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Finanzminister Marterbauer im Wiener Salon: „Ich wäre mit Babler gegangen“

    Finanzminister Marterbauer im Wiener Salon: „Ich wäre mit Babler gegangen“

    Österreichs erste Dreiparteienkoalition ist seit fast einem Jahr im Amt, und Markus Marterbauer (SPÖ) überwacht als Finanzminister den konsolidierungsbedürftigen Staatshaushalt. Er müsse schon immer ein „Spielverderber“ sein, wenn es um teure Vorschläge gehe, „aber gemeinsam haben wir große Fortschritte gemacht“, sagte er am Montag im Wiener Salon der Klein Zeitung im Gespräch mit Wien-Chefredakteurin Christina Trar und Wirtschaftsressortleiter Manfred Neuper.

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    Mit einem weiteren Doppelhaushalt im Sommer will Schwarz-Rot-Rosa nun den Kurs der Regierung für die nächsten zwei Jahre festlegen. Dies soll für mehr Planbarkeit sorgen und auch Haushaltsdiskussionen im Wahlkampf vor der Landtagswahl in Oberösterreich im Herbst 2027 ersparen. Marterbaur wies die von FPÖ-Haushaltssprecher Arnold Schiffer geäußerte Kritik zurück, dass ein Doppelhaushalt voraussichtlich verfassungswidrig sei. Es ist eine Ausnahmesituation, dass sie mit dem Haushalt 2028 aus dem EU-Defizitverfahren aussteigen wollen. „Das ist eine gute Bestätigung, die auch juristisch Bestand hat.“ Er sei jedenfalls zuversichtlich, dass Österreich seine Defizitziele in den kommenden Jahren erreichen könne.

    „Ein Lean-Ansatz ist nicht der beste Weg“

    Allerdings sei „das Chaos aus Washington eine Herausforderung“, sagt Marterbauer mit Blick auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Er freue sich, dass die EU-Kommission hier die Verhandlungen führe. Er hält es für richtig, dass man sich nun entschieden hat, das Handelsabkommen mit den USA auszusetzen. Es brauche sichere Entscheidungen und ein starkes Europa, „ein schlanker Ansatz ist nicht der beste Weg.“

    Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sorgte jüngst für Unruhe in der Koalition, als er im Parteiprogramm eine Volksabstimmung über die Ausweitung des Wehrdienstes in Aussicht stellte – diese ist im Regierungsprogramm nicht vorgesehen. Politisch sei es „nicht der beste Schachzug“ gewesen, sagt Marterbauer. Wenn Sie verhandeln, um für die Models zu stimmen, können Sie möglicherweise sogar eine politische Einigung erzielen. Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) lehnte die Idee eines Volksentscheids zur Erbschaftssteuer ab. „Es war so etwas wie ein Comeback.“ Der Finanzminister macht keinen Hehl daraus, dass er grundsätzlich für eine solche Steuer ist. Er würde dies in dieser Legislaturperiode nicht selbst vorschlagen, aber gerne darüber diskutieren, „wenn meine Freunde bei Neos erkennen, dass die Erbschaftssteuer die liberalste aller Steuern ist.“

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    Im Gegensatz dazu fordern Stimmen aus ÖVP und Neos häufig eine Senkung der Lohnnebenkosten; Finanzstaatssekretärin Barbara Ebinger-Mitte (ÖVP) bezeichnete dies kürzlich als „wünschenswert“. Finanzielle Spielräume dafür gebe es derzeit nicht, betont Marterbauer: „Wenn es finanziell ist, können wir sofort darüber reden. Aber eine Haushaltssanierung hat Priorität.“

    Marterbauer sei Babler gegenüber „sehr loyal“.

    Nicht nur gibt es Differenzen zwischen der SPÖ und ihren Koalitionspartnern, auch die Sozialdemokraten kämpfen intern mit Streitigkeiten. Altkanzler Christian Kern liebäugelte beim SPÖ-Parteitag im März in Wien mit einer Stimme gegen Vizekanzler Andreas Babler – mangels Unterstützung aus Wien entschied er sich letztlich gegen eine Kandidatur. Er war Babler gegenüber „sehr loyal“; Hätte es einen Wechsel an der Spitze gegeben, „wäre ich mit Babbler gegangen.“ Insgesamt werde es solche Diskussionen „mehr in der Kronenzeitung als in der SPÖ geben“, sagte der Finanzminister vor Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft. Volle Gläser garantiert das Weingut Fischer aus St. Anna am Agen in der Steiermark.

    Während Babler mit schlechten Umfragewerten zu kämpfen hat, sieht er Marterbauer regelmäßig als das beliebteste Mitglied der Regierung. Marterbauer sagt, man dürfe solche Umfragen „nicht zu ernst nehmen“. Aber er ist „besser als umgekehrt“ und zeigt sich überrascht, wie viel positives Feedback er als Politiker bekommt. Allerdings strebt ein Ökonom nicht nach hohen Positionen in der Politik; Er will weder Parteichef noch Bundespräsident sein. „Ich werde am Ende der Legislaturperiode 2029 als Finanzminister in den Ruhestand treten“, „das habe ich meiner Frau versprochen.“

    Präsentator des Klein-Zeitung-Salons: Münze Österreich

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