US-Präsident Donald Trump hat die Schweiz als Beispiel für die Beweggründe seiner Zollpolitik herangezogen. Der Wohlstand von Ländern wie der Schweiz hänge davon ab, dass die USA „es ihnen erlauben, uns auszuschließen“, sagte er dem US-Sender Fox Business. Wenn man an die Schweiz denke, denke man an ein „absolut perfektes“ Land, sagte Trump in einem Interview, das am Dienstagabend (Ortszeit) ausgestrahlt wurde. Allerdings sei das der einzige Weg, weil die USA ihm erlaubten, viel Geld zu verdienen, sagte der US-Präsident.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Er könnte 40 weitere Länder nennen, in denen dies der Fall sei. Im Gespräch erwähnte Trump erneut das Handelsdefizit mit der Schweiz in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar. Trump ließ auch ein Telefongespräch mit der damaligen Bundespräsidentin Karyn Keller-Sutter im vergangenen Sommer Revue passieren. Der US-Präsident sagte, er glaube, es sei der „Premierminister“, mit dem er gesprochen habe.
In seiner Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos GR im Januar erwähnte er, wie eintönig Keller-Sutter sei. Sie betonte mehrfach, dass die Schweiz ein kleines Land sei. „Ich konnte sie nicht vom Telefon abbringen“, sagte Trump. Statt einer Senkung erhöhte er die US-Importzölle auf 39 Prozent.
Das Finanzministerium verlässt sich auf die Klassifizierung der Bevölkerung
Im Herbst entspannten erneute Verhandlungen die Lage. Unter anderem führte ein umstrittener Besuch von Schweizer Wirtschaftsvertretern, die Trump teure Geschenke überbrachten, zu einer Senkung der Zölle um 15 Prozent.
Am WEF sagte der US-Präsident, er habe die Zölle gesenkt, weil er den Menschen in der Schweiz nicht schaden wolle. Wie bereits in seinem Interview mit einem US-Sender betonte er gegenüber dem WEF, dass die Schweiz ohne die USA „absolut nichts“ verdienen würde. Auf eine Frage der damaligen Nachrichtenagentur Keystone-SDA antwortete das Eidgenössische Finanzdepartement unter der Leitung von Keller-Sutter, es gehe davon aus, dass die Schweizer Bevölkerung Trumps Rede richtig einordnen würde.
Die Investition ist Teil der Tarifvereinbarung
Für den US-Präsidenten geht seine Zollpolitik offenbar auf. Seitdem hätten viele Unternehmen, die die Zölle nicht zahlen wollten, ihre Produktion in die USA verlagert, sagte er gegenüber Fox Business.
Die Schweizer Pharmakonzerne Roche und Novartis etwa wollen Milliarden in neue Werke in den USA investieren. Die Investitionen sind Teil einer im November mit der Trump-Administration geschlossenen Zollvereinbarung, die auch Investitionen von Schweizer Unternehmen in den USA in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar umfasst. Im Gegenzug sollen die US-Strafzölle auf eine Reihe von Waren von 39 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden.
Hinterlassen Sie eine Anzeige