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Stadionproblem: HSV-Fans erheben schwere Vorwürfe gegen Wolfsburg-Verantwortliche

    Stadionproblem: HSV-Fans erheben schwere Vorwürfe gegen Wolfsburg-Verantwortliche

    Rund 10.000 HSV-Fans begleiteten den HSV nach Wolfsburg. Nicht alle kehrten glücklich nach Hause zurück. Foto: image/osnapix

    Stadionproblem: HSV-Fans erheben schwere Vorwürfe gegen Wolfsburg-Verantwortliche

    Dieses Spiel findet Resonanz – in jeder Hinsicht. Am Sonntagmorgen, keine 17 Stunden nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV, zog der VfL Wolfsburg den Stecker und verkündete den Abschied von Trainer Daniel Bauer und Geschäftsführer Peter Christiansen. Dieter Hecking hat nun die Aufgabe, die Niedersachsen vor dem ersten Abstieg der Bundesliga-Geschichte zu retten. Doch nicht nur die „Wölfe“ sind nach dem Spiel im Norden enttäuscht. Trotz des Sieges mischte sich bei vielen HSV-Fans auch Wut in den Jubel. Denn sie wurden vom Wolfsburger Sicherheitsdienst unverhältnismäßig hart behandelt und angeblich aus dem Stadion geworfen.

    Diesen Sonntag in Wolfsburg wird man so schnell nicht vergessen, denn er könnte als Wendepunkt in die Geschichte des VfL eingehen. Nach der Pleite gingen die Unterstützer mit beispielloser Härte gegen ihre Profis vor und machten mit Transparenten darauf aufmerksam, dass nun jegliche Unterstützung verloren sei. Einige Fans verbrannten nach dem Schlusspfiff ihre Schals und Fahnen. VfL-Kapitän Maxi Arnold verließ das Spielfeld so beleidigt, dass ihm die Augen tränten. Und Bauer, der noch im Amt war, beklagte: „Das geht nur mit 100-prozentiger Solidarität. Ehrlich gesagt war das irgendwann einmal nicht so. Und nicht erst nach dem Abpfiff.“

    HSV-Fans kritisieren nach dem Spiel gegen Wolfsburg

    Auch vielen HSV-Fans werden dieser Tag und die Ereignisse rund um die 90 Minuten als unangenehm in Erinnerung bleiben. MOPO sprach mit mehreren Augenzeugen. Die klare Meinung: So etwas wie in Wolfsburg haben sie schon lange nicht mehr erlebt.


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    Der erste große Knackpunkt für viele Fans war der Eingang vor dem Auswärtsbereich. Es sollen nicht alle Login-Möglichkeiten genutzt worden sein, Sicherheitsbeamte sollen den aus Sicht der HSV-App bewusst langsamen Zugang aber mit allerlei Kommentaren garniert haben. Motto: Wenn das Murren der Fans nicht aufhört, könnte sich der Einlass noch weiter verzögern.

    Der Auftritt der Sportkommissare aus Wolfsburg sorgte für Verwunderung

    Das Vorgehen von Ordnern und Fans sorgte auch in anderen Teilen des Stadions für Bestürzung. Dem MOPO liegen Berichte von Augenzeugen vor, wonach Wolfsburg-Fans ihre Fans gebeten haben, ihre Ausweise zu überprüfen, bevor sie das Heimstadion des VfL betreten. Ansonsten ist der Zutritt zur Tribüne nicht gestattet.

    Ein höchst umstrittener Vorgang mit klarem Hintergrund. Offensichtlich wollten die Wolfsburger um jeden Preis verhindern, dass sich die HSV-Fans – wie zuvor befürchtet – außerhalb der Gästetribüne aufhalten konnten. Dies konnte jedoch nicht verhindert werden, da der Verein aufgrund eines fragwürdigen Vorverkaufskonzepts selbst die Tür für HSV-Fans geöffnet hatte. Für die Spiele des VfL gegen Augsburg (zwei Wochen vor dem HSV-Spiel) und gegen Hamburg konnten die Fans Kombitickets erwerben. Tausende HSV-Fans nutzten die Gelegenheit und kauften diese Kombitickets – natürlich auf Plätzen außerhalb des Auswärtsblocks.

    Rund 10.000 HSV-Fans waren live in Wolfsburg dabei

    Das Ergebnis bekam der VfL dann am Samstag zu spüren. Unter den 28.917 Zuschauern in der Volkswagen Arena befanden sich rund 10.000 HSV-Fans – und das in fast allen Teilen des Stadions, mit Ausnahme der Nordkurve, wo sich der harte Kern der VfL-Fans aufhält. Die Anwesenheit zahlreicher Auswärtsfans sorgte während des Spiels für neue seltsame Szenen.

    Fans wurden von den Ordnern wiederholt aufgefordert, ihre Plätze zu verlassen, und anschließend aus dem Stadion eskortiert. Die seltsame Begründung der Belegschaft: Die Fans seien mit Wolfsburgs erstem Tor nicht besonders zufrieden gewesen. Augenzeugen meldeten dies auch MOPO, auch in sozialen Netzwerken wurden entsprechende Videos gepostet. Einzelne Wolfsburg-Fans prahlen dort auch damit, dass HSV-Fans angeblich geschlagen wurden.

    Auch Fans anderer Vereine äußerten bereits Kritik

    Ist das alles nur ein Ausnahmefall, weil der VfL die Situation während des Spiels nicht kontrollieren konnte? Es ist nicht verpflichtend. Anhänger anderer Vereine haben in den letzten Jahren von ähnlichen Problemen berichtet, die vor allem dann auftraten, wenn das Stadion ausverkauft war. In den vergangenen Jahren hatten sich Fans des FC Bayern über fragwürdige Aktionen von Sicherheitskräften außerhalb der Auswärtsbereiche beschwert.

    MOPO versuchte am Sonntagmorgen, vom VfL eine Stellungnahme zu den Vorfällen zu erhalten, hatte jedoch keinen Erfolg. Das wiederum mag daran liegen, dass die Wolfsburger nach dem Doppel-Ausschluss am Sonntagmorgen derzeit über andere Themen diskutieren.

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    Ob HSV-Fans auch in der kommenden Saison wieder nach Wolfsburg reisen, ist noch unklar. Während die Hamburger ihren Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf beachtliche neun Punkte ausbauten, lieferte sich der VfL ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der ehemalige HSV-Boss Hecking muss nun für Ordnung sorgen und dafür sorgen, dass die Wölfe ab Sommer in ihre 30. Bundesliga-Saison in Folge starten können.

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