Es war ein einzigartiger Abend. Der HSV besiegte Gladbach mit 3:1, feierte Traumtore und freute sich über Torschütze Shafiq Nanja (19). Der Preis: Platz acht!
Der HSV brauchte diesen Sieg, um beruhigt in die Länderspielpause zu gehen und sich dann voller Vorfreude auf das Nordderby in Bremen (22. November) vorzubereiten. Nach drei Pflichtspielniederlagen in Folge setzten sich die Hamburger durch mit 3:1 (1:1) gegen den Tabellenletzten Mönchengladbach kraftvolles Ausrufezeichen – und lieferte drei Schläge, die das Publikum faszinierten. Mit dem Teenager Shafiq Nanja (19) hat der Volkspark sogar einen völlig neuen Torjäger-Helden geschaffen.
Erleichtert gingen die HSV-Profis nach dem Schlusspfiff Richtung Nordtribüne und feierten. Eine erneute Pleite würde die Probleme am Tabellenende noch verschärfen. Doch nun grüßt Rothosen zumindest für eine Nacht von Platz acht aus. Verrückte Bundesliga.
Der HSV begeisterte seine Fans im ausverkauften Volkspark
Prost, Trubel, HSV. Die 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volkspark erlebten ein temporeiches Spiel und leisteten ihren Beitrag. „Die Atmosphäre war verrückt“, schwärmt HSV-Kapitän Albert Sambi Lokonga. Wann immer wir zu Hause spielen, können wir diese Atmosphäre einfach genießen. Miro Muhaim fügte hinzu: „Es war ein wirklich cooler Abend. Es ist einfach gut.“
Das sahen auch die Fans so und gingen zufrieden nach Hause. Vorausgegangen waren drei HSV-Tore der besten Sorte in Folge, die den Volkspark ins Wanken brachten.
Muheim brachte den HSV gegen Gladbach in Führung
11. Minute: Muheim hört den HSV-Fans zu und versetzt sie kurz darauf in Ekstase. Der Schweizer kommt 30 Meter vor dem Tor frei an den Ball. „Shiiiieeeeß“, brüllt die Menge. Und wie er schießt! Tief auf der rechten Seite schießt der Spielmacher mit fast 130 km/h ins Gladbacher Tor zur 1:0-Führung. Direktes Tor Nummer drei für Muheim in dieser Saison, nachdem er bereits in Hoffenheim (3:2) und gegen Stuttgart (1:0) die Siegtore erzielte.
60. Minute: Nanjas bisher größter Moment im HSV-Team. Nach Flanke von Albert Grönbeck ließ Petson Daka den Ball fallen, doch der HSV-Verteidiger stellte sich perfekt hinter ihn, nahm den Ball kurz an und traf dann zum 2:1. „Es war der schönste Moment in meinem ganzen Leben“, schwärmt der Torschütze. Damit nutzte der HSV den zahlenmäßigen Vorsprung aus, nachdem Ko Itakura (Foul an Grønbæk/49.) Gelb-Rot sah.
70. Minute: Für den krönenden Abschluss sorgte Grønbæk, der den Ball aus rund 25 Metern wunderschön in die rechte obere Ecke des Gladbacher Tors schob. 3:1 – perfekter kann man nicht schießen.
Wieder einmal erlitt der HSV einen Tiefschlag
Ein äußerst wichtiger Sieg für den HSV. Darüber hinaus hat die Hamburger Mannschaft gezeigt, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann. Als Muheim mit 0:1 zurücklag, ließen Zakaria El Wahdi (14.) und David Möller Wolfe (36./43.) gute bis sehr gute Chancen für Gladbachs Tor aus: Joe Scallys Schuss rollte zum 1:1 ins Netz (44.). Ein echter Tiefschlag für die Gastgeber. Und selbst bei einer 2:1-Führung musste der HSV erschüttert werden, als Sebastian Bornau den Ball zunächst falsch anlegte, ihn dann aber glänzend vor Scally parierte (66.). Das wäre wieder der Ausgleich.
Fehler, die Sambi Lokonga nicht unkommentiert stehen lassen wollte. „Wir müssen diese Dinge so schnell wie möglich aus unserem Spiel herausholen“, sagte der Belgier. Wir haben dem Gegner mehrere Chancen gegeben, wieder ins Spiel zu kommen.
Jubelte am Ende nur der HSV, der seinen Vorsprung auf den Abstiegsplatz deutlich ausbaute. „Ich freue mich für unsere Fans“, resümierte Sambi Lokonga, der dem Spiel als Spielmacher seinen Stempel aufgedrückt hat. Der HSV kann sich nun zurücklehnen und schauen, was der Wettbewerb an diesem Wochenende bereithält. Dann gibt es zwei besondere Höhepunkte: die Rückkehr von Mario Vušković nach einer vierjährigen Sperre im Test gegen Hajduk Split (15. November) und dann die Nordgipfel des Veser.
