HSV-Yongster Jason Bissi-Mouelle (18) schnuppert in letzter Zeit häufiger bei den Profis. Foto: WITTERS
Die Talentshow beim HSV – deshalb fehlten Glatzel und Co im Training
Länderspielzeit ist für HSV-Profis oft Talentzeit. Merlin Polcin wird diese Woche wieder einige junge Spieler beim Bundesligisten trainieren lassen, da mehrere Nationalspieler, darunter der ghanaische Ersatzspieler Ransford Koenigsdorfer, wechseln. Am Dienstag durften die ersten Jugendlichen „oben“ vorsprechen. Allerdings fehlten in der ersten Einheit der Woche einige bewährte Kräfte, die in Hamburg verblieben waren.
Robert Glatzel, Daniel Hoyer Fernandez und Albert Sambi Lokonga starteten mit einer Einheit in den Katakomben in die Länderspielpause. „Ferro hat innen gearbeitet und war etwas kontrolliert“, sagte Polzin über den HSV-Torwart. Glatzel hingegen war „ein bisschen krank“ und besuchte den Volkspark: „Aber er hatte es nicht nötig, mit uns auszugehen.“ Der Stürmer wurde geschont, da das nächste Pflichtspiel in anderthalb Wochen ansteht – am 4. April gegen den FC Augsburg.
Glatzel, Hoyer Fernandez und Sambi Lokonga ruhen sich aus
Glatzels Fehlen am Dienstag hatte nichts damit zu tun, dass er für das Spiel am Samstag in Dortmund (2:3) nicht im Kader stand. Polzin traf diese Entscheidung, weil der 32-Jährige der MOPO ein mit dem HSV nicht abgesprochenes Interview gegeben hatte. Weitere Konsequenzen muss Glatzel jedoch nicht befürchten. Wenn es ihm in den nächsten Tagen besser geht, dürfte er wieder auf dem Trainingsplatz stehen.
Gleiches gilt für Albert Sambi Lokonga, der drei Tage nach der BVB-Niederlage eine Verschnaufpause erhielt. „Sambi war auch da drin“, berichtete Polzin. „Er war noch kaputt, weil er in Dortmund am Limit war. Im Moment können wir es uns leisten, ihn in der Halle unter Druck zu setzen.“ Auf jeden Fall besteht kein Grund, Risiken einzugehen. Genau das will Polzin mit Nicolas Capaldo weiterhin vermeiden. Aufgrund der Bauchmuskelverletzung trainierte der Argentinier am Dienstag nicht mit der Mannschaft, sondern absolvierte ein Einzeltraining auf dem Platz mit Reha-Trainer Sebastian Capel.
Die Talente des HSV um Bissi-Mouelle explodieren bei den Profis
„Wir arbeiten noch hart. Es ist auf jeden Fall gut, dass wir noch eine Woche Pause haben. Dann hoffen wir, dass wir es so schnell wie möglich schaffen“, sagte Polzin, der hofft, dass sein neues Ziel mit Capaldo klappt: ein Comeback gegen Augsburg. „Heute war es solide, aber ich möchte ihn nicht von außen unter Druck setzen.“ Der Vizekapitän muss die Verletzung weiterhin sorgfältig behandeln, um für das Saisonfinale wieder voll fit zu sein.
In Abwesenheit von Capaldo und im Hinblick auf Bakery Jatta, der bei seiner Rückkehr nach einer Oberschenkelverletzung ebenfalls individuell agierte, gelang es einigen Talenten, sich einer großen Gruppe anzuschließen. Neben den U21-Spielern Shafiq Nandja und Omar Megeed, die regelmäßig mit den Profis trainieren, waren dieses Mal auch die beiden U19-Nachwuchsspieler Jason Bissi-Mouelle (18) und Henri Schümann (17) mit dabei, sowie der U17-Kicker David Wurie (16), der zum ersten Mal dabei war und daher zunächst mit Tritten auf den Rücken durchs Gitter laufen musste.
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Vom großgewachsenen und kopfballstarken Abwehrspieler Bisi-Muell hat Polzin bereits Gefallen gefunden: „Guter Junge, ein Junge aus Hamburg. Er kann hinten viel machen.“ Auch Finnlands U17-Torhüter Elias Lahti (17) war am Start. In den kommenden Tagen möchte Polzin weitere junge Spieler um sich begrüßen. „Wir müssen schauen, wen wir aus der Schule kriegen“, erklärte der Profitrainer – und lächelte.
