Einmal, aber nicht wieder: Mit dieser ganz klaren Botschaft wandte sich die Doppelspitze des Österreichischen Seniorenrats an die Öffentlichkeit und den Bund. ÖVP-Seniorenverbandspräsidentin Ingrid Korosak und SPÖ-Rentnerverbandschefin Birgit Gerstdorfer forderten am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz, dass sich die Sparmaßnahmen zu Lasten der Älteren aus dem Jahr 2025 nicht wiederholen dürften, als die Regierung beschloss, die Beiträge zur Krankenversicherung zu erhöhen und die folgenden Pläne anzupassen.
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„Anders als im Jahr 2025 wollen wir dieses Mal sagen und erzählt werden und nicht nur informiert werden“, erklärt Korosek. Sonst werden sie sich verteidigen. Mit Blick auf die zahlreichen zivilgesellschaftlichen Angebote von Senioren, Enkelkindern und ehrenamtlichen Helfern im Wert von neun Milliarden Euro ist sie überzeugt: „Wenn die Rentner streiken, gerät die Wirtschaft ins Stocken.“
Senioren wollen sich verteidigen, wenn sie nicht gehört werden
Konkret forderten beide einen vollständigen Inflationsausgleich für alle Rentner für die Jahre 2027 und 2028. Zudem dürfe die ältere Generation nicht erneut belastet werden, wie es bei einseitigen Erhöhungen der Krankenversicherung der Fall sei. Für die Sanierung des Staatshaushaltes wurden bereits Beiträge geleistet, da diese für die Österreichische Krankenversicherung jährliche Zusatzeinnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro bedeuten.
Gerstdorfer und Korosek drängen zudem auf eine Finanzspritze, um die digitalen Kompetenzen von Senioren zu stärken. Wir kommunizieren derzeit mit dem zuständigen Staatssekretär Alexander Proll (ÖVP). Solange es noch etwas zu tun gibt, sollte darauf geachtet werden, dass es analoge Möglichkeiten gibt. Der Seniorenrat fordert zudem die Umsetzung der Regierungsverpflichtung zur Förderung der Arbeit im Alter ab Anfang 2027. Darin ist ein jährlicher Zuschuss von 15.000 Euro enthalten. Derzeit sind jedoch 40 Versicherungsjahre erforderlich. Dies ist jedoch für die meisten Frauen unerreichbar und muss dringend neu verhandelt werden.
Eine Anhebung des Renteneintrittsalters erfolgt nicht
Seniorenrat lehnt Anhebung des gesetzlichen Rentenalters ab. Gerstdorfer sieht dafür keine Notwendigkeit: „Wir sollten uns nicht ständig darüber beschweren, dass das Rentensystem krank ist, denn es ist nicht krank.“ Sie weisen wie Korosek darauf hin, dass durch Zuzahlungen aus dem Haushalt häufig auch Leistungen erbracht werden, die nichts mit dem Rentensystem zu tun haben, etwa Arbeitgeberbeiträge für Beamte, Abfindungszuschüsse oder Kosten für Rehabilitationsgelder. Bestenfalls könne man über eine Erhöhung der Rentenbeiträge sprechen, sagt Korosek.
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