Fiete Arp, der beim HSV trainiert, galt einst als großes Talent im deutschen Fußball. Konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Foto: WITTERS
Fiete Arp: Der Sturz eines ehemaligen HSV-Wunderkindes
Als er mit gerade einmal 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt für den HSV gab, galt Fiete Arp als Wunderkind. Die Begeisterung um den jungen Stürmer war so groß, dass ihn sogar der FC Bayern München verpflichtete. Doch der Youngster, den einige bereits mit HSV-Legende Uwe Seeler verglichen haben, ist nicht der Superstar geworden, den er sich erhofft hatte. Arps Karriere verlief ganz anders, als manche gehofft hatten. MOPO erzählt seine Geschichte im Rahmen einer Porträtreihe über Hamburger Profifußballer.
Zusammenfassung:
- Fiete Arp debütierte im Alter von 17 Jahren für den HSV in der Bundesliga.
- Arp wurde als „der neue Uwe Seeler“ vermarktet, doch der Durchbruch gelang ihm nicht.
- Nach einer enttäuschenden Zeit beim FC Bayern fand Arp in Kiel und Odense zu neuen Erfolgen.
Saison 2017/18. Der HSV steckt tief im Abstiegskampf der Bundesliga und wird am Ende dieser Saison erstmals in die zweite Liga absteigen. Dies ist eine dunkle Seite in der Geschichte des Vereins. Doch da taucht plötzlich ein 17-jähriger Hoffnungsträger auf: Jan-Fite Arp.
Fiete Arp galt beim HSV als Jahrhunderttalent
Der Teenager, der nur den zweiten Vornamen Fiete trägt, gilt als großes Talent. Arp, der in Bad Zegeberg (Schleswig-Holstein) geboren wurde, spielt seit seinem zehnten Lebensjahr für die Jugendmannschaft des HSV und wird mit zunehmendem Alter immer beeindruckender. Im Januar und Juli 2017 nahm ihn der damalige Trainer Markus Gisdol mit ins Profi-Trainingslager. Und als der Youngster, der auch für die U17 und U19 spielt, in der A-Junioren-Bundesliga bereits zu Saisonbeginn sieben Tore in nur drei Spielen erzielte, erhielt er am 30. September 2017 erstmals die Einsatzberechtigung für die Profimannschaft des HSV – im Derby gegen Werder Bremen (0:0).
Dies ist eine Belohnung für Arp, der zum besten Torschützen der B-Junioren-Bundesliga avancierte und 2017 die prestigeträchtige Fritz-Walter-Goldmedaille erhielt. Gleichzeitig absolviert er derzeit sein Abitur am Heidberg-Gymnasium in Langenhorn.
„Ich habe den ganzen Tag in die Hose geschissen. Und irgendwann (…) winkte er mir kurz vor Schluss zu. Ich war halb gelähmt und dachte: Okay, heb mein Hemd auf – los geht’s.
Fiete Arp blickt auf sein HSV-Debüt im September 2017 zurück
Vier Wochen später, am 28. Oktober 2017, erzielte der Stürmer bei der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC bereits in seinem zweiten Einsatz sein erstes Bundesligator und wurde damit jüngster Bundesliga-Torschütze des HSV aller Zeiten. Und als Arp am darauffolgenden Wochenende gegen den VfB Stuttgart (3:1) in seinem dritten Bundesligaspiel erneut traf, kannte die Begeisterung um den 17-Jährigen keine Grenzen. Fans in den Medien und sozialen Medien nennen ihn bereits den „neuen Uwe Seeler“ und sehen in ihm einen zukünftigen Fußball-Superstar.
Arp kann dem Hype beim HSV-Debüt nicht gerecht werden
Das Problem: Von nun an wird das Nachwuchstalent den Erwartungen nicht mehr gerecht. Danach würde Arp nie wieder in der Bundesliga für den HSV punkten. Obwohl er weitere 15 Spiele absolvierte, erzielte er weder ein Tor noch einen Assist. Am Ende der Saison stieg er mit dem HSV in die Zweitklassigkeit ab und stand in den entscheidenden Endspielen im Mai 2018 nicht einmal mehr im Profikader.
Doch auch der FC Bayern München ist dem Hype um Arp nicht entgangen. Bereits in der Saison 2018/19 gab es Gerüchte, dass der deutsche Rekordmeister den mittlerweile betagten Stürmer verpflichten wollte. Außerdem spielte er in den deutschen DFB-Nationalmannschaften U17 und U19. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Arp beim HSV kaum noch eine Chance bekommt. Er spielt selten länger als ein paar Minuten, oft sitzt er ein ganzes Spiel lang auf der Bank oder steht überhaupt nicht in der Aufstellung. In 17 Spielen in der zweiten Liga erzielte Arp im letzten Spiel (3:0 gegen Duisburg) nur ein Tor.
Der Durchbruch gelingt beim FC Bayern München nie
Zu diesem Zeitpunkt ist bereits klar, dass er im Sommer 2019 zum FC Bayern wechseln wird. In München macht man dem jungen Fußballer große Versprechungen, die aber nicht eingehalten werden. Arp hat weder unter Trainer Niko Kovacs noch unter seinem Nachfolger Hansi Flick eine Chance. Er wird, auch aufgrund leichter Verletzungen, kein einziges Bundesligaspiel für die Münchner bestreiten.
Stattdessen parkten ihn die Bayern in der zweiten Mannschaft der 3. Liga. Doch auch dort verliert Arp seinen Stammplatz und ist in der Rückrunde der Saison 2020/21 nur noch Reserve. Sein einziger Profieinsatz in München war 13 Minuten in der ersten Runde des DFB-Pokals, als aufgrund der Länderspielpause nur Nachwuchsspieler auf dem Platz standen.
Arp konnte seine Karriere in Kiel und Odense neu starten
Im Sommer 2021 startet Arp bei Holstein Kiel neu durch. Mit den Storks ist das einstige Wunderkind wieder in der Erfolgsspur und sichert sich einen Stammplatz in der 2. Liga. 2024 wird er mit Kiel sogar in die Bundesliga aufsteigen und dort weiterhin zum Kader gehören. Insgesamt spielte Arp vier Jahre in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt und erzielte dort in 95 Spielen elf Tore.
Der Mittelstürmer spielt seit Juli 2025 für Odense BK in Dänemark. Arp ist Stammspieler beim Aufsteiger und erzielte in seinen ersten acht Spielen in der dänischen Superliga sechs Tore. Eventuell wird das ehemalige HSV-Talent sogar ein Spiel als Kapitän absolvieren. Aber Arp hatte nie den großen Durchbruch, der ihm als Teenager zugedacht war.
