Champagner und Co. werden vorsichtshalber gekühlt aufbewahrt. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Hartbergs Mannen am Dienstagabend das erreichen, wovon schon lange niemand mehr zu träumen gewagt hat: den Meistertitel. Mit einem Sieg gegen Reed würde der Verein erstmals in der Geschichte die Nummer eins in Österreich werden. „Es wird unser größter Erfolg für die Ewigkeit sein“, sagt Marcus Gogle, der das Unternehmen seit 20 Jahren leitet und seit 35 Jahren im Verein ist. Von den Unterläufen der Regionalligen bis zum Oberhaus hat er alle Höhen und Tiefen erlebt. „Aber über diesen Titel wird man auch in Jahren noch reden.“ Wenn es beim Stand von 3:1 in einer „Best-of-Seven“-Serie verlockend klingt, zu träumen, ist das in Hartberg nicht der Fall. „Dafür haben wir keine Zeit“, sagt Gougal und lacht.
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Der liebevoll „Shark Tank“ genannte Saal muss umgestaltet und für die TV-Nutzung adaptiert werden. Die Nachfrage nach Tickets ist so groß, dass die Mitglieder erneut an zusätzlichen Tribünen gearbeitet haben. Goggles Telefon klingelt fast ständig. Rund 70 Personen waren beim jüngsten 3:1-Sieg in Reed dabei und bereiteten der Mannschaft mit riesigen Bannern und Fahnen einen tollen Empfang, ein Zeichen der Einigkeit in der Oststeiermark. „Es war ein toller Empfang, als wir auf den Parkplatz fuhren“, sagt Trainer Markus Hirkzy. „Die Spieler haben sich sehr gefreut, ein High Five gegeben und sich sogar bei uns bedankt. Aber man hat gesehen, dass sie schon voll konzentriert waren.“
„Die Mannschaft schafft es, emotional Volleyball zu spielen“
Bei ihrem jüngsten Sieg zeigten sie nicht nur die Spielfreude, sondern auch das, was am Dienstag nötig war und für die gesamte Saison gültig war. „Die Mannschaft schafft es, emotional Volleyball zu spielen, aber nie den Plan zu verlieren.“ Die Hartburger erlebten, was sonst in der Halle in Amstetten der Fall wäre und zahlten dort teuer mit einer Cup-Finalniederlage gegen Graz. Hirczy und Co. Er hat aus dieser Enttäuschung seine Lektion gelernt. In der Meisterschaft, in den Play-offs, in der Finalserie richtet sich der Blick immer auf den Einzelsatz, den nächsten Punkt. Eines sei notwendig und bei den Spielern fest verankert, sagt Hirzi: „Erst wird man von Emotionen getragen und dann von ihnen geleitet. Dann geht es aber darum, zu dem zurückzukehren, worauf man sich geeinigt hat – dem Spielplan.“
Denn wenn man sich von Emotionen leiten lässt, sagt der Trainer, sei man wie ein „kopfloses Huhn, das im Kreis herumläuft“. Hirkzy beschäftigt sich intensiv mit Gedankenspielen und deren Einfluss. Für Ideen gibt es kein Korsett; Es erfordert viel Energie, sie zu kontrollieren. „Manche Leute versuchen mich in die Enge zu treiben und sagen, ich sei ein emotionaler Trainer“, sagt Hirzi. „Ja. Ich habe Emotionen und sie sind im Sport immer präsent und ohne sie wäre es langweilig. Man kann sie nicht unterdrücken und sollte es auch nicht versuchen. Aber es ist wichtig, objektiv zu sein, wenn es um Emotionen geht.“ Es steht außer Frage, dass Reed mit aller Kraft gegen eine entscheidende Niederlage ankämpfen wird.
Und wie die Mannschaft trägt er Verantwortung und das sehen auch die zahlreichen Helfer im Verein: „Jeder tut alles, um diesen Titel möglich zu machen und lässt keine Chance.“ Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass diese historische Chance besteht und dem Titel alles untergeordnet wurde. Allerdings denken wir jetzt nicht viel darüber nach, sondern denken wie die Mannschaft nur an das nächste Spiel, an den nächsten Satz und den nächsten Punkt.“ Der Sieg wird die Ernte jahrelanger konstanter und harter Arbeit einbringen. Und dann bleibt noch jede Menge Zeit zum Feiern und Genießen.
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