Ein Punkt und trotzdem Enttäuschung: Kölns Trainer Lukas Kwasnock hatte nach dem 1:1 gegen den HSV mit der Leistung des Schiedsrichters zu kämpfen. Foto: IMAGO/Eibner
„Das geht mir auf die Nerven!“ Kwasniok tobt – hätte es Rot für den HSV sein sollen?
Am Ende konnten sowohl HSV-Trainer Merlin Polcin als auch sein Kölner Amtskollege Lukas Kwasniok nach dem 1:1 im Volkspark mit dem Unentschieden leben. Doch eine Szene sorgte auch nach dem Schlusspfiff für großes Aufsehen: Köln beklagte sich darüber, dass der Hamburger William Mickelbrenzis in der ersten Halbzeit Rot hätte sehen müssen.
Es war die Szene in der 28. Minute, die Kvasnik noch lange nach dem Schlusspfiff für Aufruhr sorgte. „Mir geht es gut“, ärgerte sich der FC-Trainer auf der Pressekonferenz nach der Auslosung. Aber was war passiert?
HSV-Profi Michelbrenzis sorgte mit seinem Foul für Aufsehen
Michelbrentzis hatte den heranstürmenden Christopher Lund zu Fall gebracht, indem er ihm mit der offenen Sohle von hinten auf die Achillessehne trat. Eine unglückliche Situation, die Schiedsrichter Tobias Welz dem HSV-Profi verzieh. Der Schiedsrichter entschied nicht einmal für ein Foul und deutete auf eine Ecke. Auch der VAR griff nicht ein. Und genau das hat den Zorn der Gäste auf sich gezogen – denn Kölns Jahmai Simpson-Pusey erhielt in der Vorwoche wegen einer ähnlichen Aktion gegen Dortmund die Rote Karte.
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Kwasniok war nicht bereit, dies kommentarlos hinzunehmen. „Ich möchte keine Rote Karte für Jahmai, auch nicht in dieser Woche“, sagte der FC-Trainer. „Aber ich verstehe nicht, warum es so anders funktioniert. Dann ist da noch etwas mit der Abfolge der Schritte und dem, was der Geier sagt.“ Und weiter: „Es ist immer anders. Für mich ist es keine rote Karte. Aber nach den Maßstäben, die sie uns sagen, war es letzte Woche rot und ich kann nicht verstehen, warum es heute keine rote Karte ist. Ich kann es einfach nicht verstehen und ich will es nicht mehr.“
Auch die Experten Lothar Mateus und Julia Simic diskutierten bei Sky darüber, zunächst mit dem Kölner Trainer, dann noch einmal untereinander. Der Tenor: Welz hätte ein Foul fordern und Michelbrentzis verwarnen müssen. Rot wäre für beide zu hart.
HSV-Profi Vušković hatte Glück, einer Verwarnung zu entgehen
Wie jede Woche wieder eine Schiedsrichter-Enttäuschung in der Bundesliga. Und eine weitere Szene bereitete der Kölner Bank Probleme. Saeed El Mala wurde vor der Pause verwarnt, weil er den Ball vor der Pause weggetreten hatte und so die Hamburger daran gehindert hatte, einen schnellen Freistoß auszuführen. HSV-Profi Luka Vushkovic kam nach einer ähnlichen Szene unbeschadet davon.
„Ich bin ein großer Fan davon, immer Gelb zu zeigen, wenn Jungs den Ball nur zuspielen“, sagte Kwasnik. „Das Problem ist, dass es inkonsistent gehandhabt wurde. Auch dieses Mal gab es nicht immer Konsequenzen. Aber dann kann man keine andere Kultur etablieren, wie damit umgegangen werden sollte.“
Der Trainer von XV Polcin war mit dem Unentschieden gegen Köln zufrieden
Zwei Szenen im Volkspark, die den Kölnern das Gefühl gaben, benachteiligt zu werden. Ansonsten waren sich die Trainer einig, dass sie die Auslosung überstehen könnten. „Diesen Punkt werden wir auf unserer Reise mitnehmen“, sagte Polzin und Kwasniok fügte hinzu: „Dieser Punkt könnte am Ende immer noch Gold wert sein.“
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Ein freundschaftlicher Abschluss eines eher harten Sportabends im Volkspark – bei dem am Ende Fabio Vieiras Traumtor zum 1:0 und Kwasnioks Ärger über den Schiedsrichter blieben.
