Grund für die neue Regelung: Gianluca Prestiani (M.) soll vor einigen Wochen Vinicius Junior (L.) rassistisch beleidigt haben. Foto: picture Alliance / ZUMAPRESS.com | Miguel Lemos
Radikaler Schritt zur WM: Dafür soll es Rot geben
Auf Antrag von FIFA-Präsident Gianni Infantino hat das International Football Association Board (IFAB) entschieden, dass Profis, die im Streit mit Gegnern den Mund halten, bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer mit einer roten Karte bestraft werden können. Das gab das IFAB am Dienstag nach einer Sondersitzung im kanadischen Vancouver bekannt.
Auslöser war die Aufregung um Gianluca Prestiani von Benfica Lissabon, der im Champions-League-Playoff-Duell Vinicius Junior von Real Madrid rassistisch beleidigt und ihm das Trikot über den Mund gezogen haben soll.
Halt den Mund? ichSäugling im Kampf gegen Rassismus
„Es muss akzeptiert werden, dass ein Spieler etwas gesagt hat, was er nicht hätte sagen dürfen – sonst hätte er seinen Mund nicht bedecken müssen“, sagte Infantino kürzlich. Die Suspendierung sei eine Maßnahme, „die wir ergreifen müssen, wenn wir es mit unserem Kampf gegen Rassismus ernst meinen“.
Ob die Regelung auch für andere Wettbewerbe wie die Bundesliga oder die Champions League gilt, bleibt zunächst den Veranstaltern überlassen.
Das Finale des Afrikanischen Nationen-Pokals bringt eine weitere Anpassung der Regeln mit sich
Auf die Ereignisse des Afrika-Cup-Finales zwischen Marokko und Senegal reagierte das IFAB mit einer weiteren Regelanpassung. Nachdem Marokko ein später Elfmeter zugesprochen worden war, verließen senegalesische Spieler aus Protest beim chaotischen Finale in Rabat Mitte Januar das Spielfeld. Erst nach einer längeren Pause wurde das Spiel wieder aufgenommen. Senegal gewann in der Verlängerung, wurde aber später seines CAF-Titels beraubt.
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„Nach Ermessen des Veranstalters kann der Schiedsrichter jedem Spieler, der das Spielfeld verlässt, die Rote Karte aus Protest gegen die Entscheidung des Schiedsrichters verweigern“, heißt es in einer Erklärung des IFAB. Diese neue Regel, die erstmals auch bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada zum Einsatz kommt, gilt auch für alle Offiziellen, die Spieler zum Verlassen des Spielfelds ermutigen. Und: „Eine Mannschaft, die einen Spielabbruch verursacht, verliert das Spiel tatsächlich.“ (sid/tb)
