Wer hat diesmal viel Spaß? Für Kölns Trainer Lukas Kwasniok (links) geht es auch darum, seinen Job gegen den HSV und Merlin Polcin zu sichern. Foto: imago/Sven Simon
Ein anderer Kollege ist wackelig! Wird HSV-Trainer Polzin erneut zum Trainerkiller?
Vermutlich wusste Merlin Polzin am vergangenen Samstag nicht, wie er seinem Kollegen gegenübertreten sollte. Als der Schlusspfiff ertönte und der 2:1-Sieg des HSV in Wolfsburg nicht mehr zu erschüttern war, war klar, dass Daniel Bauer als VfL-Trainer keine Zukunft mehr haben würde. Polzin eilte zur Bank der Wölfe und beschloss, dem kranken Bauern einen aufmunternden Händedruck und zwei, drei kurze Worte zu geben. Weniger als 20 Stunden später verlor er seinen Job. Am Samstag muss sich Polzin womöglich noch einmal genau überlegen, wie er sich nach dem Spiel von einem seiner Kollegen verabschieden soll – denn auch der nächste Trainer, der den HSV betreut, ist fraglich.
Die Tatsache, dass es sich hierbei um Lukas Kvasnik handelt, erhöht die Brisanz der Frage. Es fehlte nicht mehr viel und der aktuelle Trainer des 1.FC Köln würde eines Tages Polzins Posten beim HSV übernehmen. Im Dezember 2024, kurz nach der Entlassung von Steffen Baumgart, prüfte der ehemalige HSV-Sportdirektor Stefan Kunz Kwasnioks Wunsch. Der 44-Jährige, der zu diesem Zeitpunkt noch bei Paderborn unter Vertrag stand, hätte sich schon in der Winterpause einen Wechsel gewünscht, doch die SCP-Bosse standen im Weg, bevor die Gespräche richtig beginnen konnten. Nach einem spannenden 5:0-Sieg gegen Fürth kurz vor Weihnachten wurde Polcin schließlich von einer Interims- in eine Festanstellung berufen und führte den HSV mit seiner Mannschaft in die Bundesliga.
HSV-Trainer Polzin wird für seine Arbeit bundesweit gelobt
Auch Kwasniok landete dort, als er zum FC wechselte. Doch die Anforderungen der beiden Trainerkollegen vor dem Treffen an diesem Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de) sind sehr unterschiedlich. Während Polzin für seine Arbeit beim HSV (Platz zehn, 29 Punkte) fast bundesweite Anerkennung erhielt, steht Kwasniok nach nur zwei Siegen aus den letzten 16 Spielen immens unter Druck. Fünf Punkte hinter dem HSV, nur ein besseres Torverhältnis trennt den FC (14.) vom Abstiegsplatz.
Was kommt als nächstes für Kwasniok? Wird Polzin wieder zum Trainermörder? Eine Niederlage in Köln im Volkspark, gepaart mit einer schwachen Leistung, könnte laut Berichten aus der Domstadt dazu führen, dass Kwasniok ausscheidet. Für den FC-Trainer spricht allerdings, dass seine Mannschaft zuletzt auch gegen Dortmund (1:2) Moral bewies und in Unterzahl dem Ausgleich nahekam. Und: Seine Profis sind in dieser Saison noch nie richtig unter die Räder gekommen und haben kein einziges Ligaspiel mit mehr als zwei Toren Unterschied verloren.
Polzins HSV hat bisher beide Duelle mit Kwasniok verloren
Für Polzin ist es das dritte Spiel als Cheftrainer des HSV mit Kvasniok. Die ersten beiden verlor er – in der Rückrunde der letzten Zweitligasaison in Paderborn (0:2), dann in der Hinrunde mit 1:4 in Köln. Und dieses Mal?
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Vor dem ersten Spiel lobte Polzin seinen Kollegen in vollen Zügen. „Ich glaube, Lukas Kwasniok ist dafür bekannt, immer eine Lösung zu finden, um dem Gegner Probleme zu bereiten“, sagte der HSV-Trainer damals. Dieses Mal wird Kwasniok höchstwahrscheinlich eine Lösung finden müssen, damit er weiterhin sicher in seinem Job bleiben kann.
