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Pete Hegseth: Wer ist der Typ, der für Donald Trump Kriege führt?

    Pete Hegseth: Wer ist der Typ, der für Donald Trump Kriege führt?

    Wer verstehen will, wie die US-Regierung im Jahr 2026 tickt, muss den Kriegsminister nackt sehen. Über seinem durchtrainierten Bizeps hing eine US-Flagge, auf der Brust ein Maschinengewehr und ein großes Kreuzritter-Emblem. Pete Hegseths Tattoos – die er gerne zur Schau stellt – stellen eine Regierung dar, die Außenpolitik durch das Militär denkt. Und sie stehen für einen Minister, der diese Politik umsetzt und lebt. Im Zuge des Angriffs auf den Iran sagte Hegseth kürzlich: „Wir werden Sie ohne Reue und ohne zu zögern zur Strecke bringen, und wir werden Sie töten.“ Eiskalt und präzise.

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    Hegseth wurde 1980 in Minneapolis, Minnesota, USA geboren. Zu seinen Lebzeiten haben die Republikaner den Staat bei einer Präsidentschaftswahl nie gewonnen. Aber Hegseth tickt nicht wie die Mehrheit in seinem Heimatstaat; Hegseth ist konservativ, äußerst konservativ. Im Jahr 2003 wurde er als Student der Politikwissenschaften Herausgeber von The Princeton Tory, einer konservativen Studentenzeitschrift. Die Zeitung versteht sich als Bastion der freien Meinungsäußerung, als Gegengewicht zur linksdominierten Stimmung auf dem Princeton-Campus.

    Hegseth scheut keinen Konflikt

    Heute ist Hegseth ein Schwergewicht. Er ist nicht mehr Verteidigungsminister, er ist Kriegsminister. So sieht er sich selbst, so nennt er sich selbst, und so heißt seine Abteilung ab September 2025. Trump hat ihren Namen per Executive Order geändert. Vielleicht als PR-Gag, vielleicht als kluge Ankündigung dessen, was als nächstes geschah.

    Hegseths Tätowierung eines Jerusalemkreuzes auf seiner Brust sagt mehr über seine politischen Überzeugungen aus als sein oft zerzaustes Auftreten bei Pressekonferenzen. Unter dem Wappenkreuz besiegten die Kreuzfahrer im 11. Jahrhundert die Muslime in Jerusalem. Hegseth sagt, es symbolisiere seinen christlichen Glauben und seine unerschütterliche Unterstützung für Israel. Der Glaube spielt in ihrem Leben eine große Rolle. Als ihm Ehebruch vorgeworfen wird, antwortet er, dass Jesus ihm bereits vergeben habe.

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    Von einer Sicherheitsbedrohung zu einem Minister

    Kommentatoren interpretieren das Tattoo unterschiedlich. Das Jerusalemkreuz gilt als erkennbares Symbol der White Arier-Bewegung – einer antiislamischen, rechtsextremen Bewegung in den USA. In Deutschland wird das Symbol von Rechtsextremisten als Alternative zum verbotenen Hakenkreuz verwendet. Tätowierungen waren ein Problem für die Regierung von Joe Biden. Hegseth sollte an der Amtseinführung von Trumps Vorgänger als Mitglied der Nationalgarde teilnehmen. Aufgrund von Körpermarkierungen gehörte er jedoch zu den 12 Gardisten, die als Extremisten und Sicherheitsrisiko eingestuft und aus dem Einsatz abgezogen wurden.

    Tätowierungen sind für die aktuelle Regierung kein Thema, abgesehen von den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Hegseth. Hegseth äußert sich selten zu Letzterem, erklärte sich jedoch bereit, der Frau im Rahmen einer vertraulichen Einigung 50.000 US-Dollar zu zahlen. Hegseth ist eine Schlüsselfigur in Trumps Kabinett. Er führt die Pläne seines Chefs aus. Gleichzeitig ähneln sie dem Präsidenten in Ton und Strategie. Er versucht, den Krieg im Iran mit Fußballmetaphern zu erklären. Die Iraner wussten schon früh, was sie tun sollten. Jetzt, wo der „Blitz“ begonnen hat, wissen sie nicht mehr, welche Schritte nötig sind. Jetzt sei es für die USA an der Zeit, „entschlossen, verheerend und gnadenlos“ vorzugehen.

    Angriff ist die beste Verteidigung

    Für Hegseth ist Angriff gleichbedeutend mit Stärke und Verteidigung eine Form von Schwäche. Wer sich ihm in den Weg stellt, muss mit Gegenwind rechnen. Zu seinen Gegnern gehören neben dem Iran und den Demokraten, die er als „Feinde der Freiheit“ bezeichnet, auch Journalisten.

    Hegseth gerät im April 2025 unter Druck. Pradhan soll mit seiner Frau, seinem Bruder und seinem Anwalt über den streng geheimen US-Militäreinsatz im Jemen gesprochen haben. Sogar einige Mitarbeiter seiner Abteilung kündigen dieser Tage wegen häufiger Wutanfälle und angeblichem Alkoholkonsum aus dem Ministerium. Ein CNN-Reporter möchte von Hegseth hören, was er zu all diesen Vorwürfen zu sagen hat. Der Minister gibt nicht nach, er greift an. Seine Stimme bricht oft. Es sei alles ein Schwindel, schreit Hegseth, es seien alles „Fake News“. Sie wollen ihm und der Regierung, insbesondere den Medien, nur schaden.

    Hegseth selbst war Teil der Medienlandschaft. Er moderierte fast zehn Jahre lang die Show „Fox & Friends Weekend“. Auch Donald Trump saß häufig als Interviewgast bei ihm. Die Atmosphäre während der Diskussion war entspannt, ruhig, entspannt-freundlich. Eine ausgewogene, politisch neutrale Berichterstattung war Hegseth damals noch nicht vertraut.

    Hegseths mittelalterliche Vergangenheit ist auch in der Gegenwart sichtbar. Hegseth, deren Haare nach hinten gekämmt sind, ist Trump und der Republikanischen Partei treu ergeben. In einer Rede zum Iran-Krieg erklärte Hegseth unverblümt: „Dies ist kein Regimewechselkrieg, sondern ein Regimewechsel.“ Hegseth sieht in diesen Monaten anders aus als zu Beginn seiner Amtszeit. Damals kritisierte er die USA dafür, dass sie sich auf „ewige Kriege“ einließen. Trump verstand sich damals auch als „Friedenspräsident“.

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