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Ermittlungserfolg: Was Kriminelle mit falschen Bombendrohungen erreichen wollen

    Ermittlungserfolg: Was Kriminelle mit falschen Bombendrohungen erreichen wollen

    Erst Mitte November musste der Grazer Hauptplatz nach einer Bombendrohung gesperrt werden; Wenige Tage zuvor wurden aus ähnlichen Gründen mehrere steirische Schulen evakuiert. Seit letztem Jahr bereiten zunehmende Bombendrohungen den Behörden Probleme – auch wenn es sich dabei um Fehlalarme handelt. Nun können Polizei und Staatsschutz von erfolgreichen Ermittlungen berichten: Mehrere Personen konnten aufgespürt und ihre Identitäten an die deutschen Behörden weitergegeben werden. Im Nachbarland kam es im September zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen bei drei Personen, zuletzt bei vier Personen.

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    Die Direktion für Staatssicherheit und Nachrichtendienst (DSN) und das Bundeskriminalamt gaben am Donnerstag bei einer Medienveranstaltung bekannt, dass es sich bei den untersuchten Personen um Männer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren handele. Was die Ermittler einerseits überraschte, war, wie professionell die zum Teil noch minderjährigen Kriminellen daran arbeiteten, ihre Spuren beispielsweise im Internet zu verwischen. Andererseits gibt es auch ein Motiv hinter den Drohungen: Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie einen islamistischen Hintergrund haben; Dabei geht es in erster Linie um mediale Aufmerksamkeit. „Je mehr Berichterstattung, desto besser ist die Situation vor Ort“, erklärt DSN-Vizedirektor Leopold Holzbauer.

    Terror und bedrohliche Drohungen erregen mediale Aufmerksamkeit

    Dieses Phänomen ist als „Swatting“ bekannt, ein Begriff, der von der amerikanischen Spezialeinheit „Special Weapons and Tactics“ oder kurz SWAT abgeleitet ist. Über Online-Plattformen vernetzen sich die Täter locker, bleiben aber anonym. „Es gibt keine Kameradschaft, keine Einigkeit. Tatsächlich ist es ein feindseliges Umfeld“, berichtet ein DSN-Ermittler.

    Was konkret bedroht ist, hängt von Überlegungen ab, welche Bedrohung voraussichtlich das größte Medienecho hervorrufen wird. Sollte Islamismus ein Thema sein, drohen entsprechende Anschläge. Nach einer Schießerei in einer Grazer Schule im Mai nahmen die Schießdrohungen erneut zu, sagen Ermittler. Während die Befragten im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv waren, gelang es in Österreich besonders leicht, die gewünschte Aufmerksamkeit zu erregen: In den Chatnachrichten des Netzwerks wurde beklagt, dass die deutschen Medien mittlerweile nur noch selten über die Bedrohungen berichteten.

    Die Orte, an denen der Angriff droht, werden zufällig ausgewählt und anschließend recherchieren die Kriminellen die entsprechenden Adressen im Internet. „In den meisten Fällen besteht kein direkter Ortsbezug“, sagt der Ermittler. Allerdings dürften Schulen und Bahnhöfe, die besonders häufig Ziel von Bedrohungen sind, aufgrund ihres jungen Alters den Tätern grundsätzlich vertraut sein und daher ausgewählt werden.

    Eine lange Haftstrafe ist möglich

    Die bisherige Forschung reicht nicht aus; DSN geht davon aus, dass das Swatting-Phänomen anhalten wird. „Aber es ist kein Kavaliersdelikt und es wird auch nicht sofort passieren, aber wir werden Sie finden“, sagte Andreas Holzer, Leiter des Bundeskriminalamtes, den Verfassern der Meldungen.

    Für die Ermittler gilt nun deutsches Recht. Zu den Straftaten zählen in Österreich jedoch unter anderem der Missbrauch von Notsignalen, Nötigung, gefährliche Drohung und Nötigung; Bei letzterem geht es darum, eine große Anzahl von Menschen durch die Androhung von Straftaten zu verunsichern. Die entsprechenden Paragraphen sehen teils hohe Haftstrafen vor: Bei missbräuchlicher Verwendung von Notsignalen sind es bis zu sechs Monate, führt die Drohung zu einer nachhaltigen Störung des öffentlichen Lebens, sind es sechs Monate bis fünf Jahre.

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