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Kerner will Fußfesseln für Gewalttäter und islamistische Gefährder

    Kerner will Fußfesseln für Gewalttäter und islamistische Gefährder

    Innenminister Gerhard Kerner (ÖVP) unterstützt die Einführung von Fußfesseln bei hochriskanten Drohungen gegen Frauen. Gleichzeitig wolle er ähnliche Maßnahmen gegen islamistische Bedrohungen sehen, wie er in einem APA-Interview erklärte. Dies sollte sofort entschieden werden. Hier würden in der Regierung „sehr gute Diskussionen“ geführt. Bezüglich der Familienzusammenführung im Asylsystem wies Kerner zunächst auf eine sehr niedrige Quote hin.

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    Der Innenminister zeigte sich erfreut, dass es der Regierung gelungen ist, sich auf ein Verbot sozialer Medien bis 14 Jahre zu einigen. Jeder Schritt in diese Richtung ist wichtig, denn etwa bei Hasskriminalität werden Täter und Opfer immer jünger. Für Kerner kann man in einer bestimmten Weise noch einen Schritt weiter gehen, nämlich mit einer Klarnamenspflicht. Er würde dies für „weise und richtig“ halten.

    Bis zur Familienzusammenführung

    Zu den dringlicheren Projekten des Innenministeriums gehört die Familienzusammenführung für Asylberechtigte, da die geplante Sperrung zur Jahresmitte ausläuft. Im APA-Interview betonte Karner, dass er dies künftig durch Niederlassungsregeln regeln wolle, auch wenn es rechtliche Bedenken gebe. Er sei davon überzeugt, dass die entsprechende Regelung rechtsgültig sein werde.

    In der Umsetzung gehe es, wie Kerner betont, darum, mithilfe eines Integrationsbarometers zu prüfen, wie viel Raum zugewiesen werden könne, ohne die Gesellschaft und ihre zentralen Systeme zu überlasten. Angesichts der großen Zahl an Flüchtlingen in Wien sieht er in der Bundeshauptstadt derzeit wenig Spielraum. Letztlich erfolgt jedoch, wie auch bei anderen Einwanderergruppen, eine Abstimmung mit den Bundesländern darüber, wie viele Kontingentplätze vergeben werden. Darüber hinaus müssen Asylberechtigte künftig bestimmte finanzielle Voraussetzungen erfüllen, um für den Unterhalt ihrer nachkommenden Familie sorgen zu können. Für Kerner wäre es auch sinnvoll, wenn Neulinge zumindest rudimentäre Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen könnten.

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    „Sehr niedriger“ Tarif

    Wie hoch die Ausgangsquote ausfallen würde, machte Kerner angesichts der laufenden Diskussionen nicht. Allerdings deutete der Minister an, dass sie eher niedrig ausfallen würde: „Die Quote könnte auf einem sehr niedrigen Niveau beginnen.“

    Kerner will die Möglichkeiten neuer EU-Regeln fördern, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung von Asylverfahren außerhalb der Union und die Abschiebung in sichere Drittstaaten. Derzeit laufen Verhandlungen mit verschiedenen Ländern, darunter den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Griechenland, über die genauen Länder wurde jedoch Stillschweigen vereinbart.

    Die Rückkehrzentren werden im Jahr 2027 umgesetzt

    Bis Ende des Jahres soll ein konkreter Plan erstellt werden, mit welchen Ländern und wo die Rückkehrzentren eingerichtet werden. „Wir werden nächstes Jahr mit der Umsetzung beginnen“, sagte Kerner. Denkbar seien für ihn Standorte sowohl in Afrika als auch in Asien: „Ziel ist es, dass wir mindestens ein solches Projekt umsetzen.“ Diese Maßnahmen seien notwendig, um den „deutlichen Rückgang“ der Flüchtlingszahlen aufrechtzuerhalten.

    Trotz einer Zunahme im Nahen und Mittleren Osten sieht Kerner derzeit keine neuen Flüchtlingsbewegungen nach Europa. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen in solchen Konflikten zunächst an sicheren Orten in der Region leben. Die Möglichkeit, dass es diesmal wie die Syrer zu großen Flüchtlingsgruppen in Europa kommen werde, lehnte der Ressortleiter ab: „Das wird so nicht mehr passieren“, betonte er mit Blick auf die veränderte EU-Politik. Kerner versteht nicht, warum die FPÖ im Inland und die SPÖ in der EU (wie auch die Grünen) dagegen sind: „Es ist ein seltsames Bündnis der Linken in der EU und der extremen Rechten in Österreich.“ Die Freiheitlichen haben offenbar ein großes Interesse daran, dass Flüchtlinge nach Europa kommen, damit sie auf dem Rücken der Menschen in Österreich „ihr fieses Geschäft“ betreiben können.

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    Karner ist mit der Situation hierzulande noch nicht zufrieden, aber der eingeschlagene Kurs geht in die richtige Richtung und wird fortgesetzt. In der Erstaufnahmeeinrichtung Trieskirchen leben weniger als 350 Menschen, die niedrigste Zahl seit 15 Jahren. Nur 8.400 Asylbewerber erhalten eine Grundversorgung. So wenige waren es seit über 20 Jahren nicht mehr.

    Kritik an der FPÖ

    Am Montag habe die FPÖ die Debatte um Fußfesseln für Gewalttäter und Islamisten als „längst überfälligen Schritt“ unterstützt, doch das reiche nicht aus, kritisierte der liberale Generalsekretär Michael Schneidlitz in einer Aussendung. Auch Kerners Ankündigungen zu Plänen für Asylzentren und Familienzusammenführungen im Ausland schenkte er weniger Glaubwürdigkeit. Jede noch so kleine Quote würde „die Schleusen für unkontrollierte Kettenmigration öffnen“, warnte er.

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