Zu Beginn der Damen-Abfahrt auf der Kurzstrecke in Crans-Montana kam es zu zwei Stürzen. Unter schwierigen Bedingungen flog Anfängerläuferin Nina Ortlieb von der Stelle, an der sie sich vor fünf Jahren schwer verletzt hatte. Glücklicherweise blieb die Vorarlbergerin bei ihrem Sturz unverletzt. „Ich habe aus gutem Winkel das Netz getroffen und mir ein blaues Auge zugezogen“, sagt der Trainingsschnellste. Zum Glück ist mir das gelungen.“
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Welche Kräfte unter solchen Bedingungen auf Körper und Materialien einwirken, wurde durch Ortliebs Arbeitsgeräte demonstriert. „Der Ski ist komplett beschädigt und kaputt, man sieht den Holzkern.“ Der 29-jährige Spieler entschuldigte sich auch beim Publikum. „Wir wollten den Fans eine positive Energie geben und jetzt sind die Startnummern eins und drei ausgefallen.“ Sie verweist auf die besondere Bedeutung des Weltcup-Wochenendes, knapp einen Monat nachdem bei einem Brand in einem Schweizer Wintersportort 40 Menschen ums Leben kamen.
Monsen stürzte schwer
Leider war ein weiterer Unfall zu Beginn des Rennens weniger schwerwiegend. Kurz vor dem Ziel kam die Norwegerin Marte Monsen von der Ideallinie ab, erwischte knapp das Tor und lief dann ins Fangnetz. Durch den heftigen Aufprall verlor sie ihren Helm und musste unmittelbar danach minutenlang im Zielbereich behandelt werden. „Im unteren Teil gibt es neben der Idealspur noch eine Eismasse. Der Kern ist kompakt, aber es gibt viele kleine Wellen durch neues Eis und Rutschungen“, erklärte Ortlieb. „Vor allem am Schlusshang muss man gut stehen.“ Monsen wurde weggebracht.
Das Rennen dauerte nicht lange, erwischte aber auch den absoluten Weltcup-Superstar Lindsey Vonn. Der Amerikaner stürzte an der gleichen Stelle wie Ortlieb und prallte gegen das Sicherheitsnetz. Der 41-Jährige packte sich sofort am linken Knie. Vaughn ging selbst mit offensichtlichen Schmerzen zur Ziellinie und verschwand sofort im Zelt, um nach der Verletzung zu sehen. Zuvor nickte sie mehrmals. Sein Trainer Axel Lund Svindal zeigte sich optimistisch. „Ich hoffe, dass es ihr gut geht. Wir sind uns noch nicht sicher. Sie wird untersucht und dann werden wir sehen, dass sie schon Schmerzen hat. Aber ich möchte positiv bleiben und hoffen, dass nichts kaputt ist.“ Insbesondere betrifft es das linke Bein und das linke Knie. Gegen beides wird derzeit ermittelt. Der Norweger hält die Absage für „die richtige Entscheidung“, wie er im ORF erklärte. „Vielleicht war die Strecke im ersten Training ruhig und die Kombination aus Bedingungen und Streckeneinstellung mit dem Renntempo heute war nicht so gut.“
Myer sieht Fahrfehler als Problem
Schnell kam es zu Diskussionen über eine mögliche Kündigung. Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), brachte es auf den Punkt: „Die Arbeit war gut gemacht, aber es ist ein anspruchsvolles Gelände, daher muss die Kurssetzung Kurven beinhalten, sonst wird die Geschwindigkeit hoch“, sagte der Deutsche. „Selbstkritik“ ist besonders passend, wenn es um die Stürze von Ortlieb und Vaughan gegen die Kurve geht. „Du bist nicht gut gefahren und es gab Probleme, die durch eine gleichmäßigere Fahrweise hätten vermieden werden können.“
Nach einer mehrminütigen Pause und einer holprigen Fahrt von vorne wurde der Abstieg nach sechs Läufern abgebrochen, von denen nur drei ins Ziel kamen. Aufgrund des zunehmenden Schneefalls entschied die Jury, das Rennen abzubrechen. Offenbar wurden die Athleten vorher nicht gefragt, warum am Start so viel Aufregung herrschte. „Solche Stürze sind immer gefährlich“, sagte OSV-Athletin Connie Hutter. „Aber perspektivisch wäre es möglich gewesen, der Schnee hilft auch bei den Konturen. Ich habe mit der FIS gesprochen und sie sagten, die Piste sei zu rau und deshalb wurde das Rennen abgebrochen. Ich verstehe das nicht wirklich.“ Auch die Sportlersprecherin des Rennens sprach schon früh mit einigen Kollegen. „Alle sagten, sie hätten es nicht ganz verstanden.“
FIS sprach über Sichtbarkeitsprobleme
Wie Hütter befürchtet hatte, dürfte der Grund für die Absage die Sichtbarkeit auf der Strecke gewesen sein. „Die Bedingungen haben sich geändert, der Schnee ist stärker geworden und die Sicht hat sich in den letzten Stunden verschlechtert“, erklärte FIS-Rennleiter Peter Gerdol. „Die Rückmeldungen der Vorgänger haben diese Annahme bestätigt. Ich denke, schlechte Sicht war auch der Hauptgrund für die Fehler der Sportler. Wir wissen, dass es ein harter und gefährlicher Sport ist, aber wir wollen keine Verletzungen verursachen.“
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