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Die SPÖ und die ÖVP in der Krise: Die Macht der Emotionen gegen das Machtgefühl

    Die SPÖ und die ÖVP in der Krise: Die Macht der Emotionen gegen das Machtgefühl

    „Es gibt eine Phantomdebatte, die von lokalen Politikjournalisten bestimmter Medien geführt wird. Ich nehme diese Phantomdebatte zur Kenntnis, kann Ihnen aber sagen: Es gibt keine Führungsdebatte in den SPÖ-Gremien.“ Das ist doch nicht ganz falsch, oder? Martin WinklerDas sagte der Chef der SP Oberösterreich am Freitag im ORF-Hörfunk im Vorfeld des Neujahrstreffens der Spitzenfunktionäre am Samstag in Gumpoldskirchen. Aber auch das stimmt nicht ganz.

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    Wer surft, klickt oder beiläufig durch die Schlagzeilen scrollt, erkennt, dass mit der Wiener Prachtstraße eine gewisse Leidenschaft verbunden ist. Andreas Babler Die geschäftige Samstagssitzung wurde als „Notfallsitzung“ angekündigt. Die Möglichkeit einer Liebe ist also ausgeschlossen. Eher dürfte die Neigung des SPÖ-Vorsitzenden und Vizekanzlers zu höheren Vermögenssteuern eine Rolle spielen. Andererseits ist es als Journalist fast unmöglich, mit den Roten Beamten zu kommunizieren, ohne dass sich jemand über den Chef beschwert. Natürlich ist es eine Geschichte.

    Wo Winkler recht hat: Diese Debatte findet nicht in roten Gremien statt. Aber nicht, weil es keine gibt, sondern weil in der SPÖ die Kultur des Nicht-Miteinander-Redens vorherrscht. Es geht um die schärfste Kritik, die man über einen Zusammenschluss Gleichgesinnter äußern kann. Zu Bablers schärfsten Kritikern gehörte auch das Landesoberhaupt des Burgenlandes Hans Peter Doskozil Auch die Landesparteivorsitzenden der Steiermark und Niederösterreich, Max Lercher Und Sven Hargowitsch – Diese Treffen sind sinnlos, weil jeder den Elefanten im Raum geflissentlich ignoriert, weshalb sie durch Abwesenheit oder Schweigen auffallen; Für Bablers Team ist dies der beste Beweis dafür, dass es ohnehin kein Problem gibt. Dies war in Gumpoldskirchen der Fall. Zweieinhalb Jahre nach seiner Wahl ist der SPÖ-Chef mehr denn je ein Außenseiter in seiner eigenen Partei.

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    Eine dysfunktionale Familie

    Den Kärntner Menschen geht es in dieser unmöglichen Situation am besten Daniel Fellner Auf den Punkt gebracht, der Babler am Freitag seine 100-prozentige Unterstützung zusicherte, nur um dann hinzuzufügen, dass er gerne beim Bundesparteitag am 7. März in Wien gegen ihn antreten würde. Die Uhr tickt: Ende Januar und Anfang Februar muss entschieden werden, ob Babbler einen Herausforderer bekommt – die einzige wirkliche Option ist eine präventive. Christian Kern. Ansonsten hat Baber nach Einschätzung eines Experten beste Chancen, bei den nächsten Nationalratswahlen als Spitzenkandidat anzutreten.

    Eine Partei, der jahrzehntelang Abkühlung vorgeworfen wurde, ist nun Opfer ihrer eigenen Re-Emotionalisierung. Die Wunde vom 1. Mai 2016, als die damalige Kanzlerin noch schmachtete Werner Feimann Von linken Aktivisten am Wiener Rathausplatz gedemütigt. Die Distanz zwischen Stadt und Land spaltet die Partei in zwei Welten. Hinzu kommt schlechte Stimmung aufgrund einer schlechten Umfrage. Und mit Babbler gibt es jemanden an der Spitze, der diese vielfältigen Krisen verkörpert, anstatt die Partei wieder zusammenzubringen.

    Ein Pragmatiker der Machtmaximierung

    Im direkten Vergleich mit den Koalitionspartnern würde die Kanzlerpartei mindestens genauso schlecht, wenn nicht sogar schlechter abschneiden. Sie hat seit der Wahl deutlich mehr Wahlen verloren als die SPÖ, ein Amtsbonus für den Kanzler und Vorsitzenden. Christian Stoker Nicht in Sicht und der schwarz-türkisfarbene Markenkern liegt in Trümmern. Abgesehen von der WKO-Affäre ist es jedoch immer noch eindringlich Harold Maher Es kostet viel Geld, es gibt keine interne Kritik an Parteiverhältnissen nach außen – auch nicht „hinter verschlossenen Türen“, wie es bei Scharfschützen üblich ist, die lieber anonym bleiben wollen.

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    Warum das so ist, darüber lässt sich streiten. Es beginnt beim Mann an der Spitze: Babbler greift nach der Macht und wird als kleinster gemeinsamer Nenner gewählt, während Stoker scheitern muss. Carl Nehammers wird gezwungen, Parteiführer zu werden; Mit 65 Jahren hat der Herzensanwalt der ÖVP persönlich nichts mehr zu tun, während der 52-jährige SPÖ-Chef eigentlich keine Karriereoptionen mehr hat. Kleinere körperliche Einschränkungen spielen in der Politik eine Rolle.

    Vor allem der erste Termin setzt die SPÖ im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen unter Druck – zumal man davon ausgeht, dass die ÖVP die Koalition bei Bedarf jederzeit auflösen kann. Wer als Spitzenkandidat in den Wahlkampf geht, hängt davon ab, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt die größten Chancen auf die meisten Stimmen hat. Emotionen spielen keine Rolle. Das ist auf menschlicher Ebene vielleicht nicht sehr reizvoll, aber in der Politik ist es eine Stärke. Aber auch eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

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