HSV-Finanzvorstand Eric Heuer hat nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft seines Vereins im Blick. Foto: WITTERS
Beim HSV-Treffen: Chef Huer spricht über einen Umzug ins Olympiastadion
Mit großen Augen betraten die über 500 Zuschauer am Mittwochabend das neue HSV-Zentrum im Volkspark. Auch die Profis Luka Vushkovic, Otto Stange und Svea Stolt aus der Frauen-Bundesliga schauten bei der Vereinshauptversammlung vorbei und verliehen der Veranstaltung eine besondere Note. Sie erhielten auf jeden Fall stehende Ovationen von den Mitgliedern – an einem Abend, der überwiegend positive Nachrichten brachte, den Chefs aber auch einige unangenehme Fragen gestellt wurden.
Der HSV wird gefeiert und gefeiert. So soll es weitergehen, wie Henrik Koenke ankündigte. „Eine Kandidatur ist für diesen Verein keine Option, nicht gestern, nicht heute, nicht morgen“, versprach der im vergangenen Sommer gewählte Präsident. „Wir wollen Aufbruch.“
Viermal in Folge schrieb der HSV schwarze Zahlen
Das gilt auch für die Football Pros, die nach dem Aufstieg derzeit auf einem starken neunten Platz in der Liga liegen. Doch bei all dem Jubel hatte Eric Heuer auch einen nachdenklichen Ton an den Tag gelegt. Viermal in Folge präsentierte der Finanzvorstand schwarze Zahlen zum Geschäftsabschluss (zuletzt 4,4 Mio. Euro), meinte aber, er müsse „etwas Wasser in den vermeintlichen Wein gießen“. Der HSV wird sich auch in Zukunft darum kümmern, den finanziellen Abstand zu anderen Vereinen zu verringern. „Trotz eines sportlich sehr erfolgreichen Schnappschusses auf Platz 9 liegen wir auf Platz 18 der so wichtigen TV-Tabelle“, sagte Huwer, der die Mitglieder aufrief: „Union Berlin erhält 62 Millionen Euro aus dem TV-Fonds, während wir 32 Millionen Euro erhalten. Sie sehen, wir haben noch viel Arbeit vor uns. An Ruhe denkt niemand, wir haben im Vergleich zur Bundesliga noch viel aufzuholen. Wirtschaftlich, strukturell, aber auch sportlich.“ Auch im Volksparkstadion sind von Zeit zu Zeit Modernisierungsinvestitionen erforderlich.
Doch wie lange wird der HSV noch in seinem Stadion spielen? Der Senat erwägt den Bau einer neuen Volksparkarena, die auch als Stadion für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 dienen könnte. Als ein Mitglied Huwer fragte, was er von einem möglichen Umzug des geplanten Olympiastadions halte, gab der HSV-Boss eine klare Antwort.
Die Stadt Hamburg erwägt den Bau eines neuen Stadions im Volkspark
„Niemand hier denkt darüber nach, in ein Olympiastadion zu ziehen, wo wir nicht in der Nähe sein werden“, sagte Heuer schlicht. „Das einzige Szenario, das jemals diskutiert wurde, ist, dass die Stadt Hamburg ein neues Stadion neben unserem jetzigen Stadion baut. Solange ich das Sagen habe, kann ich versichern, dass der HSV niemals in einem Fußballstadion spielen wird, das einen Gehweg hat, der uns trennt und der unser Stadionerlebnis auch nur im Geringsten beeinträchtigt.“ Und weiter: „Wir werden unser geliebtes Volksparkstadion nur unter einer ganz einfachen Bedingung verlassen: Wenn sich die Situation für uns in jeder Hinsicht verbessert. Auf dieser Grundlage werden wir in Gespräche mit der Stadt eintreten.“
Huwer hat diesbezüglich klare Vorstellungen: „Wenn es überhaupt zur Debatte steht, gibt es bereits mehrere Richtlinien, etwa was die Farbgebung oder das Design angeht. Wir legen fest, wie das Stadion aussehen soll! Wenn das nicht der Fall ist, steht der Umzug gar nicht erst zur Debatte.“
Nach der Trennung von Kunz ist der HSV auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor
Auch wer Huer künftig im HSV-Vorstand betreuen wird, ist unklar. Ende Dezember trennten sich die Wege des HSV und seines ehemaligen Sportdirektors Stefan Kunz. Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß äußerte sich nur kurz zu den Umständen der Trennung der Versammlung. „Über die Ereignisse rund um die Ereignisse im Dezember 2025 und Januar dieses Jahres sowie den Abgang von Stefan Kunz wurde bereits viel geschrieben und berichtet“, sagte Papenfuß. „Wir als Aufsichtsrat haben in unseren öffentlichen Stellungnahmen zu diesem Thema klar Stellung bezogen und wollen und werden es dabei belassen.“
Kuntz wird vorgeworfen, Mitarbeiter im Büro sexuell belästigt zu haben. Die Suche nach einem Nachfolger ist noch nicht abgeschlossen und der Verein hofft, die Fertigstellung spätestens im Juni bekannt geben zu können. Als mögliches Szenario nannte der Aufsichtsrat auch die Beförderung von Klaus Costa. Auch der Sportdirektor sprach am Mittwochabend zu den Mitgliedern, erhielt Standing Ovations und dankte ihnen. „Der HSV wird auch abseits des Stadions als Einheit, als Familie wahrgenommen“, sagte der 41-Jährige. „Es macht Eindruck, es treibt einen an und ist ein wichtiges Puzzleteil in unseren Gesprächen. Auch Luka Vuskovic trägt dank Ihnen das HSV-Trikot.“
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Der hochtalentierte Verteidiger hörte diese Worte jedoch nicht mehr. Vushkovic, Stange und Stold verließen das Treffen nach einer Stunde und wollen auch in Zukunft sportliche Erfolgsgeschichten schreiben.
