...
Skip to content

Gewalt gegen Frauen: Innenministerium verteidigt Österreichs Rekord

    Gewalt gegen Frauen: Innenministerium verteidigt Österreichs Rekord

    Johanna G. Die Gewalttat gegen sie veranlasste das Innenministerium zu der Erklärung: „Österreich ist kein Land des Femizids.“ Dies geht aus einer E-Mail von Innenminister Gerhard Kerner (ÖVP) an ausgewählte Medien hervor. Femizide und die hohe Zahl an Femiziden erschüttern die Republik seit Jahren. Die Nachricht vom Tod eines 34-jährigen Steirers löste am Dienstagabend Entsetzen aus, am nächsten Tag wurde ein weiterer Fall bekannt – diesmal wurde ein 36-jähriger Deutscher im Bezirk Mistelbach erdrosselt.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Im Jahr 2025 dokumentierten die autonomen Frauenhäuser Österreichs 45 Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen – nur in fünf davon waren Frauen die mutmaßlichen Täter. In 39 Fällen bestand eine persönliche Beziehung zwischen Opfer und Täter. Das Innenministerium listete im vergangenen Jahr 25 Morde an weiblichen Opfern auf, darunter sieben bei der Grazer Schießerei. Laut BMI gab es im Jahr 2024 24 Todesfälle.

    Autonome Frauenhäuser listen jedes Jahr Dutzende Fälle auf

    Laut Statistiken von Frauenhäusern gab es im Jahr 2024 insgesamt 41 Fälle von Gewalt gegen Frauen und 51 – 26 dieser Konflikte endeten auch im Jahr 2023 tödlich. Die Steiermark war damals stark betroffen; Insgesamt verloren im Jahr 2023 elf Frauen aus dem Bundesstaat ihr Leben durch (Ex-)Partner oder Familienangehörige – ein detailliertes Dossier über die Getöteten erhalten Sie hier.

    Allerdings weist das Innenministerium heute auf wirksame Prävention, kontinuierliche Arbeit zur Bedrohungsbekämpfung und eine hohe gesellschaftliche Ausrichtung hin. Das geht aus einer Todesursachenstudie der FH Joanneum hervor, auf die sich das Innenministerium nun bezieht. Dementsprechend ist die Zahl der datenschutzbezogenen Tötungsdelikte von 2024 bis 2025 von 24 auf 16 gesunken.

    SEE ALSO  „Sehr leid“: Blessin gibt schwierige Torwartentscheidung bekannt

    Innenministerium verweist auf Gewaltprävention

    Das Innenministerium sieht den Grund darin, dass die österreichische Polizei frühzeitig und konsequent auf Anzeichen von Gewalt im häuslichen Umfeld reagiert. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 193 sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen abgehalten, 14.583 Betretungsverbote erlassen und 12.534 Straftäter zu Gewaltpräventionsgesprächen aufgerufen. Die Pressestelle des Bundeskriminalamts weist in einer E-Mail an das Innenministerium darauf hin, dass in den Jahren 2024 und 2025 jeweils in einem Fall ein Betretungs- und Annäherungsverbot bestanden habe.

    Gleichzeitig zeige die Bevölkerung eine hohe Anzeigebereitschaft und großes Vertrauen in die Polizei, hieß es in einer Aussendung des Innenministeriums. Der Schwerpunkt liegt auf interner und externer Sensibilisierungsarbeit. Dazu gehören gezielte Schulungen der Mitarbeiter im Umgang mit Gewaltopfern, aber auch groß angelegte Aktionen wie die aktuelle „Casabon“-Kampagne, die darauf abzielt, die tägliche Sichtbarkeit zu erhöhen und das Bewusstsein zu schärfen.

    Mordraten im internationalen Vergleich

    Laut Innenministerium kommt eine Studie der FH Joenium Graz zu dem Ergebnis, dass es in Österreich über die Jahrzehnte hinweg regelmäßig zwischen 30 und 60 Morde gegeben habe – darunter Frauen und Männer. Die meisten weiblichen Opfer werden im privaten Umfeld getötet, während männliche Opfer häufiger im öffentlichen Raum sterben.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Das Innenministerium wagt in der Aussendung auch einen internationalen Vergleich – demnach sei die Mordrate in Österreich die niedrigste weltweit. Wie in vielen Teilen Europas ist auch hier ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Das Innenministerium von Gerhard Kärner sieht die Gründe dafür in einer effektiven Polizeiarbeit, einer stabilen Sozialpolitik, dem Ausbau der Gewaltpräventionsinfrastruktur sowie Fortschritten in Medizin und Kommunikation.

    SEE ALSO  Luftraumverletzung: NATO -Anwalt für Estland Artikel 4

    Source link