Durch den Platzverweis von Miro Muheim schwächelte der HSV gegen Augsburg zunächst, zeigte dann aber eine gute Reaktion. Foto: IMAGO / HMB-Media
Die Moral ist gut – aber es gibt ein großes Problem beim HSV
Dieses Problem beim HSV ist nicht neu, beim 1:1 gegen Augsburg war es aber erneut sehr präsent. Die Leistung der Hamburger war in mehreren Bereichen für einige Spiele der Vergangenheit vorbildlich. Die zentrale Frage lautet: Warum wacht der HSV so oft erst nach Misserfolgen auf?
Mit Merlin Polzin, Loic Fave und Richard Krohn verfügt der HSV über einen Trainerstab, der die Mannschaft akribisch auf jeden Gegner vorbereitet und sich immer wieder neue Spielpläne ausdenkt. Allerdings lässt die Leistung auf dem Feld manchmal zu wünschen übrig. So war es auch gegen Augsburg, als vor allem in der ersten Halbzeit nicht viel für die Gastgeber lief.
Erst nach dem 0:1-Rückstand kam Hamburg langsam wieder auf die Beine, kam besser ins Spiel und schaffte schließlich den verdienten Ausgleich. Am Ende gaben sie richtig Gas, als der Gegner einen anderen Spieler auf dem Feld hatte. Das hätte fast zum Sieg gereicht. Ein solches Spiel ist für den HSV in dieser Saison keine Seltenheit, wie zwei bemerkenswerte Statistiken belegen.
In Unterzahl bereits dreimal getroffen
Das Duell gegen Augsburg war das sechste Bundesligaspiel des HSV in dieser Saison, bei dem die Hamburger in der zweiten Halbzeit mit zahlenmäßiger Überlegenheit agieren mussten. Mindestens die Hälfte dieser Spiele ging am Ende nicht verloren. Gegen Stuttgart gelang dem HSV in der ersten Halbzeit mit Unterzahl sogar der Siegtreffer. Der HSV verlor sein bisher einziges Spiel mit 0:1 in Augsburg.
Der HSV holte nach Rückstand bislang 13 Punkte
Auch beeindruckend und passend zum letzten Auftritt gegen den FCA: Der HSV braucht allzu oft ein Tor als Weckruf und findet erst dann ins Spiel. Die Hamburger haben in dieser Saison nach einem Rückstand bereits starke 13 Punkte eingefahren. Mit Hoffenheim, Stuttgart, Freiburg und Bayern sind in dieser Kategorie nur vier Vereine der Bundesliga besser.
Sie könnten auch interessiert sein an: Vier mögliche Rückkehrer: Der HSV-Trainer hat wieder mehr Auswahl
Die Moral beim HSV ist gut. Das hat die Mannschaft nach Rückschlägen mehrfach teils eindrucksvoll gezeigt. Andererseits besteht kein Zweifel daran, dass es grundsätzlich einfacher ist, Punkte zu erzielen, ohne vom Platz gestellt zu werden oder Gegentore zu kassieren. Allerdings sollte von Anfang an die volle Leistungsbereitschaft vorhanden sein. Hier haben die Hamburger großen Nachholbedarf. Es liegt nicht an mangelnder Qualität.
