Lok Leipzig stellt sich klar gegen das Regionalmodell und fordert eine faire Lösung Foto: IMAGO/Eibner
„Keine Instinkte!“ Neue Regionalliga-Reformpläne sorgen für Gegenwind aus dem Norden
Das vom Arbeitskreis Regionalligareform als Lösungsvorschlag entwickelte Regionalmodell stößt auf Kritik. „Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass das Regionalmodell vorgeschlagen wurde! Es liegt auf der Hand, dass die Vereine, die die Initiative ‚Meister müssen aufsteigen‘ neu gestartet haben, jetzt bestraft werden müssen“, sagte der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), Hermann Winkler (62), dem MDR.
Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe zur Regionalligareform stimmte einstimmig für eine viergleisige Regionalliga, damit künftig alle Regionalligameister in die Liga 3 aufsteigen könnten. Eine der beiden vorgeschlagenen Lösungen war das von vielen Vereinen bevorzugte Kompassmodell. Die vier Staffeln werden jede Saison aus allen Regionalligisten nach Distanzen gebildet.
Das zweite Modell wird als Regionalmodell bezeichnet. Aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern werden zwei Staffeln gebildet. Die Regionalligen West und Südwest bleiben in ihrer bisherigen Form bestehen.
Der Streit um die Regionalliga ist zwischen Verbänden und Vereinen eskaliert
In der Praxis würde dies die Abschaffung des NOFV-Verbandes bedeuten. Bei entsprechender Entscheidung könnte ab der Saison 2028/2029 ein neues Vier-Jahreszeiten-Regionalligamodell eingeführt werden.
„Als Belohnung dafür, dass wir – der Verband und die Vereine – uns bundesweit für eine gerechtere Lösung für den Aufstieg in die 3. Liga eingesetzt haben. Im Gegenzug bekommen wir das Angebot: Die einen können in den Norden, die anderen nach Bayern. Das ist nicht akzeptabel und kann nicht die Lösung sein“, kritisierte Winkler und fand „das Kompassmodell gerechter“. Unterstützung bekommt er von den Traditionsvereinen. Daniel Meier, Sportdirektor des Halleschen FC, hält das Regionalmodell für einen „schlechten Witz“. Es zeige, was für einen „erschreckend falschen Weg manche auf Verbandsebene im deutschen Fußball einschlagen“, sagte Meyer gegenüber Bild. Die rund 70 Vereine der Förderreform-Initiative werden das Kompass-Modell insgesamt unterstützen.
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„Wir als 1. FC Lokomotive Leipzig sind klar für das Kompassmodell, das von fast allen Vereinen bevorzugt wird“, sagte Sportdirektor Toni Wachsmuth gegenüber der Leipziger Volkszeitung und betonte: „Die völlige Zerstörung der Regionalliga Nordost darf keine Option sein. Sie ist die attraktivste und interessanteste Regionalliga mit den traditionsreichsten Vereinen und der mit Abstand größten Zuschauerzahl.“ (dpa/dj)
