Rapid Sturm war vor der Länderspielpause der erste Grazer Anhänger in der Bundesliga. Die Hütteldorfer besiegten am Sonntag vor 13.591 Zuschauern im Allianz Stadion den Pokalfinalisten LASK mit 4:2 (2:1), gewannen ihr zweites Spiel in der Meistergruppe und rückten bis auf einen Punkt an den Tabellenführer heran. Linz, an der Spitze noch sieglos, rutschte auf den fünften Platz ab, mit vier Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter.
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Trotz des tollen Treffers von Samuel Adeniran nach 30 Sekunden blieben die Linzer in Unterzahl. Jakob Schaller (3.) und Bendeguz Bola (33.) drehten die Partie noch vor der Pause. Anschließend erzielte Ungarn per Strafstoß einen Doppelpack (65.). Matthias Seidl (85.) machte nach dem Tor von Moses Usser (79.) alles klar. Damit gelang den Hütteldorfern die Revanche für zwei Saisonniederlagen gegen die Mannschaft von Trainer Dietmar Kuhbauer im Grunddurchgang (0:3, 0:2).
Eine kleine Rotation
Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup nahm im Vergleich zum 1:0-Sieg in Salzburg nur eine Änderung vor: Janis Antiste rückte in die Offensiv-Dreierkette, Defensivspieler Lukas Gergic blieb vorerst auf der Bank. Die Gäste hatten nur einen sehr geringen Umsatz, nachdem sie sich am Mittwoch mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung bei Reid ihren Platz im Pokalfinale gesichert hatten. Usor stürmte für Sasa Kalajdzic, Lukas Kakawenda ersetzte den angeschlagenen Mittelfeldspieler Sascha Horvath.
Das Spiel hätte für die Gastgeber nicht schlechter beginnen können. Nenad Svetkovic spielte nicht ideal auf seinen Abwehrpartner Serge-Philippe Roux-Yao, der gegen Adeniran den Ball verlor, und der LASK-Angreifer verwandelte eiskalt. Aber die Linzer machten auch schon früh ein Geschenk. Nach Seidls Ecke stand Schaller völlig allein im langen Eck und konnte nach innen gehen. Die Hausherren nahmen den Schwung mit, ließen wie gewohnt den Ball durch die eigenen Reihen strömen und warteten geduldig auf Momente, in denen sie nach vorne kamen.
Der erste Erfolg gelang in der 18. Minute, Nikolaos Vermbrandt lief allein auf Lucas Jungwirth zu, doch der LASK-Torwart parierte ihn. Auch im zweiten Akt, der sehr gut gespielt wurde, war der Abschluss ordentlich. Jens Horn spielte in einer Kombination aus zwei Außenverteidigern ideal zu Bola, der aus kurzer Distanz torgefährlich schoss. Ein dritter Treffer lag kurz vor der Pause in der Luft, Weymanns Kopfball war nach guter Vorarbeit von Vermbrandt zu schwach (44.). Die Linzer hatten viel zu bieten und wurden nur bei einem Schuss von Usser gefährlich (22.).
Auch nach der Pause konnten sich die Oberösterreicher aufgrund des intensiven Spiels am Mittwoch wohl nicht steigern. Die kürzlich erfolgte teilweise Schließung des Stadions führte zu einer schnellen Regulierung und Aktion vor dem leeren Westblock. Joao Tornich bekam den Ball nach einer Flanke im Strafraum, Bola klammerte sich zum Ärger von Teamkollege Antiste daran fest, verwandelte den Elfmeter aber sicher. LASK erzielte aus dem Nichts ein Tor, als eine schnelle Abwehr den Benutzer nach einer von Adeniran verlängerten Andrade-Flanke vergaß.
Ein vierter schneller Sieg in den letzten fünf Runden war nicht mehr gefährdet, da Seidel mithilfe von Weimann, der gekonnt auf den Ball trat, gezielt ins Eck schoss. Für die Hütteldorfer, die gerade in die „oberen Play-offs“ gerutscht sind, besteht nun die Chance, im Heimspiel gegen den Sturm am 5. April aus eigener Kraft die Tabellenführung zu übernehmen. Der LASK trifft am selben Tag auf den Drittplatzierten Austria Wien.
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