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Fehltritte und Rücktritte: Wie lange kann Keir Starr Premierminister bleiben?

    Fehltritte und Rücktritte: Wie lange kann Keir Starr Premierminister bleiben?

    Als Keir Starmer am 5. Juli 2024 seine Antrittsrede als neuer britischer Premierminister vor der Downing Street 10 in London hielt, forderte er „Transformation“, ein Ende der Anarchie und einen neuen Politikstil. Das von vielen konservativen Regierungen zutiefst desillusionierte Land wollte zumindest einem Labour-Politiker vertrauen. Heute ist davon nichts mehr übrig. Starmer, der vor 19 Monaten die Position des Krisenmanagers anstrebte, hat selbst mehrere Krisen durchgemacht.

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    Farages Partei liegt in allen Umfragen vorne

    Labour liegt in den Umfragen schon lange im Abwärtstrend – der Rechtspopulist, Ex-Brexit-Befürworter und ehemalige „Dschungelcamp“-Bewohner Nigel Farage und seine Partei Reform UK liegen landesweit an der Spitze der Umfragen. Aber auch mit seinem eigenen Personal hat Starmer Probleme: Innerhalb weniger Tage verzeichnete er drei hochkarätige Abgänge: Kabinettssekretär Chris Wormald, Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allen.

    Im Zentrum der Unruhe steht ein weiterer Labour-Veteran: Der ehemalige Wirtschaftsminister und EU-Kommissar Peter Mandelson wurde 2024 unter Starmer zum britischen Botschafter in Washington ernannt – trotz seiner bekannten Beziehung zum 2019 verstorbenen US-Investmentbanker und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. In einer Zeit, in der sich die Beziehungen Europas zu den USA bereits unter der Führung von Donald Trump verschlechtert hatten, war der Aufschrei im Vereinigten Königreich besonders groß.

    Fehltritte, Betrügereien und Rücktritte

    Der konservative Oppositionsführer Cammy Badenoch warf dem Labour-Politiker vor, seine Mitarbeiter für ihre eigenen Fehler bezahlen zu lassen. Starmer versuchte sich mit einem kriegerischen Blick vor seiner eigenen Gruppe über Wasser zu halten – zumindest verschaffte er sich damit wohl Zeit. Allein: Die Zeit des amtierenden Premierministers wird knapp – neben den Regionalwahlen in Schottland und Wales dürften vor allem die Regional- und Kommunalwahlen in England zum Waterloo für Labour (und vielleicht auch für die Konservativen) werden. Anas Sarwar, der Labour-Chef in Schottland, machte deutlich, dass der Parteichef in London gehen müsse. Die meisten Kommentatoren in London gehen davon aus, dass Starr als Premierminister möglicherweise keinen Fünf-Uhr-Tee mehr erleben wird.

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    Und dann gibt es noch grundlegende Probleme, das Land nach seinen Vorstellungen zu verändern: Starr schafft es nicht, das Parlament bei umstrittenen Projekten hinter sich zu bringen – trotz großer Regierungsmehrheit. Während der 63-jährige Jurist in geografisch unsicheren Zeiten immer weiter in die politische Vergessenheit abdriftet, gelten vor allem zwei als potenzielle Nachfolger für die Parteiführung: einerseits seine frühere Stellvertreterin Angela Rayner und andererseits Gesundheitsminister Wes Streeting. Keiner von ihnen ist beliebt.

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