Karol Metz (rechts) und der FC St. Pauli spielen am Samstagnachmittag in Leipzig (hier Xavier Schlager). Das Match wird später gespielt. Foto: IMAGO/motivio
Kritik von Fans: Gravierender Nachteil von St. Pauli im vorletzten Spiel
Tatsächlich war bis einschließlich der Saison 2019/2020 alles in Ordnung. Dass in den drei höchsten deutschen Ligen die vorletzten und letzten Spiele gleichzeitig ausgetragen werden, störte niemanden, im Gegenteil: Es war schon immer ein Aspekt der Gleichbehandlung. Dies ist bereits im sechsten Jahr in Folge nicht mehr der Fall, und dieses Mal betrifft es einen ziemlich großen Verein aus Hamburg, den FC St. Pauli.
Im 33. Spiel der Bundesliga trifft der Nachbarschaftsklub am Samstag um 15:30 Uhr auf RB Leipzig. Allerdings empfängt der VfL Wolfsburg den FC Bayern erst um 18.30 Uhr. Tabellenletzter 1. FC Heidenheim trifft erst am Sonntag um 17.30 Uhr auf den 1. FC Köln. Theoretisch könnte Heidenheim bereits vor dem eigenen Spiel absteigen, wenn St. Pauli und Wolfsburg gemeinsam mindestens vier Punkte sammeln. Zudem wird Heidenheims Gegner 1. FC Köln schon vor dem Anpfiff am Sonntag entlassen, wenn am Vortag weder St. Pauli noch Wolfsburg Punkte holen.
Im letzten Spiel trifft St. Pauli auf Wolfsburg
Zunächst einmal haben die Niedersachsen einen großen Vorteil: Da sie aufgrund einer etwas besseren Tordifferenz derzeit nur vor St. Pauli liegen und am letzten Spieltag am Millerntor spielen, könnten sie bei einer Niederlage der Hamburger in Leipzig genau wissen, wie viel sie verlieren können, um vor dem Duell mit den Bayern in der Tabelle vor Braun-Weiß zu bleiben. Ein Unentschieden im 34. Spiel würde dann ausreichen, um in die Abstiegszone zu gelangen.
Das Fanbündnis kritisierte das Fehlen einer Fairplay-Philosophie
All dies brachte die Fans noch einmal auf die Bühne. „Aus Sicht der Fankultur ist es nicht nur wichtig, dass alle Spiele des vorletzten Spieltags gleichzeitig beginnen, sondern auch der Gedanke des Fairplay ist für die Integrität des Wettbewerbs von wesentlicher Bedeutung“, schrieb die Allianz Our Curve am Dienstag. „Es kommt immer wieder zu Konstellationen, bei denen sich die Kenntnis der bisherigen Ergebnisse eines Rennens auf die benötigten Ergebnisse auswirkt. Wer im Vorhinein weiß, dass ein bestimmtes Ergebnis zur Erreichung der eigenen Ziele notwendig ist, hat einen Wissensvorsprung.“
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Auf den ersten Blick mag es seltsam erscheinen, dass nur die Fans kritisch sind und die Vereine schweigen. Dafür gibt es gute Gründe, die sich auch in den Kontoständen widerspiegeln: Das ist TV-Marketing. Denn mehr Sendetermine zu unterschiedlichen Zeiten bringen mehr Geld ein.
