Insidern zufolge erwägen US-Regierungsbeamte die Möglichkeit einer einmaligen Zahlung an Einwohner Grönlands. Ziel sei es, die Bevölkerung des dänischen Überseegebiets von einer Abspaltung und einem möglichen Bündnis mit den USA zu überzeugen, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Diskutiert wurden demnach Beträge zwischen 10.000 und 100.000 Dollar (8.510,64 Euro bis 85.106,38 Euro) pro Person.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Das Weiße Haus bestätigte, dass Präsident Donald Trump und seine nationalen Sicherheitsberater prüfen, „wie ein potenzieller Kauf aussehen würde“. US-Außenminister Marco Rubio wird sich nächste Woche mit seinem dänischen Amtskollegen in Washington treffen, um über Grönland zu sprechen.
Denkbar sind 100.000 Euro pro Einwohner
Einer der mit den Diskussionen im Weißen Haus vertrauten Personen sagte gegenüber Reuters, dass die internen Diskussionen über Pauschalzahlungen in den letzten Tagen ernster geworden seien. Daher erwägen Berater riesige Summen, wobei Auszahlungen von 100.000 US-Dollar pro Person durchaus möglich sind. Das entspräche einer Gesamtsumme von etwa sechs Milliarden Dollar. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Grönländer die Unabhängigkeit wünscht. Obwohl sie einer Abspaltung von Dänemark gegenüber aufgeschlossen sind, lehnen sie einen Anschluss an die USA ab.
Dänemark: Die Insel steht nicht zum Verkauf
Die Regierungen von Kopenhagen und der grönländischen Hauptstadt Nyuk lehnten die amerikanischen Vorstöße ab. Die Insel mit ihren 57.000 Einwohnern steht nicht zum Verkauf. Der grönländische Premierminister Jens-Friedrich Nielsen schrieb am Sonntag: „Genug. Schluss mit den Annexionsgedanken.“ Auch führende europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien erklärten in einer gemeinsamen Erklärung, dass Entscheidungen über das Verhältnis zwischen Grönland und Dänemark allein von beiden abhängen.
Der Vorstoß der US-Regierung, Grönland zu übernehmen, hat sich in den letzten Tagen verstärkt. Als Grund nannten Insider die Geschwindigkeit der spektakulären Verhaftung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende. Trump argumentiert seit langem, dass die Vereinigten Staaten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit und wegen seiner natürlichen Ressourcen erwerben müssen. „Es ist sehr strategisch“, sagte er am Sonntag. Neben Kauf- oder Militärinterventionen erwägt Washington auch Assoziierungsabkommen auf Basis kleiner Pazifikstaaten. Dies würde jedoch eine frühere Unabhängigkeit Grönlands von Dänemark voraussetzen.
Hinterlassen Sie eine Anzeige