...
Skip to content

Bildungsministerin im ZiB 2: „Latein ist mir immer noch wichtig, nämlich als humanistische Grundbildung“

    Bildungsministerin im ZiB 2: „Latein ist mir immer noch wichtig, nämlich als humanistische Grundbildung“

    Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) kündigte im Herbst eine vollständige Umstrukturierung des Bildungssystems einschließlich der Lehrpläne an. Seinen „Plan Z“ will er erst im März vorstellen. Allerdings gibt es inzwischen Anzeichen dafür, wohin die Reise geht: Der künstlichen Intelligenz (KI) wird künftig mehr Raum eingeräumt, und im Gegenzug wird Latein an Gymnasien gekürzt. Direkte Kritik kam von Gewerkschaften, Industrievertretern und Handelskammern gefiel die Idee.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Ab 2027/28 wird es mit der AHS einen zusätzlichen Unterricht in der Oberstufe geben, in dem die Schüler lernen, KI besser zu verstehen und sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen. Dafür soll die Informatik mit mehr Stunden zum Fach „Informatik und Künstliche Intelligenz“ werden und zusätzlich das Fach „Medien und Demokratie“ hinzukommen.

    Im Gegenzug soll der Lateinunterricht an Gymnasien reduziert werden. Vier Jahre Highschool sollten statt zwölf Stunden nur noch acht Stunden umfassen. In den meisten Fällen bedeutet dies, dass jede Schulstufe nur zwei statt drei Stunden Latein pro Woche im Stundenplan hat. Auch in weiterführenden Schulen, wo die Schüler zwischen Latein und einer anderen lebenden Fremdsprache wählen können, wird der Unterricht gekürzt, wenn auch in geringerem Umfang. Über die durch die Reform freigewordene eine Stunde sollen die Schulen autonom entscheiden können.

    Zurück zu: „Der Mut zum Niedergang“

    In ZiB 2 betonte der Kultusminister, dass ihm Latein weiterhin wichtig sei, also „als humanistische Grundbildung“. In den letzten Jahrzehnten seien jedoch „auch andere Themen wichtig geworden“. Deshalb sollten auch wir den Mut haben, einige Unterrichtsfächer in den Schulen zu reduzieren. Man kann einem Lehrplan nicht immer einfach Fächer hinzufügen; Die Gewichtung müsse angepasst werden, sagt Wiederkehr. Wichtige Fächer wie Informatik oder Künstliche Intelligenz sollten nicht als interdisziplinäre, abteilungsübergreifende Fächer behandelt werden; Dadurch wird auch ein großer Druck auf Lehrkräfte ausgeübt, die dafür nicht speziell ausgebildet sind.

    SEE ALSO  Wien: Lokale Steuererhöhungen wurden auf 2026 und Reduzierung des Umfangs umgezogen

    Die Lehrkräfte des bestehenden Faches „Digitale Grundbildung“ sollen die Aufgabe übernehmen, KI-Unterricht zu erteilen. „Natürlich werden wir uns stärker auf Bildung und Ausbildung konzentrieren, weil sich diese Themen ständig verändern“, sagte die Bildungsministerin. Dabei gehe es jedoch nicht um den aktuellen Stand, sondern um die „Grundlagen und technischen Hintergründe“. „Früher haben wir alle 20 Jahre kleine Änderungen am Zeitplan vorgenommen, aber die heutige Welt lässt das nicht mehr zu“, betont Wiederkehr. Heute ist eine umfassende Reform erforderlich; Die nun geplante Reform sei „ein Schritt, aber noch nicht die größte Reform“.

    Englisch wird auf jeden Fall in vollen Stunden gehalten, verspricht, wiederzukommen. Dies ist in einer „globalisierten Welt“ unerlässlich. Nur eine weitere Fremdsprache, sofern es sich nicht um Latein handelt, wird um zwei Stunden gekürzt. Allerdings darf jede Schule ihre eigenen Prioritäten setzen.

    Für bestimmte Studiengänge, etwa Jura oder Medizin, sind in der weiterführenden Schule derzeit zehn Stunden Latein pro Woche erforderlich. Müssen die Studierenden künftig zusätzliche Prüfungen absolvieren, wenn die Stundenzahl auf acht reduziert wird? Wiederkehr räumt ein, dass dies nach der aktuellen Rechtslage der Fall sei, es aber nicht „gottgegeben“ sei. Er sei „in guten Gesprächen“ mit Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleiter. Geplant ist, den Bedarf auf acht Stunden zu reduzieren, damit jeder, der im Gymnasium Latein lernt, auch die Pflichtfächer lernen kann.

    Lehrer: „Angriff auf High School“

    AHS-Lehrervertreter reagierten im Ö1-„Mittagsjournal“ verärgert. AHS-Gewerkschafter Herbert Weiss (FCG) sprach von „einem Angriff auf das Gymnasium“ und hielt Sprachkürzungen in Zeiten der Globalisierung für falsch. Darüber hinaus werden derzeit Überarbeitungen des Lehrplans durchgeführt, und kurz vor der Abschlussprüfung liegt nun ein „unausgegorener Vorschlag“ vor. Der Industrieverband hingegen sah in einer Pressemitteilung „einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fächerreihe“, während der IT-Fachverband bei der Wirtschaftskammer von „einem wichtigen Schritt für die IT-Ausbildung an österreichischen Schulen“ sprach.

    SEE ALSO  Drohne über Polen: Tusk ernennt die staatliche Krisensitzung

    Weiß kritisierte auch, dass man ein neues Thema, Medien und Demokratie, einführen wolle, ohne vorher das entsprechende Personal zu schulen. Wiederkehr erklärte zu diesem Thema bereits Ende 2025 im „Standard“, dass Lehrkräfte künftig dafür ausgebildet werden müssten. Der Fokus liegt jedoch auf dem Inhalt. „Ich möchte den Unterricht nicht weiter in Einzelstunden aufteilen, sondern Themenbündel bilden“, sagte er damals. Als Beispiel nennt er die Naturwissenschaften, die auch eine gesonderte Ausbildung des Lehrers erfordern, sagte er kürzlich in den „Oberostereichschen Nachrichten“.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Source link