Selbst Hamburgs bester Devon Daniels (links) kann den ehemaligen Towers-Spieler und Würzburg-Torschützen Bray Ivey nicht stoppen. Foto: IMAGO / HMB-Media
Dramatik bis zum Schluss: Die Hamburg Towers verlieren knapp gegen Spitzenteam Würzburg
Natürlich wollten die Veolia Towers Hamburg mit einem Erfolgserlebnis in das neue Basketballjahr 2026 starten und so ihre guten Neujahrsvorsätze in die ersten wichtigen Punkte umsetzen. Die zweite Mannschaft aus Würzburg vereitelte ihre Pläne – allerdings nur mit 88:91.
Nach einem versöhnlichen Jahresausklang mit zwei BBL-Siegen in Folge gab es am vergangenen Wochenende gegen Oldenburg erneut einen deutlichen Rückschlag. Klar ist: Die Mannschaft von Trainer Benka Barloski steckt noch immer tief im Abstiegskampf: Zur Rettung des 16. Platzes fehlen ihr aktuell zwei Siege. „Es hat nicht so geklappt wie die Leistung gegen Oldenburg“, sagte Jared Gray vor dem Spiel: „Wir sind motiviert, unserer Mannschaft ein anderes Gesicht zu zeigen.“
Mit Niklas Wimberg und LJ Thorbe kehrten nach krankheitsbedingter Pause zwei Leistungsträger in den Kader der Hamburger zurück. Erleichternde Nachrichten für die Towers vor dem Spiel gegen den großen Favoriten aus Unterfranken. „Wenn wir unseren besten Basketball spielen und körperlich mithalten können, können wir auch dort gewinnen“, sagte Towers-Trainer Barloszki, der am Neujahrstag seinen 38. Geburtstag feierte. Wenn das nicht geschehe, werde es extrem schwierig, fügte er hinzu.
Die Türme werden intensiv verteidigt, doch Würzburg weicht zurück
Hamburgs Plan schien in den ersten Minuten aufzugehen. Die beiden Teams trafen auf Augenhöhe aufeinander, wobei Towers sehr gut ins Spiel kam und aufgrund eines Fouls an Jared Gray in den ersten 30 Sekunden zwei Strafstöße kassierte. Sie verteidigten mit hoher körperlicher Intensität und schnappten sich viele defensive Tacklings. Das erste Viertel brachte viel Tempo und Hamburg kombinierte gekonnt mit der drittbesten Abwehr der Liga.
Doch in diesem intensiven, körperbetonten Spiel verloren die Towers schnell die Kontrolle und wurden unberechenbar. Aus einer anfänglichen Vier-Tore-Führung wurde am Ende des ersten Viertels ein Rückstand von sieben Punkten für die Hamburger.
Trotz personeller Schwächen dominierte Würzburg weiterhin das Spiel, drehte schnell und spielte sehr starke Angriffe durch Ex-Hamburger Bray Ivey. Die Towers kamen gegen Ende des zweiten Viertels dank einiger guter Dreier von Hamburgs Topscorer Devon Daniels (32 Punkte) auf drei Punkte heran, doch die Gastgeber attackierten die Hochphase der Gäste gnadenlos und zogen erneut auf neun Punkte davon. Zur Halbzeit lagen die Towers in der Würzburger Tectake Arena sogar mit 35:47 zurück.
Dramatischer Showdown am Ende
Hamburgs Basketballer kamen nach der Pause voller Energie aus der Kabine. Angeführt von Ross Williams gelang es ihnen, den Rückstand zu Beginn des dritten Viertels von zwölf auf vier Punkte zu reduzieren. Die Würzburger hingegen fanden zunächst nicht in ihr Spiel und hatten sichtlich Probleme gegen den starken Angriff der Hamburger.
Dabei brauchten die Gastgeber vor allem die lautstarke Unterstützung ihrer Fans. „Auf nach Würzburg, kämpfen und siegen“, rief es von der Tribüne, denn jeder merkte, dass die Towers immer stärker wurden. Trotz des fünften Mannschaftsfouls ließen sich die Hamburg Towers nicht unterkriegen und gingen in den Anfangsminuten sogar erstmals in Führung. Mit einem ganz zarten 64:62 für die Franken war es endlich soweit.
Das letzte Viertel sah für beide Teams wie ein Neustart aus. Der große Abstand in der Tabelle war nicht mehr spürbar. Die Towers profitierten von ihrem extrem starken Devon Daniels, der gegen Ende fast alles schaffte. Er nahm seine Freiwürfe souverän an und punktete cool von der Dreipunktlinie. Andererseits war die Anspannung bei einigen seiner Teamkollegen deutlich zu spüren.
Zachary Perine verfehlte in den letzten Spielminuten alle vier seiner Freiwürfe. Vielleicht waren es genau diese Schlüsselmomente des Spiels, die den Towers gegen Ende fehlten. Würzburg spielte die Partie zerrissen und konnte sich am Ende über den Mindeststand von 91:88 freuen.
Türme können auf starker Leistung basieren
Bitter ist für die Hamburger nicht nur die knappe Niederlage, sondern auch die 20 Punkte, die sie von ihrem ehemaligen Würzburger Spieler und Topscorer Bray Ivey kassierten. Insgesamt sind die Towers aber mit einer respektablen Leistung ins neue Jahr gestartet, auf der sie in den nächsten Wochen aufbauen können. „In Zeiten wie diesen müssen wir auf den Prozess achten, nicht nur auf die Endergebnisse“, bestätigte Daniels nach dem Spiel. Er ist überzeugt, dass das Team auf dem richtigen Weg ist.
Sie könnten auch interessiert sein an: HSV-Crack! Chef Kuntz tritt zurück – wie es im Volkspark weitergeht
Den nächsten Anlauf zur Umsetzung ihrer Neujahrsvorsätze wollen sie am 10. Januar im Heimspiel gegen Trier unternehmen. Drei Tage zuvor wird sich zeigen, ob das neue Jahr für Hamburg eine überraschende Wendung im EuroCup bringen wird, wenn sie in der Inselpark-Arena gegen Litauens Neptunas Klaipeda antreten.
