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AK-Chef Enderal gegen Reichensteuern und Wehrdiensterhebungen

    AK-Chef Enderal gegen Reichensteuern und Wehrdiensterhebungen

    Die Präsidentin der Arbeiterkammer (AK), Renate Anderl (SPÖ), fordert angesichts der Haushaltslage eine Vermögen- und Erbschaftssteuer. Sie werde auch eine entsprechende Petition der Grünen unterzeichnen, sagte sie am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“. An der Landesspitze will der AK-Chef unterdessen eine Frau als Bundespräsidentin, bzw. die SPÖ soll eine Frau ins Rennen schicken. Sie sei „überrascht“, als ihr Parteikollege Hans Nissl seine Kandidatur ankündigte.

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    In Krisenzeiten muss man schauen, wo das Geld ist. Neben Steuern für Vermögende könnte sich Anderal auch die Rücknahme höherer Bankenabgaben und Körperschaftssteuersenkungen vorstellen. In der Sendung sprach sie auch über hohe Strafen für Unternehmen, die Überstunden nicht angemessen bezahlen. Den Arbeitnehmern werden hier jedes Jahr fast eine Milliarde an Löhnen entgehen. Darüber hinaus müssen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice (AMS) „vorübergehend parken“, einen entsprechend höheren Kostenanteil tragen.

    Senkung der Lohnkosten durch Gegenfinanzierung

    Den von den SPÖ-Koalitionspartnern ÖVP und Neos geforderten Lohnnebenkostensenkungen ohne Gegenfinanzierung wird sie nicht zustimmen. Dies sollte jedoch nicht in Form von Kürzungen an anderer Stelle erfolgen. Die Beteiligung am Sozialstaat liegt auch in der Verantwortung der Unternehmen.

    Militärdienst gegen Referendum

    Passend zur Wehrpflichtdebatte sprach sich ein Chef gegen ein Referendum aus: Es sei die Aufgabe einer gewählten Regierung, solche Entscheidungen zu treffen. Aus Sicht der AK ist es besonders wichtig, dass bereits berufstätige junge Militärdiener geschützt und vor einer Entlassung geschützt sind.

    Unzufrieden ist er auch mit dem ÖVP-Vorschlag, die medizinische Grundversorgung für Asylbewerber zu kürzen. „Wenn jemand medizinische Versorgung benötigt, sollte er Zugang dazu haben.“ Dies gilt auch für sogenannte Gastpatienten. Zuletzt kam es zu Konflikten zwischen der Stadt Wien und den Bundesländern Niederösterreich und Burgenland. Auf Nachfrage wollte Enderl ihre Aussage nicht als Kritik an der rotgeführten Wiener Stadtregierung interpretieren. Alle Beteiligten müssen am Tisch sitzen und Lösungen finden.

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    Bundespräsident gesucht

    Überrascht wurde sie dann von der Ankündigung des ehemaligen burgenländischen Landeshauptmanns Hans Nissl (SPÖ), er wolle für die SPÖ ins Hofburg-Rennen einsteigen. „Ich weiß nicht, warum er auf die Idee kam oder wer ihn dazu drängte“, sagte Anderle. Sie war „verwirrt“, als sie davon hörte. Der AK-Präsident möchte einen SPÖ-Mann vielleicht nicht unbedingt unterstützen: „Ich hätte gerne eine Frau an der Spitze, das wäre toll.“ Auch die derzeitige dritte Nationalratspräsidentin der SPÖ, Doris Bures, gilt als mögliche Kandidatin in den roten Reihen.

    Insgesamt wünscht sie sich mehr Frauen an der Spitze ihrer Partei, unterstützt aber gleichzeitig auch SPÖ-Parteichef Andreas Babler. Angesprochen auf die Führungsdebatte bei den Reds, die zuletzt abgeflaut ist, sagte Anderle: „Wir haben einige Männer im Land, die glauben, sie seien die Wichtigsten.“ Namen wollte sie aber nicht nennen – den einen oder anderen würde sie bestimmt „vergessen“.

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