Schmerz, lass los! Jackson Irvine erhält einen Assist nach einem groben Foul von Marco Friedl (links). Foto: WITTERS
Friedels heftiges Foul mit Folgen: Was mit St. Pauli-Kapitän Irvine passiert
Es war eine Szene, die sich anfühlte, als würde das gesamte Millerntor-Stadion, das bis zum Rand gefüllt war und vor Emotionen fast platzte, den Atem anhalten. Ein fies aussehendes Foul an St. Pauli-Kapitän Jackson Irvine, der die Kiezkickers seit Wochen mit Beinschmerzen in den Klassenkampf führt und von Werder-Kapitän Marco Friedl mit hohem Tempo zu Fall gebracht wurde, sorgte für hitzige Szenen auf dem Platz. Nach der Aktion und der langen Behandlungspause humpelte Irvine und wurde wenige Minuten später ersetzt. Wie beurteilt der Spitzenreiter das hektische Treiben nach dem gefeierten 2:1-Sieg?
Irvine war am Montagmorgen auf dem Trainingsgelände des FC St. Louis nirgends zu sehen. Pauli in der Kollaustraße. Dies ist nicht ungewöhnlich, da die Spieler der Startelf ihre Regenerationseinheit immer im Funktionsgebäude absolvieren. Insofern lassen sich keine Rückschlüsse darauf ziehen, wie der Australier das aufreibende, umkämpfte und teils harte Kellerduell gegen Bremen überstanden hat.
Nur gelb? Foul von Friedl an Jackson Irvine
Es ist mittlerweile normal, dass es in Irvine nach den Spielen nicht rund läuft. Sein Knöchel schmerzt, obwohl alle Beteiligten und Verantwortlichen betonen, dass der 32-Jährige nicht mit einer Verletzung spielt und keine Gefahr einer Verschlimmerung besteht. Das linke Bein ist immer noch ein sensibler Bereich.
WochenMOPO – neu ab Freitag und Zeitungen gibt es überall!
Diese Woche unter anderem mit diesen Themen:
- Fürsorge bis zum Tod: Wiebke Worm gab ihr Leben für ihren Mann Uwe
- Hamburgs Wirtschaft im Griff: Wo es brummt – und wo es knirscht
- Sex im Alter: Dr. Sex Therapist kann eine Menge Spaß machen. Elke Franzki
- Große Ergänzung zum Puzzle: Rätselspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: Königsdörffer zeigt es allen: Jugendtrainer bei seinem Start: UND: Finn Bartels warnt St. Pauli
- 28 Seiten Plan 7: Pete Doherty kommt nach Hamburg – Tickets gewinnen! Und: Tipps für das tägliche Ausgehen
Das erklärt den Schock und die kollektive Angst, als Friedl in der 75. Minute – fünf Minuten nach der 2:1-Führung durch Joel Chima Fujita – dem auf das Werder-Tor zustürmenden Irvine entkommen konnte, ohne den Ball zu treffen. Irvine schwebte aufgrund der hohen Geschwindigkeit spektakulär durch die Luft, blieb dann lange am Boden liegen und wurde dort behandelt. Der bei der Aktion verletzte Friedl kam mit einer Gelben Karte davon. Dunkelgelb.
Irvine: „Er wurde auch verletzt“
Angesprochen auf das brutale Foul des Österreichers musste Irvine im Interviewbereich schmunzeln. „Ich habe ein bisschen mehr bekommen“, sagte er und bezog sich dabei auf seine Zeit in der Behandlung. Und er verriet einen Dialog mit Friedl: „Er hat mir gesagt, dass er sich auch verletzt hat. Es war Schienbein gegen Schienbein.“ Der Schiedsrichter hielt die Gelbe Karte für angemessen und die Kriterien für einen Notstopp waren nicht erfüllt. „Ich glaube nicht, dass es ein Roter war“, sagte Irvine und kassierte ein Sportfoul: „Das ist einfach Teil des Spiels.“ Wenn man ein Gewinner ist, ist es logischerweise einfacher, den Überblick zu behalten.
Dass Irvine länger brauchte, um behandelt zu werden und sich von dem Foul zu erholen, hatte auch etwas mit seinem Situationsbewusstsein und seiner Intelligenz zu tun, die neben seinem Engagement und seiner Energie wichtig sind. Das betonte auch Trainer Alexander Blessin nach dem angespannten Spiel: „Djako war in der zweiten Halbzeit sehr gut, hat viele Zweikämpfe gewonnen, ist dynamisch geblieben und hat dann wichtige Fouls gemacht, die uns geholfen haben, zu Fall zu kommen, durchzuatmen und dann den nächsten Angriff zu starten.“
Sie könnten auch interessiert sein an: Boss-Ritual, Niederlagentanz – Fujita und sein Geheimnis der Bestimmung
Irvine spielte nicht, nutzte aber die Auszeit nach dem zugegebenermaßen harten Tackling, um sich und seinen Teamkollegen etwas Ruhe zu gönnen. Fünf Minuten später wurde er unter stehenden Ovationen ausgewechselt. Er hat sich wahrscheinlich nicht mehr als eine Prellung am Schienbein zugezogen.
