusslichter trafen aufeinander. Doch Towers-Trainer Benka Barloszki hatte bereits mehrfach erklärt, dass es nicht in seiner DNA liege, einen Gang runterzuschalten, nur weil es offensichtlich nichts mehr zu tun gäbe. „In diesen Momenten muss man über seine Schmerzgrenze hinausgehen“, sagte der Trainer vor dem Spiel. Er erwartet, dass das Spiel „körperlich anspruchsvoll“ wird.
Die Offensive der Towers hat einen starken Start hingelegt
Barloszki hatte recht, denn das Spiel begann intensiv. Vor allem die Towers begingen in den ersten Minuten viele Fouls – nach knapp fünf Minuten waren die fünf Teamfouls bereits kassiert. Das erste Viertel ist überwiegend von Offensive geprägt. Es wurde schnell klar, warum Wrocław bei fünf der letzten sieben Niederlagen im Europapokal über 100 Punkte gegen sie kassiert hatte. Die Towers nutzten eine gewisse Unachtsamkeit der Gäste aus und beendeten die ersten zehn Minuten mit einem Vorsprung von 31:22.
Auch in den zweiten zehn Minuten kassierte Wilhelmsburg mehr Gegentreffer. Besonders der Spitzentorschütze von Breslau, Kadre Gray, beeindruckte mit 15 Punkten in der ersten Halbzeit. Bei den Towers erreichten zwei Spieler, LG Thorpe (14) und Devon Daniels (11), in der ersten Halbzeit zweistellige Werte – zur Pause stand es 55:50.
Die Türme machen es noch spannender
Trotz des Offensivspiels wurde Ross Williams, der zuletzt unglaublich war, in der ersten Halbzeit vom Spiel ausgeschlossen. Erst im dritten Viertel begann er zu punkten – natürlich mit einem Dreier. Auch in der zweiten Halbzeit führten Defensivfehler weiterhin zu Punkten. Die Towers führten in den letzten zehn Minuten mit sieben Punkten Vorsprung – 76:69.
Im letzten Viertel versuchten die Towers, etwas Ruhe ins Spiel zu bringen, suchten nicht mehr nur den direkten Weg nach vorne und nutzten die Gäste aus – allerdings ohne Erfolg. Obwohl die Coolies selbst weniger zuschlugen, rückten die Gegner aus Breslau immer näher. Rund vier Minuten vor Schluss stand es nur noch 85:84 – ohne Spannung kamen die Towers nicht aus.
Torschütze Daniels entscheidet über den herzzerreißenden Abschluss
Williams’ nächster Dreier und Daniels’ Punkte 22 und 23 verschafften den Gastgebern wieder eine etwas komfortablere Führung – mit einem Stand von 92:88 in den letzten beiden Minuten. Dann traf Ross Williams erneut den Triple und erzielte den wichtigen Treffer zum 95:90. Ausgerechnet der bis zu diesem Zeitpunkt so starke Devon Daniels machte die Sache noch spannender, indem er unnötig den Ball verlor. Auf der Anzeigetafel stand eine Minute vor Schluss: 95:94.
40 Sekunden vor Schluss gingen die Gäste erstmals in der Geschichte in Führung. Aber als es darauf ankam, war die Tower Defense da. Mit lauten Rufen „Verteidigung! Verteidigung!“ Den Towers gelang es schließlich, mit 99:96 in Führung zu gehen. Den letzten Schliff gab der Torschütze selbst: Devon Daniels erzielte seine letzten beiden Freiwürfe und erzielte insgesamt 26 Punkte.
Barloski lobt Daniels: „Er ist kognitiv extrem gut“
„Er ist wirklich einer der Spieler in meiner Karriere, der sich am meisten mit Basketball beschäftigt, der unglaublich viel beobachtet, der unglaublich viele Gegner analysiert. Er ist also auf diesem kognitiven Niveau einfach extrem gut“, lobte Barloszki Daniels nach dem Spiel.
„Wir wollen immer besser werden und jedes Spiel ernst nehmen. Ich gehe einfach raus und ich möchte ich selbst sein und einfach Spaß haben, Basketball spielen. Basketball ist ein Glücksfall, man muss es akzeptieren und weitermachen. Und das ist es, was ich versuche, ich konzentriere mich darauf, der Mannschaft zu helfen“, sagte Daniels nach seiner starken Leistung.
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Mit vier Siegen im Rücken setzen die Towers ihre Mission fort, in der Liga zu bleiben. Mit zwei, drei Spielen Rückstand auf die Konkurrenz und dem 16. Tabellenplatz hat Barloskis Mannschaft ungewöhnlich gute Aussichten. Die Towers machen am Samstag weiter, wenn sie in ihrer Heimatinsel Park Arena gegen die Niners Chemnitz spielen.
