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Erneute Proteste in iranischen Städten, Trump droht mit Intervention

    Erneute Proteste in iranischen Städten, Trump droht mit Intervention

    Im Iran protestierten am Freitagabend in verschiedenen Großstädten des Landes erneut Menschen gegen die Regierung. In Großstädten wie Teheran und Maschhad fanden Märsche statt. Ein in den sozialen Medien weit verbreitetes Video zeigte Menschenmassen an zentralen Orten. Die Aufnahmen konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden. Das genaue Ausmaß der Erscheinungen war zunächst unklar.

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    Aufgrund einer bundesweiten Internetabschaltung waren nur wenige Aufnahmen der Außenwelt zugänglich. In dem von den Aktivisten veröffentlichten Video sind Menschenmassen im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad zu sehen. Eine Stimme im Hintergrund meldet, dass die Moschee in Brand gesteckt wurde. Die Aufnahmen zeigen Brände und chaotische Szenen auf den Straßen. In einem anderen Teil des Videos ruft die Menge „Tod dem Diktator“.

    Das in New York ansässige Center for Human Rights in Iran (CHRI) äußerte sich besorgt über die Gewalt des Staates. Es gebe glaubwürdige Augenzeugenberichte aus Krankenhäusern voller verletzter Demonstranten in den Gebieten Teheran, Mashhad und Karaj, heißt es in einem Bericht.

    Zeit berichtet: Mehr als 200 starben

    Ein Arzt in Teheran sagte dem US-Magazin „Time“, dass sechs Krankenhäuser in der iranischen Hauptstadt mehr als 200 Tote unter Demonstranten verzeichnet hätten – die meisten von ihnen seien „durch scharfe Munition“ getötet worden. Diese Zahlen können jedoch nicht unabhängig bestätigt werden.

    Nach Angaben von Aktivisten wurden bei den landesweiten Protesten bisher 51 Demonstranten getötet, Zahlen vom Donnerstag und gestern Abend in mehreren Großstädten fehlen allerdings noch. Die in Oslo ansässige Iranische Menschenrechtsorganisation (IHRNGO) berichtete, dass bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften Hunderte weitere Menschen verletzt worden sein sollen.

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    Trump warnte die iranische Regierung

    US-Präsident Donald Trump bekräftigte unterdessen seine Warnung an die iranische Regierung, dass die USA eingreifen würden, wenn Menschen wie in der Vergangenheit getötet würden: „Wir werden uns einmischen, wir werden sie dort sehr hart treffen, wo es weh tut.“ Dies bedeutet jedoch nicht den Einsatz von US-Bodentruppen.

    Am Donnerstagabend kam es zur größten Demonstration seit Beginn der Protestwelle, einen Tag später kam es erneut zu Aufrufen. Nach Angaben von Teherans Bürgermeister Aliresa Zakani wurden bei den Unruhen in der Hauptstadt mehr als 50 Banken und mehrere staatliche Institutionen in Brand gesteckt. „Mehr als 30 Moscheen gingen in Flammen auf“, sagte er in einem von der Nachrichtenagentur Mehr verbreiteten Video.

    Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei verurteilte die Proteste. In einer am Freitag veröffentlichten Rede sprach der 86-Jährige davon, dass Menschen „Unruhe stiften“ und „dem Land schaden“. „Es gibt auch diejenigen, deren Werk Zerstörung ist“, sagte er. Sie hätten „zerstört, nur um dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zu gefallen“, sagte das Staatsoberhaupt und bezog sich dabei auf Trump. Khamenei signalisierte eine harte Haltung gegenüber den Demonstranten.

    Auslöser der Demonstrationen Ende Dezember waren eine große Wirtschaftskrise und ein plötzlicher Absturz der Landeswährung Rial. Wütende Händler gingen daraufhin in Teheran auf die Straße. Dieser Protest hat sich mittlerweile im ganzen Land ausgebreitet. Daraufhin schaltete die Führung das Internet für die Bevölkerung ab, um die Kommunikation zu erschweren.

    Merz, Macron und Starmer „zutiefst besorgt“

    Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten die iranische Regierung auf, von der Gewalt abzusehen. „Wir sind zutiefst besorgt über Berichte über Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte und verurteilen die Tötung von Demonstranten aufs Schärfste“, sagten der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer in einer gemeinsamen Erklärung.

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    Die iranischen Behörden sind für den Schutz ihres eigenen Volkes verantwortlich und müssen freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung ohne Angst vor Repressalien ermöglichen. Als Reaktion darauf warf der Iran den drei Ländern vor, ihre Bedenken als „heuchlerisch“ zu bezeichnen. „Wir verurteilen die böswillige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans mit dem Ziel, Gewalt zu schüren“, heißt es darin.

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