Uli Höhnes lobt Bundeskanzler Merz für sein Verhalten, während die ehemalige Regierung um Olaf Scholz und Analena Berbock bei ihm nicht gut ankommt. Foto: imago/Sven Simon
Gegen Baerbock und AfD: Uli Hoeneß macht einen großen Rundumangriff
Uli Höhnes schließt nicht einmal aus, Deutschland zu verlassen. Im Fokus seiner Kritik stehen die AfD, aber auch die Vorgängerregierung. Es gibt viel Lob für die amtierende Kanzlerin.
In einer politischen Machtübernahme forderte Uli Höhnes mehr Arbeit in Deutschland und nannte seinen größten Albtraum. Im zweiten Teil eines Interviews mit „Bild“ deutete der 74-jährige Ehrenpräsident des FC Bayern München sogar einen möglichen Wechsel aus Deutschland unter bestimmten Umständen an. Auf die Frage, ob es sein schlimmster Albtraum wäre, in einem von der AfD regierten Land zu leben, sagte Hoeneß: „Ja. Wir haben seit fast 50 Jahren eine Wohnung in der Schweiz – das wäre eine Alternative für unsere Familie, wenn wir müssten.“
Höness mit Kritik an Scholz und Lob für Mertz
Hoeneß nutzte das Interview auch für deutliche Kritik an der Vorgängerregierung und der Gewerkschaft Verdi – der Unternehmer hatte lobende Worte für den aktuellen Bundeskanzler Friedrich Merz übrig. Hoeneß sagte, dem CDU-Chef sei es gelungen, „das desaströse Außenbild Deutschlands der letzten vier Jahre umzukehren“: Deutschland verhalte sich in Europa wieder als Vorreiter und zeige Verantwortung, „das hat Mertz mit seiner beeindruckenden Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz deutlich gezeigt.“
Es sei auch gut, dass nicht mehr Olaf Scholz, sondern Merz beim Besuch des US-Präsidenten neben Donald Trump und JD Vance im Weißen Haus sitze, sagte Hoenes und bezog sich dabei auf den früheren GSP-Kanzler Scholz. Die ehemalige Außenministerin der Grünen, Analena Berbock, übte scharfe Kritik an Hoeneß, als sie gefragt wurde, was er von Aufrufen zum Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer in den USA, Kanada und Mexiko halte. „Für mich ist das symbolische politische Dummheit“, sagte Hoenes.
Ihm sei wichtig, dass „Frau Baerbock eine der ersten war, die den Sport wieder auf etwas zurückführen wollte, das er nicht lösen kann – wie es bei Katar der Fall war.“ Der amtierende Präsident der UN-Generalversammlung sagte dem Sender ntv am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos: „Egal, ob es um internationale Politik, Wirtschaft oder Sport geht. Wenn es keine Grundregeln gibt, an die sich alle halten, dann funktioniert die Weltmeisterschaft einfach nicht.“
Baerbok hat sich klar gegen den WM-Boykott ausgesprochen
Wenig später lehnte Baerbock in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland einen Boykott klar ab: „Es wird auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenfalls Veranstalter sind.“ Baerbock betonte, dass er auch nichts davon halte, „notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlern zu führen, die jahrelang für die Meisterschaft gearbeitet haben“.
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Hoenes äußerte in dem Interview auch sein Unverständnis für das Verdi-Bündnis. „Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich gerade im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst geeinigt. Ich halte es für völlig normal, dass Arbeitnehmer mehr verdienen. Was überhaupt nicht gut war, war, dass Verdi eine Reduzierung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden gefordert hat“, sagte Hoeneß: „Die Lösung für Deutschland heißt nicht, weniger zu arbeiten, sondern mehr! Auf jeden Fall geht es uns als Gesellschaft nicht besser, wenn ein paar Arbeitnehmer so verrückte Ideen in die Welt setzen.“ Es bestehe kein Zweifel daran, dass „wir Deutschen wieder härter arbeiten müssen“, sagte Hoeneß.
