St. Paulis Trainer Alexander Blessin haderte immer wieder mit den Entscheidungen der Schiedsrichter. Foto: WITTERS
„Gegen zwölf Mann spielen“: St. Pauli verliert und kämpft
Hier ist es eine Geschichte, die schöne Heimserie und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach sechs Spielen am Millerntor ohne Niederlage war der FC St. Pauli erschüttert: Der Nachbarschaftsclub verlor mit 1:2 gegen den SC Freiburg, obwohl er zur Halbzeit mit 1:0 geführt hatte. Es war bedauerlich, dass ein ehemaliger Maroon-White-Spieler zwei Tore für die Brycegauers erzielte. Einige der Gastgeber waren noch verbittert über das Schiedsrichterspiel.
Louis Opie war diesbezüglich relativ zurückhaltend. „Ich bin eigentlich kein Fan davon, dem Schiedsrichter die Schuld zu geben, denn das gilt nicht nur, wenn man ein Spiel verliert“, sagte der Ersatzaußenverteidiger. Deshalb kann man dem Nürnberger Florian Badstübner nicht nur die Schuld geben. „Aber ja, wenn man sich ein paar Szenen anschaut, wird klar, dass man dann sagt: Okay, vielleicht hättest du anders pfeifen können.“ Das alles geschah erst in der zweiten Runde.
St. Pauli geht durch Danel Sinani in Führung
Im ersten hatten die Gäste Probleme mit den Entscheidungen der Jury und suchten oft den Dialog. St. Pauli konzentrierte sich weiterhin ausschließlich auf den Fußball – und schnitt darin gut ab. Von Freiburgs Europacup-Euphorie war nach dem 5:1-Sieg am Donnerstag gegen Genk kaum etwas zu spüren; Die Kiezkickers verteidigten konsequent und fanden immer wieder punktgenaue Momente und Würfe. Die Führung durch Danel Sinani, der nach einer Ecke von Eric Smith und einem Kopfball von Tomoya Ando (24.) aus kurzer Distanz einköpfte, war nicht unverdient. „Ich denke, wir haben eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt und immer wieder hohes Pressing geschafft“, sagte Hauke Wahl.
Der ehemalige Nachbarschaftsfußballer Igor Matanovic erzielte zwei Tore
Doch der erfahrene Verteidiger musste auch zugeben, dass „Freiburg in der zweiten Halbzeit aufgewacht ist“. Und im Zentrum des Angriffs stand jemand, der mit den Braun-Weißen aufgewachsen ist. „Als kleiner Junge stand ich hier auf der Tribüne und war auch Balljunge“, sagte Igor Matanovic, der – typisch für alles – durch seine Farben zum Matchwinner avancierte. Für Verwirrung sorgte es beim Ausgleich, als der Kroate eine Flanke von Vincenzo Grifo mit der Hüfte ins Netz lenkte (65.). „Letztendlich hatte ich wirklich Glück“, gab Matanovic zu.
Kiezklub-Trainer Alex Blesin hat „kein Verständnis“
Seinem zweiten Witz ging etwas voraus, das Alexander Blessin besonders verärgerte. „Wir haben nicht gegen elf, sondern gegen zwölf gespielt“, klagte der St. Pauli-Trainer. Hintergrund: Vor dem entscheidenden Tor (78.) gab es gegen Hamburg auf der rechten Freiburger Hälfte drei Aktionen, die hätten gepfiffen werden können. „Vielleicht gibt es zwei 50-50-Situationen, aber die Tatsache, dass er Jackson Irvine zumindest nicht foulet, verstehe ich überhaupt nicht.“
St. Pauli verteidigte bei Gegentoren schlecht
Wahr ist aber auch, dass es drei Kiezkickern mit einem taktischen Foul im Mittelfeld nicht gelang, den Gegenangriff zu stoppen. Und dann ließ der bis dahin extrem starke Keeper Nikola Vasil einen recht harmlosen Distanzschuss von Cyriak Irie nach vorne abprallen, den Matanovic mit einem Kopfball zu ahnden wusste. „Ein typisches Tor für einen Stürmer“, sagte der 22-Jährige treffend, während Blessin zugab: „Wir hätten beide Tore besser verteidigen können.“
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Aus sportlicher Sicht lag es daran, dass die Gastgeber in der verbleibenden Spielzeit nichts wirklich Gefährliches mehr machten. Das Verhältnis zwischen Blessin und Badstübner verschlechterte sich weiter, weil der Schiedsrichter dem Trainer wegen Beschwerde eine Gelbe Karte gab. Und wie Blessin ursprünglich sagte: „mit einem schiefen Lächeln.“ Der 52-Jährige relativierte diese Worte später und erklärte: „Die Aussage war aus Emotionen entstanden und nicht unbedingt so klug.“
St. Pauli will neue Energie tanken
Und jetzt? Dies ist ein internationaler Feiertag. Vielleicht ist es nicht so schlimm, bevor wir uns auf die Zielgerade begeben, drei Punkte vor dem 17. Platz für den direkten Abstieg und zwei Punkte vor der Bank, die uns sicherlich retten wird. „Viele Jungs reisen, die anderen müssen alles sacken lassen“, sagte Blessin. Dann seien noch ein paar Einheiten dran und ein internes Testspiel, „aber vor allem geht es darum, die Akkus wieder aufzuladen, damit wir zu Ostern wieder Union Berlin angreifen können.“
