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„Finde ich nicht gut“: Auch Kritik nach Fairplay-Aktion vom ehemaligen HSV-Profi

    „Finde ich nicht gut“: Auch Kritik nach Fairplay-Aktion vom ehemaligen HSV-Profi

    Schiedsrichter Deniz Aytekin hat nach einer umstrittenen Szene eine Auswechslung durch den Augsburger Stürmer Michael Gregoric (rechts) gefordert. Foto: imago images/Susanne Hübner

    „Finde ich nicht gut“: Auch Kritik nach Fairplay-Aktion vom ehemaligen HSV-Profi

    Christian Stübinger, Stadionsprecher des HSV, begann seine Halbzeitansprache mit einem Lob für den Gegner. Ungewöhnlich, aber in diesem Fall verständlich. „Eine Rieseninitiative von Michael Gregoritish“, lobte Stübinger. „Das habe ich noch nie live gesehen – Respekt!“ Nach dem Schlusspfiff würdigte auch Merlin Polzin den ehemaligen Hamburger, der nun zum zweiten Mal in seiner Karriere den FC Augsburg gestürmt hat – und kurz vor der Halbzeit mit einer Fairplay-Aktion überzeugte.

    Gregorich selbst wollte die Dinge nicht zu hoch aufhängen. „Darum geht es nicht“, sagte er über Stübingers Lob nach dem 1:1 gegen seinen Ex-Klub. Der Stürmer betonte: „Ich habe immer versucht, ehrlich zu sein.“ Dieser Samstag war es definitiv. Als sich Denis Aytekin kurz vor der Halbzeitpause dazu entschloss, einen Augsburger Freistoß auszuführen, musste sich Gregorić zunächst in Behandlung begeben. Aber nicht nur er. Aber auch Fabio Vieira, der den FCA-Profi 17 Meter vor dem HSV-Tor angeblich gefoult hat. So sah es zumindest Aytekin.

    Michael Gregorich korrigierte Aytekins Entscheidung

    Doch Fernsehaufnahmen zeichneten schnell ein anderes Bild. Es war keineswegs ein Schwindel von Gregoric, da er aufgrund einer klaren Berührung den Halt verlor. Allerdings war es nicht Vieira, der den Angriff begangen hatte, sondern der ehemalige HSV-Profi, der dem Portugiesen beim Versuch, den Ball abzuwehren, ins Bein trat. „Ich glaube, ich bin auf ihm gelandet“, berichtete Gregoric anschließend. Sein Bein wurde gezogen. Aber ein Kriminalfall aus Vieira? Nein, das war nicht verfügbar. Beide Profis mussten behandelt werden und es sah so aus, als würde Augsburg nach der medizinischen Pause den nächsten Freistoß ausführen, während Gregorić an der Seitenlinie stand.


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    Doch dann rannte Aitekin auf den 31-Jährigen zu. „Denise und ich kennen uns seit zehn Jahren in der Bundesliga, da können wir uns mal kurz unterhalten“, sagte Gregoric, der am Spielfeldrand vom Schiedsrichter auf die Szene angesprochen wurde. Einige Leute fragten sich, ob Aytekin zuvor ein Signal von einem anderen Schiedsrichter erhalten hatte, vielleicht sogar vom Videoassistenten. Allerdings darf der VAR in Freistoßszenen nicht eingreifen. Der Schiedsrichter wirkte plötzlich unsicher. Dann konnte Gregorich eine Erklärung abgeben. Aytekin überlegte es sich bei seinem letzten Auftritt im Volksparkstadion anders, gab dem HSV stattdessen einen Freistoß und die Volkspark-Fans applaudierten. Vieira bedankte sich auch bei seinem Gegner für die ehrliche Geste.

    HSV-Trainer Polzin: „Das Verhalten war sehr lobenswert“

    „Schade, den Freistoß hätte ich auch gemacht“, sagte Gregoric rund eine Stunde später in der Mixed Zone. „Aber es ist okay. Das ist gut.“ Auch die Einstellung des Österreichers, der von 2015 bis 2017 58 Mal für ZSKA Moskau spielte, beeindruckte Polzin. Der HSV-Trainer hob die Aktion in der Pressekonferenz ungefragt hervor: „Gregorics Verhalten vor der Pause war sehr lobenswert. Es hat auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient als einige andere Situationen auf dem Platz.“ Man habe gesehen, was für ein „ehrlicher Sportler“ der Augsburger sei: „Es ist toll, sich so zu benehmen.“

    Manuel Baum wollte dem nicht widersprechen: „Natürlich ist es ein toller Schachzug, dass er sagt, dass es kein Foul ist.“ Allerdings störte den FCA-Trainer die Tatsache, dass überhaupt Fairplay stattfinden musste. Schließlich hatte Aytekin bei der Freistoßszene zwar gute Sicht und war nur wenige Meter entfernt, traf aber zunächst die falsche Entscheidung. „Ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn der Schiedsrichter dann einen Spieler fragt“, sagte Baum. „Denn was wäre passiert, wenn er (Gregorich; Herausgeber) gesagt hätte, es sei kein Foul? Dann wäre er jetzt die Vogelscheuche.“

    Atekin: „Dann hatte ich meine ersten Zweifel“

    Dem Augsburger Trainer gefiel es nicht, dass Aytekin die Verantwortung für die Auswertung der Szene quasi auf Gregoric abwälzte. „Dafür ist der Schiedsrichter da“, betonte Baum. Ich würde die Spieler nicht belästigen und keine Fragen stellen.“ Allerdings sagte der 46-Jährige auch: „Gregerls Glück!“

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    Aytekin ging an Skys Mikrofon. „Als der Pfiff ertönte, war ich mir zunächst sicher und dachte, Vieira hätte Gregoric an den Beinen gezogen. Aber als ich den Pfiff ertönte, sah ich, dass Vieira sich die Achillessehne zugezogen hatte und große Schmerzen hatte. Auch die Augsburger waren etwas überrascht“, sagte der 47-Jährige. „Da kamen meine ersten Zweifel und ich dachte: Oh mein Gott, das war falsch.“ Er sagte sich, dass er die verwirrende Situation fair lösen wollte. „Dann habe ich Michael Gregorich gefragt – und was er gesagt hat, war ein hervorragendes Beispiel für gegenseitige Wertschätzung, Respekt und Fairness.“

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