...
Skip to content

Justizminister Sporer zum Tod eines Häftlings: „Gefängnisse sind verantwortlich“

    Justizminister Sporer zum Tod eines Häftlings: „Gefängnisse sind verantwortlich“

    Nach dem Tod eines Insassen in der Justizvollzugsanstalt Hirtenberg (JA) kündigte Justizministerin Anna Spörer (SPÖ) an, den Justizvollzug auf systemische Mängel im Umgang mit geistig behinderten Gefangenen zu untersuchen. Der Fokus liegt sowohl auf dem traditionellen Gefängnissystem als auch auf forensischen Behandlungszentren.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Ein fünfköpfiges Expertengremium unter der Leitung von Wolfgang Gratz wird voraussichtlich bis Ende Juni einen Abschlussbericht mit Empfehlungen vorlegen. Analysiert werden Ausbildungs-, Ausbildungs- und Führungsstrukturen sowie interne Abläufe und Regelungen innerhalb des Gefängniswärters. Sporrer will außerdem eine unabhängige Meldestelle für Fehlverhaltensvorwürfe schaffen, die Honorare für medizinische Fachkräfte erhöhen und Körperkameras in österreichischen Gefängnissen einführen.

    Sporrer räumt „Kommunikationsfehler“ ein.

    „Der Tod eines in staatlicher Obhut freiheitsentzogenen Menschen ist einer der schlimmsten vorstellbaren Fälle“, betonte Justizminister Sporrer am Dienstagabend.Zeit in Bild 2Sie entschuldigt sich dafür, dass es „bei der Kommunikation mit der Familie zu Kommunikationsfehlern gekommen sei“ – erst war von einem Herzversagen des toten Häftlings die Rede, dann sei die Familie offenbar nicht ausreichend über die Ergebnisse der Obduktion informiert worden. Bislang habe es keinen persönlichen Kontakt zwischen Sporer und den Hinterbliebenen gegeben.

    „Niemand ist für das Management verantwortlich“

    Die bereits bekannten Empfehlungen des Ombudsmanns – beispielsweise dass Betonbetten in Haftzellen eine Gefahr darstellen – seien teilweise bereits umgesetzt worden, sagte Sporer. Der Justizminister sagt: „Dieser Gefangene sollte nicht in diese Zelle gesteckt werden. Es liegt in der Verantwortung des Gefängnisses.“ Sporrer wollte nicht sagen, in welchem ​​Zustand sich der suspendierte Gefängniswärter befand, sagte aber, es handele sich um „jemanden, der das Kommando hat“.

    SEE ALSO  Die Renovierung von Haushaltsbudgets ist so: Mini -Wachstum hält die Regierung für ein Defizit

    Der interne Bericht der Generaldirektion Prince zu dem Fall solle von der nun gebildeten Kommission „extern erneut geprüft“ werden, damit nicht der Anschein erwecke, dass die Verwaltung selbst etwas übersehe oder sich bei der Bearbeitung womöglich einen zu guten Bericht gebe, erklärt Sporer.

    Mehr Leute, weniger Personal

    Sporrer nennt „Sofortmaßnahmen“, um den Mangel an psychiatrischem Personal in den Gefängnissen zu verringern: „Wir werden die Honorarsätze erhöhen, weil wir hier mit dem freien Arbeitsmarkt konkurrieren.“ Darüber hinaus werden in allgemeinen Gefängnissen Akutstationen eingerichtet.

    Dass die österreichischen Gefängnisse überfüllt und unterbesetzt seien, liege auch daran, dass „in Österreich zwei Millionen Menschen mehr leben als vor 25 Jahren“. Sporrer kritisiert hier seinen Vorgänger und drängt auf den Bau und Ausbau weiterer Gefängnisse: „Das wird leider notwendig sein, weil wir sonst nicht besser mit dieser Situation umgehen können“, erklärt der Justizminister im „ZiB 2“-Interview.

    „Ablenkung ist nicht gleichbedeutend mit Freispruch“

    Sporer steht dem Vorschlag, Gefangene früher freizulassen, um Kapazitäten aufzubauen, skeptisch gegenüber. „Dabei handelt es sich meist um Wiederholungstäter“, argumentiert sie, „wenn in solchen Fällen auch nur für kurze Zeit eine unbedingte Freiheitsstrafe verhängt wird, ist es problematisch, sie ohne Bewährungshilfe und ohne angemessene Rehabilitation automatisch auf die Straße zu schicken.“

    Für die Weihnachtsamnestie seien „nur wenige Kandidaten gefunden worden“, die Kriterien wie Anstellung oder Wohnraum nach der Entlassung erfüllten. Angesprochen auf die Kritik, dass Diversion im Fall des ÖVP-Klubobmanns August Wogginger immer ausgeprägter werde, antwortete der Justizminister: „Diversion ist auch eine Form der Bestrafung. Es ist nicht so, dass sie einem Freispruch gleichkommt.“

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Source link

    SEE ALSO  St. Pauli-Trainer Blessin schwankt bei Irvine und spricht über Systemwechsel